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19.08.1994

Netware als ABM-Massnahme fuer Administratoren

Innerhalb von zehn Jahren hat es der vormals eher unbekannte CP/M- Hardwarehersteller Novell geschafft, zur Nummer eins in Sachen PC- Vernetzung aufzusteigen. Ungeachtet aller OSI-Diskussionen in den achtziger Jahren schufen die Netzwerker um Novell-Boss Ray Noorda ihre eigene Norm: Bei der Vernetzung von PCs kommt kaum ein Anwender mehr an Netware vorbei. Lag in den fruehen Jahren des De- facto-Standards der Schwerpunkt auf der Optimierung der Interconnectivity zu anderen Rechnerwelten, so galt spaeter das Augenmerk der Fehlerbeseitigung.

Heute ist denn auch im Normalfall der Verbindungsaufbau zwischen Unix-, Windows-, Mac- und OS/2-Welt via Netware realisierbar. Was in der Theorie einfach klingt, kann in der Praxis einen Administrator jedoch schnell an den Rand des Wahnsinns treiben: Die Vernetzung klappt im Prinzip problemlos, aber eben nur im Prinzip - da die findigen Software-Entwickler aus Provo fuer jede Plattform spezifische Fallstricke eingebaut haben. So sind fuer die Installation des OS/2-Requesters wieder andere Feinheiten zu beachten als beim Windows-Betrieb, um das sichere Funktionieren des Netzes zu gewaehrleisten.

Sollte das Netz einmal funktionieren, so braucht der Netzadministrator trotzdem keine Angst um seinen Arbeitsplatz zu haben, denn Netware ist eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme par excellence, auf die selbst das Arbeitsamt neidisch werden koennte. Woechentliche, wenn nicht sogar taegliche Updates und Patches, die via Compuserve oder Internet zu beziehen sind, lassen keine Langeweile aufkommen, da mit den Neuerungen meist auch neue Fehler auftreten.

Und sollte wider Erwarten ein Release kaum mehr Fehler aufweisen - die Anwender attestieren beispielsweise Netware 3.11 und hoeher bemerkenswert wenige Bugs -, so sorgt das Erscheinen der Nachfolgeversion fuer neue Arbeit.

Zugegeben, die Moeglichkeiten der Netware Directory Services, wie sie in Netware 4.X implementiert sind, weisen gegenueber der Bindery-Loesung beim Einsatz im Enterprise Network klare Vorteile auf. Doch solange das Netz unter der Version 4 nicht stabil laeuft, hat der Anwender wenig Nutzen von den neuen Moeglichkeiten. Zumal wenn die zahlreichen Tools fuer Netware die neuen NDS-Dienste nicht unterstuetzen, weil den Software-Entwicklern die verkaufte Basis von 55 000 Netware-4-Lizenzen zu gering ist. An diesen Werkzeugen fuehrt nun mal leider kein Weg vorbei, solange die Oberflaeche der Verwaltungsprogramme von Netware nur als duerftig bezeichnet werden kann.