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27.11.1992 - 

Novell verweigert Lizenzierung

Netware-Client-Code: Streit zwischen Novell und Microsoft

FRAMINGHAM (IDG) - Im Netzwerk-Business scheinen im Verhältnis zwischen Novell und Microsoft die Zeichen wieder auf Sturm zu stehen. Zumindest in puncto Lizenzierung des Netware-Client-Kernels für Windows for Workgroups beziehungsweise Windows NT gehen beide Companies derzeit eindeutig auf Konfrontationskurs.

Novell hat, wie nun in Provo bestätigt wurde, schriftlich die schon erteilte Genehmigung für die Implementierung des entsprechenden Netware-Core-Protokolls in die beiden Microsoft-Produkte widerrufen. Gegenstand der Auseinandersetzung ist der Netware-Client-Code in Windows 3.1 und Windows for Workgroups, der auf Novells IPX-Protokoll sowie Teilen des Netware-Kernels basiert und Windows-Clients die Kommunikation mit Netware-Servern ermöglicht.

Insider mutmaßen, daß Novells plötzlicher Rückzug mit dem vehementen Drängen Microsofts in den LAN-Markt zu tun haben könnte und die Verantwortlichen in Provo der herannahenden Konkurrenz Knüppel zwischen die Beine werfen wollen. Auch die offizielle Novell-Begründung weist in diese Richtung: Anders als Windows 3.1 seien, so heißt es dort, Windows for Workgroups und das 1993 auf den Markt kommende Windows NT mit jeweils integrierten Netzwerk-Features nicht mehr als reine Desktop-Lösungen anzusehen, daher müsse man die Lizenzierung verweigern.

Damit kommen die Redmonder Entwickler - zumindest kurzfristig - in die Bredouille. Zwar ist es für Microsoft nach Auffassung einer Reihe von Experten relativ einfach, Novells IPX-Stack nachzubilden; anders sieht es hingegen mit dem Netware-Kernel aus. Auch hier wäre, so die Spekulationen, eine Emulation möglich, gleichzeitig würde die Gates-Company dadurch jedoch mit ziemlicher Sicherheit ein zeit- und kostenaufwendiges Patent- und Lizenzierungsverfahren vor den Gerichten riskieren.

Deutliche Worte von Bill Gates

Relativ unbeeindruckt von dieser Angelegenheit gibt sich bislang Bill Gates. Auf der diesjährigen Herbst-Comdex in Las Vegas ließ der Microsoft-Boß jedenfalls kräftig die Muskeln spielen und schrieb dem Novell-Management klare Worte ins Stammbuch: "Wir haben sowohl für Windows for Workgroups als auch für Windows NT entsprechende Netware-Connectivity-Features angekündigt, und dabei bleibt es, Entweder bewerkstelligen wir dies mit Novell, oder wir behelfen uns mit Drittanbietern."

Noch ist indes das Kind nicht in den Brunnen gefallen. Beide Unternehmen wollen, wie es am Rande der Comdex hieß, ihre Gespräche zunächst fortsetzen.