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15.11.1996 - 

Explorer 4.0 erlaubt Browsen aus Office-Software heraus

Netware-Anwendern fehlt noch das Vertrauen in Intranetware

Novell macht mit Intranetware im Kampf gegen Microsoft bisher noch kaum Boden gut. Das zeigt unter anderem eine Umfrage der Computerworld Research Inc. unter 100 Anwendern, die eigenen Angaben zufolge auf Netware eingeschworen sind. 23 der Befragten ziehen den Einsatz von Intranetware in Erwägung, 77 Unternehmen schließen die Nutzung zunächst weitgehend aus.

Viele Netware-Nutzer warten nach dem großen Launch von Intranetware im September immer noch darauf, daß das Headquarter in Orem, Utah, eine präzise Intranet-Marschroute ausgibt. Für den neuen Novell-CEO Joe Marengi heißt es jetzt, das Mißtrauen der Kunden so schnell wie möglich zu zerstreuen. Marengi steht hier im Wort, hatte er sich doch anläßlich seines Amtsantritts die Stärkung der Vertrauensbasis zu den Kunden öffentlich zum Ziel gesetzt.

Das große Schweigen seit der Ankündigung hat unter Anwendern und Marktbeobachtern jedoch Zweifel geschürt. Es wird offen darüber spekuliert, ob Novell wirklich beabsichtigt, die gewohnte Domäne des File-Server-Business zu verlassen, um mit Microsoft und Netscape ernsthaft im Internet- und Intranet-Markt zu konkurrieren.

Im Wettstreit mit Microsoft, wer das bessere Netzwerk-Betriebssystem mit dem besten Front-end für das WWW hat, weist Novell gegenüber dem Windows NT Server keine Vorteile auf. Noch unterstützt Intranetware weder natives TCP/IP noch Java und beinhaltet auch keinen Proxy-Server. Diese Lücken sollen, wie Andreas Zeitler, Geschäftsführer von Novell Deutschland, gegenüber der COMPUTERWOCHE bestätigte, bis Mitte 1997 geschlossen werden.

Defizite gegenüber MS Back Office

Gegenwärtig besteht Intranetware aus den Elementen Netware 4.11, dem "Novell Web Server", dem Netscape-Browser "Navigator" und dem "Internet Access Server". Letzterer realisiert die WAN-Anbindung sowie das Routing und fungiert außerdem als Gateway zwischen dem Netware-Protokoll IPX und dem Internet-Protokoll TCP/IP. Darüber hinaus unterstützt das Bundle die Novell Directory Services sowie die Integration der Groupware- und LAN-Management-Applikationen von "Groupwise" und "Managewise", beides Novell-Entwicklungen.

Allerdings liefert auch Microsoft seinen Kunden mit den Produkten "Exchange" und "SMS Server" in der Suite "Back Office" entsprechende Anwendungen. Insgesamt, so die Meinung der Analysten, weist Intranetware gegenüber Back Office und "Suitespot" von Netscape noch Defizite auf.

Außerdem schickt sich Konkurrent Microsoft an, mit dem Internet Explorer 4.0, der Anfang 1997 auf den Markt kommen soll, den Vorsprung weiter auszubauen. Die Entwicklung wird direkt in alle Applikationen der Suite "Office 97" integriert. Auf diese Weise kann aus jeder Office-Anwendung heraus mit dem Explorer Web-Browsing betrieben werden.

Trotz der beiden starken Wettbewerber Microsoft und Netscape hat Novell nach Ansicht der Marktbeobachter noch einen Trumph im Ärmel - nämlich die große Basis von Netware-Anwendern. Viele davon, so die Analysten, wollen auf Basis ihrer bestehenden Systeme fortfahren und sich eine komplizierte Migration ersparen.

Dazu die Meinung eines US-Netware-Users: "Ich wünsche mir, daß Novell eine klare Internet- und Intranet-Linie verfolgt, was ich bis jetzt aber nicht erkennen kann. Ich warte und werde zunächst nicht auf Netware 4.11 oder Intranetware aufrüsten, aber auch nicht auf den NT Server.