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29.07.1994

Nettogewinn betraegt 689 Millionen Dollar Kostenabbau beschert der IBM erneut ein profitables Quartal

ARMONK (IDG) - Der gegenueber dem Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar gestiegene Umsatz allein haette nicht ausgereicht, die IBM Corp. auch im zweiten Quartal des laufenden Geschaeftsjahres in die Gewinnzone zu tragen. Chairman und CEO Louis Gerstner fuehrte das positive Ergebnis denn auch in erster Linie auf die um 18 Prozent gesunkenen Ausgaben und beschleunigte Produktauslieferungen zurueck.

Der Nettogewinn von 689 Millionen Dollar lag ueber den Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld der Veroeffentlichung mit einem Ueberschuss von rund 400 Millionen Dollar gerechnet hatten. Diese Unterschaetzung liess den Kurs der IBM-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen um 6,5 auf 60,37 Dollar in die Hoehe schnellen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte Big Blue operational noch ein Minus von 40 Millionen Dollar ausweisen muessen. Zusammen mit den ausserordentlichen Belastungen durch die Restrukturierung hatte sich der Fehlbetrag sogar auf acht Milliarden Dollar belaufen.

"Die Ausgaben sind wieder stark gefallen", freute sich Gerstner ueber das jetzt vorgelegte Ergebnis. Ausserdem betonte er, dass die Bruttomarge nun seit sieben Quartalen bei rund 39 Prozent liege. "Wir sind immer noch weit von unserem Ziel entfernt, aber wir verbessern uns staendig." Allerdings schwaechte die IBM auch ihre lange Jahre so erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Die Ausgaben der Labors wurden um 21 Prozent beschnitten.

Der gesamte Umsatzzuwachs stammt aus dem asiatisch-pazifischen Raum, wo die Einnahmen um 14 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar stiegen. In den USA, Europa und Lateinamerika stagnierten die Umsaetze dagegen bei 5,9 Milliarden, 5,5 Milliarden beziehungsweise 620 Millionen Dollar. Produktseitig trugen vor allem PCs zu dem Plus bei, waehrend die Umsaetze aus dem Softwaregeschaeft gleich blieben.

Das Wachstum im

PC-Geschaeft wird langsamer

Die Serviceeinnahmen steigerten sich um 24 Prozent, wogegen die Bezuege aus dem Maintenance-Geschaeft sanken. Wie das Unternehmen weiter mitteilte, ueberstieg die Nachfrage die Versorgung mit Power-PC-basierten RS/6000-Maschinen, mobilen PCs und High-end- Speichersystemen. Die Mainframe- und AS/400-Umsaetze gingen dagegen zurueck. Die Erloese aus dem Midrange-Geschaeft liessen gegenueber dem Vorjahresquartal zweistellig nach.

Dem "Wall Street Journal" zufolge war vor allem eine Ueberversorgung mit PCs und die Umgestaltung der Midrange-Serie fuer den schwachen Umsatzanstieg der Armonker verantwortlich. Unter Berufung auf IBM-Finanzchef Yerome York berichtet das Blatt, dass man erst jetzt die im vergangenen Jahr zuviel produzierten PCs im Wert von etwa 600 Millionen Dollar verkauft habe. In erster Linie fuehrten Preisnachlaesse auf alle PCs - ausser auf Thinkpads - zu dem knapp zehnprozentigen Umsatzplus in diesem Sektor. Allerdings verlangsamt sich das Wachstum auch hier. Im ersten Quartal verzeichneten die Armonker bei PCs noch ein Einnahmenplus von 20 Prozent. Im gesamten vergangenen Jahr hatten sie im Vergleich zu 1992 noch 40 Prozent mehr Geld mit Personal Computern verdient.

Waehrend der ersten sechs Monate beliefen sich die Einkuenfte der IBM auf 28,7 Milliarden Dollar - vier Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Gegensatz zu 1993, als 372 Millionen Dollar das Halbjahresergebnis belasteten, weisen die Armonker jetzt einen Ueberschuss von einer Milliarde Dollar aus.

Trotz des "brutalen" Wettbewerbs in den Vereinigten Staaten gab sich York vorsichtig optimistisch, was das Wachstum des zweiten Halbjahrs betrifft: "Erzaehlen Sie nicht, dass wir zweistellig wachsen, aber wir sollten in der zweiten Jahreshaelfte besser abschneiden als in der ersten", sagte er dem "Wall Street Journal" zufolge vor Journalisten.