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08.09.1989 - 

Meganet GmbH, Köln, nach der Liberalisierung unter den Ersten in den VANS-Startlöchern

Netz im Netz: Verfügbarkeit und Sicherheit als Prioritäten

Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland nutzt die Meganet GmbH in Köln die Möglichkeiten der Liberalisierung im Bereich privater Datennetze. Der Diensteanbieter wurde im August 1988 gegründet. Anteilseigner sind zu etwa gleichen Teilen die Colonia Versicherung AG, der Gerling-Konzern, die Magdeburger Feuerversicherung AG und die Inteldat GmbH, eine Tochter der Deutsch-Atlantischen Telegraphen-Aktiengesellschaft.

Das Prinzip des Meganet ist leicht zu verstehen. Anwender im Bereich der Datenkommunikation mieten wie üblich eine beliebige Datenleitung, zum Beispiel Köln-Frankfurt, die als Direktrufverbindung geschaltet wird; das Besondere dabei ist, daß mit der Leitung automatisch Zusatzdienste gemietet werden, die im Preis bereits enthalten sind. Diese Zusatzdienste, die Meganet-Garantien, sind kürzere Netzlaufzeiten, höhere Verfügbarkeit, höhere Sicherheit, Service aus einer Hand, Transparenz und höhere Wirtschaftlichkeit.

Qualität steht im Meganet an erster Stelle, so daß höchster Wert auf die Erhöhung der Verfügbarkeit und der Sicherheit gelegt wird. Gesicherte Verfahren sollen gewährleisten, daß bei der Übertragung im Netz keine Daten verloren gehen oder verfälscht werden können. Leitungen und Netzwerktechnik sind den Verfügbarkeitsbedürfnissen entsprechend mehrfach ausgelegt.

Auch in puncto Sicherheit werden heute schon Maßnahmen getroffen, die zukünftigen Anforderungen in Datenschutz und Datensicherheit gerecht werden sollen. Durch modernste technische und organisatorische Sicherungsmaßnahmen werden sensible Stellen im Netzwerk neutralisiert. Ziel ist, daß Angriffe keine Auswirkungen auf den Netzbetrieb haben und Zugriffsversuche direkt unterdrückt und desensibilisiert werden. Dies geschieht, um nur zwei Beispiele zu nennen, durch spezielle Rückwahlmethoden bei Einwahlversuchen, oder durch Verschlüsselung auf den Datenleitungen oder auch durch Umrouten des Datenverkehrs im Risikofall.

Die Netzlaufzeit ist im Meganet ein besonderes Thema. Heute werden in Rechenzentren alle Wege genutzt, um Durchlaufzeiten bei Arbeitsvorgängen zu minimieren. Zeitersparnisse sind dabei schon im Bereich von Hundertstelsekunden von Interesse. Bisher konnte der Anwender nur bei sich im Rechenzentrum optimierend einwirken. Durch das flexible Angebot des privaten Netzbetreibers wird es möglich, selbst zu bestimmen, wie schnell die Daten übertragen werden sollen und dies kostenneutral. Dabei werden auch Übertragungsgeschwindigkeiten möglich, die in der Bundesrepublik bisher noch nicht angeboten wurden.

Zusätzlich der Service aus einer Hand

Zusätzlich zu den grundlegenden Übertragungsdiensten bietet die Meganet den Service aus einer Hand. Für alle Fragen bezüglich des jeweiligen firmeninternen Datennetzes gibt es nur einen Ansprechpartnere den Hotline-Service. Hier werden alle Fragen des Netznutzers auch zu allgemeinen Kommunikationsthemen bearbeitet. Auf Wunsch können alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Bundespost übernommen werden. Man gewinnt Arbeitszeit für die eigentlichen unternehmensbezogenen Aufgaben.

Durch Optimierung der jeweiligen Datennetze wird es Anwendern in privaten Datennetzen ermöglicht, Kommunikationskosten zu sparen, obwohl zusätzliche Dienste in Anspruch genommen werden können.

Meganet bietet noch eine andere Besonderheit; Transparenz in einer offenen Netzwerkarchitektur. Alle Datenübertragungsprotokolle, jede Hard- und Software kann angeschlossen werden, ohne daß Änderungen auf der Anwenderseite nötig sind. Die bisherige Kommunikationsstruktur des einzelnen Kunden wird nicht geändert.

Durch die neuen Möglichkeiten der privaten Datennetze lassen sich dringende Anwenderforderungen erfüllen, die bisher nicht durchgesetzt werden konnten. Ein Beispiel dafür ist die Flexibilität bei der Erfüllung individueller Wünsche bezüglich der Datenkommunikationsgeschwindigkeiten. Der Mehrwertdienst-Anbieter hat hier die Möglichkeit aus dem starren Angebotsmuster auszubrechen und dem Anwender eine individuelle Lösung zu bieten, die genau seinen Anforderungen entspricht. Die Übertragungsgeschwindigkeit ist für den Nutzer kostenneutral.

Neben den Garantien, den kostenlosen Grunddiensten, bieten die Kölner auch Zusatzdienste, die auf Bestellung genutzt werden können. Dies sind zum Beispiel Auswertungsdienste, über die Qualität des jeweiligen Firmennetzwerkes oder über Nutzungsgrade, die auf die Spitzenzeiten der innerbetrieblichen Aktivitäten hinweisen; Dokumentationen über die Ergebnisse können individuell erstellt werden. Rechnungen können anwendungsgerecht, zum Beispiel nach Kostenstellen oder Kostenarten gestellt werden, zum Beispiel auch als Zusatz auf Diskette für die elektronische Weiterverarbeitung.

Meganet bietet seinen Teilnehmern noch weitere Möglichkeiten, die den speziellen Charakter der Mehrwertdienste ausmachen. Durch die Kommunikationsunterstützung aus einer Hand lassen sich - so Meganet - Qualitäten verwirklichen, die vorher so nicht möglich waren. Der Wert der unternehmensweiten Kommunikationseinrichtungen werde gesteigert, ein Mehrwert entsteht.

Das Netzwerk des neuen Unternehmens wird von einem zentralen Netzkontrollzentrum (NKZ) aus gesteuert, das genau wie die Meganet GmbH seinen Sitz in Köln hat. Um die Netzkontrolle, -überwachung und -steuerung zu unterstützen, wird ein Netzwerk-Management-System (NMS) eingesetzt.

Mit diesem System können die Statusmeldungen aller Netzkomponenten abgefragt und von der Weltkarte bis in den letzten Eingangsport eines Netzknotens grafisch dargestellt werden. Auch Alarmmeldungen werden so dargestellt und zusätzlich akustisch ausgegeben.

Alle Netzknoten-Konfigurationen können zentral abgefragt und modifiziert werden. Als besonderen Mehrwertdienst will die Meganet ermöglichen, daß jeder einzelne Netzteilnehmer Informationen aus dem Netzmanagement-System über sein persönliches Netzwerk erhält. Dies könnte zum Beispiel ein monatliches aktualisiertes Schaubild des Unternehmensnetzwerkes sein. Den Vorstellungen des Anwenders sind keine Grenzen gesetzt.

Eine Palette ungenutzter Möglichkeiten

Die Beispiele sollen zeigen, daß es eine Palette neuer Möglichkeiten gibt, die bisher wegen des Bewußtseins der fehlenden Realisierbarkeit im Verborgenen schlummerten. Um die Thematik zu vertiefen, sollen hier noch einige Fallbeispiele erläutert werden.

Fallbeispiel: Direktrufverbindung

Angenommen der Datenkommunikationsanwender nutzt heute Direktrufverbindungen, um sein Netz zu gestalten; im Normalfall werden dabei Zweigniederlassungen sternförmig an die Zentrale angebunden. Im Meganet werden die Direktverbindungen logisch beibehalten. Zusätzlich wird aber die Vermaschung des Mehrwertdienst-Netzes genutzt. Nach der Umwandlung in Meganet-Verbindungen hat der Nutzer quasi ein Netz im Netz. Bis auf die spürbare Antwortzeitverbesserung und die höhere Verfügbarkeit ändert sich am Netzbetrieb des Kunden technisch nichts.

Der Service aus einer Hand bedeutet bei Meganet: Der Netznutzer hat in ganz Deutschland nur noch einen Ansprechpartner, den Hotline-Service. Der Nutzer kann kostenneutral beliebige Übertragungsgeschwindigkeiten wählen. Die Direktrufverbindung wird aus verschiedenen Gründen wirtschaftlicher und der Kunde kann kostenlose Zusatzdienste, die Meganet-Mehrwertdienste, nutzen.

Fallbeispiel: Laufzeitverbesserung

Heute gibt es im Normalfall die Möglichkeit bei der Datenübertragung 9,6 KBit/s zu nutzen. Wenn höhere Geschwindigkeiten genutzt werden sollen, müssen direkt 64 KBit/s genutzt werden. Die dazu notwendigen Änderungen sind genau wie die 64-KBit/s-Leitungen recht kostspielig.

Im Meganet lassen sich alle Übertragungsgeschwindigkeiten ohne Mehrkosten wählen. So ist zum Beispiel auch die Geschwindigkeit 19,2 KBit/s nutzbar, die ohne Anpassung eine erhebliche Reduzierung der Netzlaufzeit ermöglicht.

Fallbeispiel: Sicherheitsservices

In den Meganet-Grundleistungen und den Meganet-Garantien sind bereits Sicherheitsdienste enthalten, die über das sonst übliche Maß hinausgehen, aber trotzdem im Preis enthalten sind. Dies sind Services, wie redundante Vermaschung, alternatives automatisches Routen, erhöhte Kapazität, Verschlüsselung oder Tag-und-Nacht-Service. Hinzu kommen Möglichkeiten für den Einwahlschutz bei Wählverbindungen und das zusätzliche Backup über Wählleitungen. Darüber hinaus bietet Meganet noch Zusatzleistungen an, die auf Wunsch bestellt werden können. Hier sind die Möglichkeiten der Kryptographie, der Authentifizierung (beziehungsweise Identifikation) oder des Backup-Rechenzentrums zu nennen.

Fallbeispiel: Verbindungen zu Agenturen

Die Anbindung von Agenturen, gerade im Versicherungsbereich ist mit nicht unwesentlichen Problemen verbunden, da es aufgrund des relativ geringen Datenverkehrs schwierig ist, kostengünstige Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen, die auch noch in Relation zum Nutzeffekt stehen.

Im Normalfall werden zur Agenturkommunikation Datex-Verbindungen aufgebaut, deren Kosten aber sehr hoch sind. Desweiteren gibt es die Möglichkeit, zum Beispiel geschlossene Btx-Benutzergruppen zu bilden; -hier muß man aber mit nicht unerheblichen Hard- und Softwareaufwendungen rechnen. Außerdem sind die ergonomischen Mängel wegen der geringen Übertragungs-Geschwindigkeit (1200/75 Bit/s) erheblich.

Weil im Meganet Synergieeffekte genutzt werden können, wird es möglich, die technischen Vorteile der Datex-Verbindungen mit den Wirtschaftlichen Vorteilen der Telefonverbindungen zu verknüpfen. Dabei ist zu berücksichtigen, daß nach statistischen Erhebungen ungefähr 40 Prozent aller Agenturen im Ortsnetzbereich von Großstädten angesiedelt sind.