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08.05.1992 - 

CEBIT sieht in Fachmesse keine Konkurrenz

Networld in Europa mit Anlaufproblemen

FRANKFURT (pg) - Klein, aber keineswegs so fein wie das amerikanische Vorbild ist die erstmals in Europa abgehaltene "Networld" über die Bühne gegangen. Jedenfalls konnte die Messe die Erwartungen der Aussteller noch nicht erfüllen. Enttäuscht zeigten sie sich von der Besucherresonanz sowie von der Promotion und Organisation des Veranstalters, der Bruno Blenheim Inc.

Der erste Ableger der in den Vereinigten Staaten in Fachkreisen etablierten Networld war kein Reinfall, konnte aber auch die Erwartungen der vertretenen Hersteller nicht absolut befriedigen.

"Es muß sich noch viel ändern, weint die Networld den Ausstellern Anlaß geben soll, der CeBIT den Rücken zu kehren", äußerte Georg Mertens, Vertriebsleiter Inland der Datus GmbH, seine Enttäuschung über die Organisatoren.

Neben teuren Standgebühren, mangelnder Kommunikation im Vorfeld der Messe, dem ungünstigen Zeitpunkt kurz nach der CeBIT sowie der Bevorzugung amerikanischer Aussteller kritisierte der Datus-Vertreter vor allem die Promotion des Veranstalters für die Netzwerkmesse.

Mit fast allen Kritikpunkten, vor allem dem des schlechten Marketings, befand sich Mertens im Einklang mit nahezu allen anderen Ausstellern der Networld. Sogar Terri Holbrooke, Vice-President Corporate Communications der Novell Inc., die diese Fachmesse 1986 aus der Taufe hob und noch heute die Rechte am Namen "Networld" besitzt, warf der Bruno Blenheim Inc. "sehr schlechte Promotion" vor. Nach Ansicht nahezu aller ausstellenden Unternehmen hat der Veranstalter die Werbetrommel zu wenig gerührt und dadurch den geringen Besucherzustrom verschuldet.

Tatsächlich blieb die Resonanz des Publikums hinter den Vorstellungen der Aussteller zurück, lag aber weit über dem Zuspruch der ersten Veranstaltung in den USA im Jahr 1986. Gegenüber der CW sagte Adam Torres, Group Vice-President Networld der Bruno Blenheim Inc., der Veranstalter habe mit 7500 Besuchern für diese erste Ausstellung gerechnet. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses lagen noch keine endgültigen Besucherzahlen vor.

Zufrieden zeigten sich die beteiligten Firmen jedoch von der Fachkompetenz des Publikums. "Die Besucher, die kommen, sind absolute Fachleute", lobte Georg Göbel, Leiter Produkt-Marketing des deutschen Distributors Telemation.

Große Fachkompetenz des Networld-Publikums

Angetan von der Frankfurter Ausstellung waren größtenteils die Besucher. "Dieses Messekonzept ist im Vergleich zur CeBIT wesentlich familiärer und informativer", erklärte zum Beispiel Eberhard Littfaß, Netzadministrator der Carl Schenk AG in Darmstadt, den Vorteil der Networld gegenüber der Messe in Hannover. "Für meine Belange wird die CeBIT überflüssig, wenn sich diese Messe durchsetzt", beurteilte der Netz-Manager seine Messepräferenz. Wie die Anwender würden auch einige Aussteller künftig lieber nur eine der beiden Messen beschicken. "Wir würden uns wünschen, uns entweder nur an der CeBIT oder an der Networld beteiligen zu müssen", klagte Helmut Holighaus, Geschäftsführer der Adcomp GmbH, sein Leid über das immerwährende Messekarussell. "Großkunden, die für uns interessant sind, kommen aber lieber zu einer solchen Fachmesse als zur CeBIT, sagte Holighaus.

Gelassen gibt sich Jörg Schomburg, Geschäftsbereichsleiter CeBIT der Deutschen Messe AG in Hannover. "Die Akquisition Blenheims hat auf die CeBIT keinen Einfluß gehabt", bewertet Schomburg den Einfluß der amerikanischen Konkurrenz.

Es werde zwar immer Aussteller und Besucher geben, so der CeBIT-Verantwortliche, die nur zu Fachmessen gehen, da aber der Großteil der Hersteller in Hannover vertreten sei, sehe man das nicht weiter als problematisch an.