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18.04.1997 - 

Proprietäre Erweiterungen von HTML

Netscapes Communicator soll das Web-Design erleichtern

Eigentlich zielt die Nachfolgeversion des Navigator 3.0 mit stark erweiterten Forum- und Mail-Funktionen auf Intranet-Lösungen. Aber im Vorbeigehen dreht Netscape auch den Entwicklungsstand der einsetzbaren HTML-Befehle weiter. Bisher fehlten Designern im World Wide Web vor allem die fixe Definition von Typografie, Satzspiegel und Grafiken.

HTML-Erweiterungen für Typografie und Satzspiegel

Der ursprüngliche Cern-Standard von HTML-Dokumenten aus dem Jahr 1991 verzichtete aus Gründen der Kompatibilität auf fest einstellbare Vorgaben. Schriftgrößen und Spaltenbreite ergeben sich hier vor allem durch die Einstellungen des Browsers und die Bildschirmgröße. Den Forderungen nach einer möglichst unveränderten Corporate Identity und einem Corporate Design auch im Web kommen nun die neuen, wenn auch proprietären Net- scape-Befehle nach.

Das fehlerhafte Verhalten von Tabellen mit überlangem Zelleninhalt hat Netscape mit neuen Table-Befehlen beseitigt. Durch eine neue Tabellensyntax gleichen sich die Zellen jetzt selbst aus und verhindern so das Ineinanderfließen von Text, wie es bei http://www.focus.de beobachtet werden kann. Durch neue Positionierungs-Befehle ist der Einsatz von Tabellen im Web-Design darüber hinaus nicht mehr zwingend erforderlich. Mit der Hilfe von Koordinaten stehen die Elemente in der Darstellung durch den "Navigator 4.0" pixelgenau an der vorgesehenen Stelle.

Mit dem Einsatz von "Cascading Style Sheets" lassen sich unter anderem auch Einzüge ohne Tabellen darstellen. Der größere Vorzug dieser Formatvorgaben liegt aber in der eindeutigen Definition der Fonttypen, der Schriftgrößen, der Schriftfarben und des Schriftenstands. Ähnlich wie bei "Quark Xpress" kann jetzt die Typografie festgelegt werden. Im Gegensatz zu schon vorhandenen HTML-Befehlen wird die Schrift auch dann dargestellt, wenn sie der User bisher nicht auf seinem Computer installiert hatte. Der Einsatz von Javascript ermöglicht es auch, den Layout-Aufbau der genutzten Bildschirmgröße anzupassen. So kann zumindest unter dem neuen Netscape-Browser von einer großen Layout-Sicherheit ausgegangen werden.

Vor allem die interessanteste Neuerung zeigt aber gleichzeitig das Dilemma des Vorstoßes von Netscape. Mit dem Layer-Tag sind jetzt auch übereinandergelagerte Ebenen möglich, die durch erweiternde Befehle beliebig nach vorn oder hinten geklickt werden können. Optisch ausgeklügelte Seiten, die wandernde Grafiken ab jetzt perspektivisch zwischen Vorder- und Hintergrund plazieren können, werden die Surfer faszinieren - allerdings nur dann, wenn diese auf den "Navigator 4.0" zurückgreifen oder darauf hoffen können, daß Microsoft mit der Version 4.0 ähnliche Features in seinen Browser integriert. Sollte das nicht der Fall sein, werden Web-Designer wieder mindestens zwei Versionen ihrer Seiten bauen oder mehr als die Hälfte ihrer Nutzer von vornherein ausschließen.

*Harald Taglinger arbeitet als Web-Designer in München http://www.d-werk.de .