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25.09.1992 - 

Kostenreduktion und bessere Informationsdienste

Network Management Forum für interoperables Netz-Management

MÜNCHEN (gh) - Eine der umfassendsten Industrie-Kooperationen in puncto Netzwerk-Management will das internationale Herstellerkonsortium Network Management Forum ins Leben rufen. Mit "Omnipoint 1" soll ab Oktober ein schriftlich dokumentiertes Realisierungsprofil für Hersteller, Diensteanbieter und Entwickler zur Verfügung stehen, das bis auf weiteres auf die Koexistenz von SNMP-beziehungsweise CMIP-Lösungen setzt.

Rund zwei Jahre dauerten nah Angaben der Dachorganisation, der mehr als 100 der weltweit wichtigsten TK- und Computerhersteller sowie Diensteanbieter angehören, die Arbeiten an Omnipoint 1. Das nun verabschiedete Profil repräsentiere, so seine Autoren, die gängigsten Standards, Spezifikationen und Technologien zur Sicherstellung eines systemübergreifenden Netzwerk-Managements. Dabei stehen vor allem zwei Zielsetzungen im Vordergrund: Eine Verbesserung der Informationsdienste für die Endanwender sowie eine Reduktion der immens hohen Management-Kosten heterogener Strukturen.

Bereits im Juli 1991 wurde ein erster Entwurf von Omnipoint vorgestellt, der eine Schnittstelle zur Realisierung einer verteilten Datenhaltung definierte sowie Spezifikationen für die jeweiligen Architekturen, Protokollvarianten, Objektdefinitionen und Konformitätstests beinhaltete. Das erste offizielle Omnipoint-Release dokumentiert und berücksichtigt nun darüber hinaus die Beschlüsse diverser mit dem Network Management Forum assoziierter Anwenderorganisationen und Standardisierungsgremien.

Im einzelnen sind dies die CMIP-/X.700-Standards und Implementierungsprofile von ISO und CCITT, die SNMP-Spezifikationen der Internet-Gemeinde sowie das Communications Management Application Programming Interface (XMP) von X/Open. In Omnipoint aufgelistet sind ferner zukünftige Modelle für das verteilte objektorientierte Management, darunter das von der Object Management Group entwickelte Messaging-System Common Object Request Broker Architecture (Corba).

Sowohl die Open Software Foundation (OSF) als auch Unix International sind derzeit nach Angaben des Forums dabei, im Zusammenhang mit DME beziehungsweise UI-Atlas die Omnipoint-Spezifikationen in ihre Entwicklungspläne einzubeziehen - ein Zeichen dafür, wie ein deutscher Vertreter des Forums gegenüber der COMPUTERWOCHE betonte, "daß die Hersteller schön jetzt Entwicklungsplattformen und Tools als OEM-Produkte beziehen können".

Hinzu komme, daß sowohl im kürzlich herausgegebenem "Government Network Management Profile" (GNMP) des US-amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) als auch innerhalb der regierungsamtlichen Beschaffungsrichtlinien Großbritanniens die Omnipoint-Spezifikationen bereits erwähnt werden.

Daß im Bereich Netzwerk-Management vielerorts vorhandenes Wunschdenken mit der Realität in Einklang zu bringen ist, mußten jedoch auch die Omnipoint-Initiatoren berücksichtigen. 1988 von AT&T und British Telecom unter dem Namen "OSI Management Forum" ins Leben gerufen, erfolgte bereits 1990 die Umorientierung und Umbenennung der Organisation in "Network Management Forum", weil man, so der Forum-Sprecher, "erkennen mußte, daß neben OSI auch noch andere Welten existieren".

Bis auf weiteres jedenfalls setzt man deshalb innerhalb des Herstellerkonsortiums auf eine Koexistenz beider Welten. SNMP- und CMIP-Lösungen, heißt es, müßten zusammenarbeiten. Omnipoint 1 soll die Arbeiten von OSF, Unix International sowie X/Open integrieren und gleichzeitig sicherstellen, daß sich Plattformen wie DME als Basis für systemübergreifende Management-Applikationen etablieren könnten. Darüber hinaus gelte es, die Verfügbarkeit entsprechender Produkte zu beschleunigen.