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09.06.1995

Netware for Windows soll dedizierte Server in Branch-Offices abloesen Novells NLSP erlaubt effektivere Nutzung der Bandbreite im WAN

NIZZA (hi) - Waehrend die Fuehrungscrew von Novell die Brainshare in Nizza nutzte, um generell die kuenftige Marschrichtung der Networking-Company darzustellen, waren die begleitenden Sessions profaner ausgerichtet: Statt Visionen erfuhren die Zuhoerer Konkretes zu neuen Produkten oder bekamen praktische Tips zur Optimierung ihrer Netze.

So konnten sich die Besucher aus erster Hand ueber das zum Jahresende angekuendigte "Netware for Windows" (NWWIN) informieren. Wesentliche Komponente dieser Technologie, die einen Windows- Rechner auch als Netware-Server fungieren laesst, ist neben dem "Netware Server for Windows", der aus mehreren Komponenten besteht, der "Loader". Er uebernimmt die Steuerung des Multitaskings, laedt den Server und ueberwacht unter anderem Hardware-Interrupts. Dabei wird die Rechenleistung der CPU zwischen Netware und Windows geteilt, wobei der Netzteil, der eine Stoerungsmeldung ausloest, mehr Prozessorzeit zugeteilt bekommt.

Damit ein Netware-Server gleichzeitig mit Windows auf einem PC laufen kann, wird auf der Maschine ein virtuelles LAN eingerichtet. Dabei dient Windows als Client, der ueber ein Netware-IO-System-NLM (NIOS-NLM) seine Anfragen an den Server, ein Netware NLM, leitet. Was recht einfach klingt, bringt in der Praxis doch einige Probleme mit sich: Faktisch konkurrieren naemlich zwei Betriebssysteme auf der gleichen Maschine um die Ressourcen, so dass bei der Zuweisung von Speicheradressen und Interrupts besondere Vorsicht angebracht ist.

Novell raet denn auch zu Hardwarekomponenten, die nicht nur "Novell Tested and Approved" sind, sondern auch das Windows- Kompatibilitaets-Logo haben. Auch in Sachen Server-Tuning steht der User bei NWWIN vor einem Dilemma: Er kann die Performance des Servers zwar mit den gleichen Massnahmen wie bei nativem Netware steigern, doch dies geht zwangslaeufig auf die Kosten der Leistung von Windows.

Aufgrund dieser Performance-Problematik sieht Novell das typische Einsatzgebiet fuer Netware for Windows, das auf Initiative der American Airlines entwickelt wurde, in Branch-Offices, in denen sich der Einsatz eines dedizierten nativen Netware-Servers von den Anforderungen her noch nicht lohnt. Offen bleibt

allerdings, inwieweit es Sinn macht, einen Server auf ein Betriebssystem zu setzen, das wie Windows 3.1x nicht gerade der Inbegriff an Stabilitaet ist. Auf Unverstaendnis stiess bei den Besuchern der Brainshare Novells Plan, NWWIN Ende des Jahres noch fuer Windows 3.1x anzubieten, obwohl zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich bereits Windows 95 verfuegbar ist.

Das "Netware Link Services Protocol" (NLSP) gefiel den europaeischen Besuchern besser. Hintergrund dafuer sind die hohen Kommunikationskosten in der Alten Welt, die ein grosses Interesse an Moeglichkeiten bedingen, WANs effektiver zu gestalten. Neben der Verwendung von NLSP bieten sich zur Verringerung des zu transportierenden Daten-Overheads vor allem Kompressionsalgorithmen an. Allerdings stossen die Verfahren der Header-Kompression schnell an ihre Grenzen, weshalb Joe Gervais, Product Marketing Engineer bei Novell, zur Verwendung von Datenkompressionsalgorithmen raet, die die anfallende Datenmenge effizienter reduzieren.

Darueber hinaus sieht Gervais in der Verwendung des NLSP den Vorteil, dass dieses den Overhead des Service Advertising Protocol (SAP) verringert. Zudem bieten die Link-Services Features wie fehlertolerantes Routing sowie SNMP-basiertes Management und wuerden so die Verwaltung der WANs vereinfachen. Darueber hinaus kann unter NLSP das Zeitintervall, in dem zwei WAN-Sites ihre Datenbestaende abgleichen, deutlich erhoeht und so der Datenverkehr im WAN verringert werden. Waehrend RIP und SAP einen Abgleich fast im Minutenabstand vornehmen, laesst sich dies bei Novells Protokoll im guenstigsten Fall auf zwei Stunden ausdehnen. Gervais raeumt zwar ein, dass auch bei RIP und SAP das Zeitintervall geaendert werden kann, allerdings laufe der Anwender dann Gefahr, dass die Performance des Netzes darunter leide.

Des weiteren empfiehlt der WAN-Experte die Verwendung von IPX- RIP/SAP-Filtern, die ein effizientes Management der LAN- und WAN- Bandbreite erlauben. Um schliesslich die Nutzlast der WAN- Verbindungen zu erhoehen, raet Gervais zum Einsatz von Packet- Bursts, wodurch sich ein Pingpong-Effekt bei der Uebertragung vermeiden lasse. Nuetzlich seien ausserdem Large Internet Packets (LIPs), die den Transport groesserer Frames ueber Router erlauben. Um LIPs verwenden zu koennen, muss unter Netware 3.11 das "PBURST.NLM" geladen werden. In den spaeteren Versionen 3.12 und 4.x ist das NLM bereits in die "Server.exe" integriert. Zusaetzlich ist fuer Netware 3.12 und 4.01 "PBWANFIX" erforderlich.

Um die Verwaltung solcher WANs, die eventuell bereits auf Novells Netware Directory Services (NDS) beruhen, zu vereinfachen, hat die Company in Nizza den "NDS Manager" vorgestellt. Mit Hilfe dieses Tools, das ueber eine grafische Benutzeroberflaeche verfuegt, koennen Systemadministratoren ihre NDS von jedem Client aus verwalten. Es stellt die Funktionen des "Partition Managers" bereit und erlaubt vom Client aus den Abruf von Reparatur- und Diagnosefunktionen.