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Nokia entlässt, Juniper und Foundry melden gute Zahlen


18.04.2003 - 

Netzausrüster senden unterschiedliche Signale

MÜNCHEN (CW) - Zeichnet sich für die zuletzt arg gebeutelte Branche der Netzausrüster eine Erholung ab? Dieser Eindruck könnte sich nach den guten Zahlen von Juniper Networks und Foundry Networks im ersten Quartal aufdrängen. Der finnische Nokia-Konzern gab indes für seine Netzsparte keine Entwarnung und kündigte den Abbau von weiteren 1800 Stellen an.

Sowohl Juniper als auch Foundry sorgten mit ihren Quartalsberichten Mitte vergangener Woche an der Wallstreet für Aufsehen. Beide kalifornischen Netzspezialisten übertrafen nach zuletzt sehr durchwachsenen Ergebnissen in ihrem ersten Quartal die Erwartungen der Analysten deutlich. So konnte Juniper den Umsatz gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode um 29 Prozent von 122,2 auf 157,2 Millionen Dollar steigern, der Nettogewinn belief sich nach einem Verlust von 46 Millionen Dollar oder 14 Cent je Aktie im ersten Quartal 2002 auf nun 3,7 Millionen Dollar beziehungsweise einen Cent pro Anteilschein. Foundry Networks meldete, dass die Einnahmen nach vorläufigen Zahlen im ersten Quartal 2003 zwischen 89 und 91 Millionen Dollar liegen werden. Unter dem Strich soll dabei ein Nettoprofit je Aktie zwischen neun und elf Cent herauskommen. Ein Jahr zuvor hatte die Company die entsprechende Berichtsperiode noch mit einem Umsatz von 62,4 Millionen Dollar und einem Gewinn von nur einem Cent pro Anteilschein abgeschlossen.

Ausblick gibt Anlass zu verhaltenem Optimismus

Die Aktien beider Firmen, die mit ihren für breitbandigen Netzverkehr ausgelegten Switches und Vermittlungsrechnern hauptsächlich große Carrier beliefern, legten daraufhin deutlich zu. Auch das Papier von Cisco Systems profitierte von der guten Stimmung geringfügig. Was die Wallstreet besonders aufhorchen ließ, war der verhältnismäßig gute Ausblick. So sprach Juniper-CEO Scott Kriens von einem "soliden ersten Quartal" und lehnte sich bezüglich des zweiten Quartals mit der Prognose einer rund zweiprozentigen Umsatzsteigerung gegenüber dem ersten Quartal sowie einem Nettoprofit von mindestens zwei Cent je Aktie aus dem Fenster. Die meisten Analysten hatten nur mit einem Cent gerechnet. Das Volumen der Auftragseingänge sei nun wieder höher als das der Auslieferungen, begründete Kriens in einer Analystenkonferenz seinen Optimismus.

Dass diese schwachen Signale für einen Aufschwung im Netzausrüstergeschäft noch sehr zurückhaltend bewertet werden müssen, macht jedoch die aktuelle Situation bei Nokia deutlich. Der finnische Konzern kündigte Ende vergangener Woche die Entlassung weiterer 1800 Mitarbeiter in seiner Netzsparte an und dokumentierte damit, dass es zumindest im Geschäft mit Vermittlungsstationen für Mobilfunknetze noch keine Entwarnung gibt. Nach Angaben von Nokia haben die Mobilfunkbetreiber ihre Ausgaben in den vergangenen Monaten weiter zurückgefahren. Dies gelte sowohl für Nachrüstungsinvestitionen bestehender GSM-Infrastrukturen als auch für den Aufbau der neuen UMTS-Netze.

Das Unternehmen hatte bereits im Februar 550 Stellen in seiner Netzsparte gestrichen, die rund 20 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt. Seinerzeit hatte es geheißen, dass man im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang im Bereich Netztechnik zwischen 15 und 20 Prozent rechne. Von den nun angekündigten Maßnahmen sind abermals vor allem Mitarbeiter in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb betroffen. Rund 1100 der zur Disposition stehenden 1800 Arbeitplätze sollen in Finnland wegfallen. Damit sinkt die Zahl der in diesem Konzernbereich Beschäftigten auf rund 15 000. (gh)