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23.08.1996 - 

Kampf um den Markt der Web-Clients

Netscape und Microsoft geben neue Browser-Versionen frei

Beim Marktführer Netscape ging es in erster Linie um eine Konsolidierung des Erfolgsprodukts "Navigator", Microsoft hingegen mußte mit dem "Internet Explorer" vor allem kräftig nachrüsten, um eventuell in der Anwendergunst aufholen zu können.

Entsprechend wartet der Navigator mit einer kürzeren Liste neuer Funktionen auf. Zu diesen gehören das Telefoniemodul "Cool Talk", der von Borland in Lizenz genommene Just-in-time-(JIT-)Compiler für Java, Unterstützung für Apples "Quicktime" sowie diverse HTML- Erweiterungen (siehe CW Nr. 28 vom 12. Juli 1996, Seite 12). Entgegen ersten Befürchtungen verzichetete Netscape auf eine weitere Aufblähung des Programms. Bei vielen der Neuerungen handelt es sich um Detailverbesserungen.

Strategisch interessant ist die Aufwertung eines bisher eher unscheinbaren Internet-Dienstes: Der Navigator 3.0 kann sogenannte "Rich E-Mails" empfangen. Content-Anbietern steht es nun frei, elektronische Post zu versenden, die die gleichen Gestaltungselemente enthält wie Web-Seiten.

Netscape führt "Rich E-Mail" ein

Dazu gehören Grafiken, Tondaten und Java-Applets. Abkommen mit der "New York Times", "American Express", "Hotwired", "PC World", "Infoseek" und anderen Anbietern sollen der multimedialen E-Mail die gewünschte Verbreitung bringen. Netscape-Kunden erhalten den ansonsten kostenpflichtigen Content einiger Anbieter wie beispielsweise den "Newsletter" der Gartner Group umsonst.

Rivale Microsoft, der seinem kostenlosen "Internet Explorer" zu vorzeigbaren Marktanteilen verhelfen will, zog in vielen Punkten nach. Zur neuen Version gehören unter anderem Java-Unterstützung inklusive JIT-Compiler, Javascript, Netscapes Plug-in-Architektur, ein Newsreader, ein Mail-Front-end sowie Netscapes HTML- Erweiterungen. Hinzu kommen Techniken aus eigenem Hause, die sich mit dem erhofften Erfolg des Explorer durchsetzen sollen: Neben Visual Basic Script handelt es sich dabei vor allem um Active X.

Ganz reibungslos ging die Aufholjagd der Gates-Company allerdings nicht vonstatten. Die mit viel Werberummel hervorgerufene Nachfrage zwang erst einmal Redmonds Web-Server in die Knie. Diejenigen, die das Web-Produkt dennoch erfolgreich herunterluden, wurden mit einer Reihe von Bugs konfrontiert (aufgelistet unter http://www.microsoft.com/IESupport/content/Issues/). Ein Fehler in der Installationsroutine läßt das Einrichten des Explorer fehlschlagen, wenn weniger als 63 MB Plattenplatz frei sind.

Ungereimt scheint zudem Microsofts Versionspolitik. Im Gegensatz zu Netscape bietet die Windows-Company für Windows 95 und NT getrennte Ausführungen an. Die NT-Variante läuft allerdings nur unter der noch nicht verfügbaren Version 4 des Betriebssystems. Benutzer des aktuellen Windows NT bleiben wie die von Windows 3.1 außen vor. De facto ist der Internet Explorer 3.0 deshalb zur Zeit nur für Windows 95 verfügbar, während Netscape 16 Plattformen unterstützt.