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22 Milliarden Dollar Schulden mit Glasfasernetzen

Netzbetreiber Global Crossing ist pleite

01.02.2002
MÜNCHEN (CW) - Global Crossing, einer der weltgrößten Betreiber von Glasfasernetzen, ist zahlungsunfähig. Ob das Management ein geplantes Restrukturierungskonzept umsetzen kann, hängt von den Insolvenzbehörden ab. Zwei asiatische Konzerne haben angekündigt, rund 750 Millionen Dollar zu investieren.

Am 28. Januar beantragte Global Crossing Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-amerikanischen Konkursgesetzes. An der New York Stock Exchange wurde die Aktie kurz darauf aus dem Handel genommen. Unternehmenssprecherin Becky Yeamans erklärte am gleichen Tag, die rund 85000 Kunden könnten die Leistungen des Netzbetreibers unverändert nutzen.

Die Hoffnungen der Firma mit Hauptsitz in Hamilton, Bermuda, ruhen jetzt auf zwei Investoren: Offiziellen Angaben zufolge wollen die asiatischen Konzerne Hutchison Whampoa Ltd. und Singapore Technologies Telemedia zusammen 750 Millionen Dollar investieren, vorausgesetzt, die Insolvenzbehörden in New York und Hamilton stimmen dem vorgelegten Restrukturierungskonzept zu.

Altaktionäre stehen mit leeren Händen da

Aus dem Umfeld des Anbieters ist zu hören, die Asiaten hätten eine Absichtserklärung unterzeichnet, derzufolge sie 60 Prozent des reorganisierten Unternehmens übernehmen wollen. Verlierer sind die Altaktionäre, deren Papiere nach den vorliegenden Plänen wertlos würden.

Ob das Management die Verbindlichkeiten von rund 22,4 Milliarden Dollar jemals abbauen kann, ist offen. Mit hohem finanziellem Aufwand hat Global Crossing ein Glasfasernetz aufgebaut, das rund 27 Länder und 200 große Städte verbindet. Das Geld stammte zu großen Teilen aus dem Börsengang von 1998. Zu den Kunden zählen Großunternehmen und internationale Carrier wie die Deutsche Telekom, die ihr transatlantisches Geschäft über die Infrastruktur des Unternehmens abwickeln. Gegenwärtig beschäftigt der 1997 gegründete Netzbetreiber 8000 Mitarbeiter, davon rund 2000 in Europa.

Die schnelle Expansion wurde durch das Geld verschiedener Wagniskapitalgeber ermöglicht. Im Jahr 2000 erreichte die Marktkapitalisierung mit rund 48 Milliarden Dollar einen Höchststand. Seitdem ging es bergab.

Teures Netz nicht ausgelastet

Spätestens seit Mitte letzten Jahres befindet sich der Telekommunikationsmarkt im freien Fall, die teuren Networks wurden nur zu einem geringen Teil ausgelastet. Auch Konkurrenten wie Level 3 und Qwest sind davon betroffen. Für das abgelaufene dritte Quartal verbuchte Global Crossing einen Nettoverlust von 3,4 Milliarden Dollar.

Sollte das Unternehmen überleben, würde dies die Branche nur noch tiefer in den Strudel ziehen, glauben Experten. Befreit von der Schuldenlast, könnte der Anbieter die Preise für seine Dienste senken und so die ohnehin dünnen Margen im Netzgeschäft weiter drücken. Der Ausstieg des Betreibers würde sich hingegen positiv auf die von Überkapazitäten geplagte Branche auswirken.

Für potenzielle Investoren ist das Hochleistungsnetz von Global Crossing nun zum Schnäppchenpreis zu haben, spekulieren Branchenkenner. Nach geltendem Recht muss das Insolvenzgericht anderen Unternehmen ermöglichen, die Offerte von Hutchison und Singapore Technologies zu überbieten.

Zu den möglichen Interessenten zählen unter anderem die Telekom sowie die US-Firmen Verizon Communications und SBC Communications. (wh)