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16.12.1994

Netware-Anteil soll stabil bleiben Novell will die Nummer zwei im PC-Applikationsmarkt werden

MUENCHEN (CW) - Novell will diversifizieren. Gestaerkt durch die guten Ergebnisse des vergangenen Geschaeftsjahres (Ende: 31. Oktober 1994) gab die Novell GmbH in der vergangenen Woche bekannt, wie sie die ehrgeizigen Vorgaben von Konzernchef Robert Frankenberg erfuellen will. Vor allem der Wordperfect-Division wird einiges abverlangt: Im Suite-Geschaeft soll sie Lotus von Platz zwei verdraengen. Weitere Schwerpunkte bilden das Groupware- und das Netware-Upgrade-Geschaeft.

Noch vor der Muttergesellschaft gab die hiesige Dependance ihr Ergebnis bekannt. Der Umsatz der Novell GmbH stieg eigenen Angaben zufolge um 21 Prozent auf 139 Millionen Dollar. Der Geschaeftsbereich Wordperfect erzielte in den ersten zehn Monaten Einnahmen von 13,5 Millionen Dollar. Konkrete Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht. Allerdings strebe man wie im Vorjahr eine Profitmarge von 25 Prozent an.

Waehrend die Netware-Gesellschaft mit 108 Mitarbeitern einen Pro- Kopf-Umsatz von 1,28 Millionen Dollar erreichte, lagen die Vergleichszahlen bei Wordperfect sehr viel niedriger. Das raeumte Andreas Zeitler ein, der ab dem 1. Januar 1995 als Geschaeftsfuehrer der GmbH fungieren wird. Der bisherige Deutschlandchef Willy Soehngen zeichnet ab Januar fuer das Geschaeft in Zentral- und Osteuropa verantwortlich.

Im laufenden Geschaeftsjahr soll Novell Deutschland den Umsatz um 20 Prozent auf 194 Millionen Dollar steigern. Dazu, so die Vorgaben aus Provo, muesse die Wordperfect-Division einen Anteil von 28 Millionen Dollar beisteuern - also ihre Einnahmen um rund 40 Prozent erhoehen.

Stolz verwiesen die Netzwerker auf eine Untersuchung von Dataquest: Die Marktforscher ermittelten fuer Deutschland 10,2 Millionen installierte PCs. Davon sind 4,6 Millionen ueber Netzwerke miteinander verbunden. Novells Marktanteil in diesem Segment belaeuft sich der Befragung zufolge auf 66 Prozent beziehungsweise auf 3,03 Millionen ueber Netware vernetzte Rechner. Diese Position zu halten, bezeichnet Zeitler als ein wichtiges Ziel fuer das naechste Geschaeftsjahr: "Wenn es uns gelingt, Netware 4.01, das wir im ersten Quartal 1995 in Deutsch ausliefern, als Standard zu etablieren, brauchen wir uns keine Sorgen zu machen."

Den Marktanteil der Wordperfect-Produkte im Suite- und im Groupware-Geschaeft zu erhoehen, duerfte den Novell-Managern groessere Bauchschmerzen bereiten. Vor allem dann, wenn Frankenbergs Direktive ernstgenommen wird, sich nur noch in Geschaeftsfeldern zu tummeln, in denen man mindestens die Nummer zwei im Markt ist. "Wir werden sehr aggressiv in Maerkte gehen, die wir vorher nicht bedient haben und die zur Zeit von einem Hersteller dominiert werden", verspricht Willy Soehngen. Der Netware-Anteil am Gesamtumsatz des Unternehmens werde sich in den naechsten zwei bis drei Jahren von heute 70 auf rund 50 Prozent reduzieren.

Zunaechst geht es jedoch nicht gegen Microsoft, sondern gegen Lotus. "Wordperfect Office 3.0 sehen wir als direktes Konkurrenzprodukt zu Microsoft Office und Smartsuite von Lotus. Wir wollen Lotus von der heutigen Marktposition verdraengen und bis Ende 1995 Rang zwei in diesem Segment erreichen", erklaerte Zeitler. Vor allem hofft der Manager, dass Netware-, Quattro-Pro- und Wordperfect-Anwender sich fuer das neue Produkt erwaermen koennen. Allerdings raeumte er ein, dass Novell in diesem Sektor unter grossem Druck steht: "Wenn wir dieses Ziel mittelfristig nicht erreichen, muessen wir uns etwas Neues ueberlegen."

Grosses vor hat der Netware-Spezialist auch mit Unixware, fuer dessen Vermarktung nun eine eigene Gruppe ins Leben gerufen worden ist. Unixware 2.0, das Anfang des naechsten Jahres ausgeliefert werden soll, bezeichnete Soehngen als dritten Versuch, das Unternehmen als Player im Unix-Bereich zu etablieren: "Wir haben Unix bisher zweimal in den Sand gesetzt, weil wir versucht haben, es genauso wie Netware zu vermarkten. Das haben wir jetzt geaendert."

Verstaerkt wollen sich die Netzwerker kuenftig auch dem Thema Workgroup-Computing widmen, das kurz- und mittelfristig laut Novell fuer etwa 66 Prozent der Anwenderunternehmen an Relevanz gewinnt.