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Neue Diebold-Untersuchung analysiert Markt für Terminals:


11.01.1985 - 

Netzfähigkeit stärkt Mikrocomputer

FRANKFURT - Terminals und Terminalsysteme bilden einen der am stärksten expandierenden Teilmärkte der Informationstechnik. In Ihrer neuesten Untersuchung nahm die Diebold Deutschland GmbH jetzt dieses Segment nach Bereichen wie Hersteller, Systemtechnik und Anwendungen unter die Lupe.

Dabei entdeckten die Frankfurter Marktforscher im wesentlichen drei Gründe für die zunehmende Marktausdehnung:

- In der DV-Technik führen sowohl zentrale als auch dezentrale organisatorische und systemtechnische Konzepte zu steigenden Bestandszahlen an Terminals und Terminalsystemen.

- In der Kommunikationstechnik fördern die Trendlinien bei Übertragungssystemen, Endgeräten und Kommunikationsdiensten die Ausdehnung des Einsatzstandes

- In der Bürotechnik bedingt die Geräte- und Funktionsintegration und -verzahnung teilweise ebenfalls ein Wachstum des Terminalmarktes.

Die zukünftige Entwicklung ist vor allem von folgenden Faktoren abhängig:

- Systemtechnische Weiterentwicklung bei Gerätekomponenten und Kommunikationsstrukturen sowohl bei Teilnehmerdiensten als auch bei betriebsinternen (lokalen) Netzen.

- Vertriebspolitische Orientierung der führenden Anbieter. Dabei kommt der zukünftigen Marktpolitik von IBM eine entscheidende Bedeutung zu. Die Ursache hierfür liegt einmal in der dominierenden Marktstellung von IBM bei Terminals und Terminalsystemen über die Modellreihe 3270 mit breiter Kundenbasis. Nach dem massiven Eintritt von IBM in den Markt für Mikrocomputer werden wegen der Kommunikationsfähigkeit dieser relativ neuen Produktgruppe Substitutionseffekte mit dem Markt für Terminals auftreten,

- Marketing- und Gebührenpolitik der Deutschen Bundespost bei der Bürokommunikation mit wesentlichen Konsequenzen für den Endgerätemarkt wie Terminals, Teletex- und Bildschirmtextterminals.

- Abhängigkeiten zwischen den korrespondierenden Märkten von Terminals zu anderen Produktsystemen für eine Vielzahl von Applikationen.

Im Bereich Bildschirmterminals bieten wegen der Marktverbreitung und der bestehenden Kundenbasis von IBM bei 327X-Terminals eine Reihe von Herstellern IBM-steckerkompatible Bildschirmterminalsysteme an.

Bei Einzelstationen ist über die integrierte Steuereinheit unmittelbar eine Kompatibilität mit IBM-Rechnern gegeben. Bei Clustersystemen sind je nach Systemkonzept die angebotenen Bildschirmterminals mit IBM-Kontrolleinheiten kompatibel. Bei der Mehrheit der angebotenen Systeme besteht jedoch eine Steckerkompatibilität nicht direkt mit IBM-Kontrolleinheiten, sondern ab einer eigenen Steuereinheit gegenüber IBM-Rechnersystemen. Dies bedeutet, daß die Bildschirmterminals und der Steuerrechner nur als Paket gegenüber IBM-Anlagen kompatibel sind und gemeinsam vermerktet werden müssen.

Vergleichbare Konzepte bestehen auch zu den Rechnersystemen anderer Hersteller wie Siemens, wobei diese Teilmärkte gegenüber dem Markt für IBM-kompatible Terminals von untergeordneter Bedeutung

sind.

Als besondere Produktlinie ist die Gruppe der grafischen Bildschirmterminals anzusehen. Während sich bei den üblichen Bildschirmterminals die Darstellung auf alphanumerische Zeichen beschränkt, ermöglichen Grafiksysteme auch das Generieren und Wiedergeben von grafischen Elementen wie Linien und Bilder, die aus Punkten zusammengesetzt werden und auf einem Monitor erscheinen. Derartige Systeme erfordern zusätzliche Hardware- und Softwareelemente, wie

- Hardware - spezielle Bildröhren- und Ablenktechniken, erweiterte Bildspeicher, teilweise auch eigene Bildschirmprozessoren,

- Software - spezielle Subroutinen für Bildschirmspeicher und Zeichengenerierung.

Mehrfunktionsterminals bilden eine sehr heterogene Produktgruppe, deren Definition nach verschiedenen Kriterien aufgebaut werden kann. Wesentliche Kriterien gegenüber Bildschirm- und Druckerterminals sind die freie Programmierbarkeit sowie der Anschluß von unterschiedlicher Peripherieausstattung.

Gerade bei Mehrfunktionsterminals ergeben sich die bereits dargestellten Interdependenzen mit anderen Märkten. Systemaufbau, Preishierarchie, Anwendungs- und Marketingorientierung lassen jedoch eine adäquate Zuordnung von vergleichbaren Gerätesystemen zum Terminalmarkt (und damit nicht zu anderen Märkten) zu.

Der wesentliche Unterschied zu Mikrocomputern liegt in der einsatztechnischen Orientierung von Terminals auf den Verbund mit Rechnersystemen. Mikrocomputer für den professionellen Einsatz haben weitgehend dieselben Gerätemerkmale. Sie werden jedoch gegenwärtig noch überwiegend als autonome Arbeitsplatzrechner eingesetzt.

Für die gegenwärtige und zukünftige Marktentwicklung im Untersuchungszeitraum sind systemtechnisch die folgenden Entwicklungen von Bedeutung:

(1) Bei den relevanten Hardwarekomponenten wie Mikroprozessoren, Speichern und der Ein-/Ausgabeperipherie wird sich das Preis-/Leistungsverhältnis weiterhin erheblich verbessern. Durch den modularen Geräteaufbau werden Weiterentwicklungen aus anderen Sektoren der DV-Technik auch in die Terminalmärkte gerätetechnisch integriert werden.

(2) Durch die systemtechnische Entwicklung der Gerätekonzepte wird die Verzahnung des Terminalmarktes mit den Märkten für Büro-, Mikro- und Minicomputer, Textsysteme und Kommunikationssysteme weiter zunehmen. Die Abgrenzung des Terminalmarktes wird zukünftig noch stärker als bisher nach Marketinggesichtspunkten erfolgen müssen.

(3) Zwischen den Teilmärkten des Terminalmarktes werden sich die Interdependenzen durch nachfolgende Tendenzen ebenfalls

verstärken:

- zunehmende Grafikfähigkeiten von universellen Terminals,

- Ausbau von Drucker- und Bildschirmterminals zu Terminals mit verschiedenen Funktionen, zum Beispiel durch preisgünstige Hardware- und Softwarekomponenten (Zusatzmodule etc.).

(4) Terminals sind als benutzernahe Endgeräte von der zukünftigen Weiterentwicklung der Rechner der Hintergrundsysteme abhängig. Bis auf spezielle Applikationen werden sich systemtechnische Neuerungen und Leistungsverbesserungen daher nur dann in größerem Umfang marktwirksam durchsetzen, wenn sie mit den Marktstandards der führenden DV-Hersteller kompatibel sind.

(5) Wegen der Einbettung von Terminals in Kommunikationsstrukturen ist die weitere Entwicklung der Kommunikationswege ebenfalls ein marktbestimmender Faktor. Dabei sind verschiedene Marktsektoren zu unterscheiden:

- Infrastruktur und Dienstleistungen der Deutschen Bundespost für die Telekommunikation

Als Einflußgröße für den Terminalmarkt sind Annahmen über die Angebots- und Gebührenpolitik der Deutschen Bundespost bei öffentlichen Netzen zu treffen.

- Lokale Netze

Hierbei bestehen noch allgemeine Engpaßfaktoren, so zum Beispiel eine Systemvielfalt mit dem Versuch verschiedener Anbietergruppen, Standards im Markt zu entwickeln und gegen andere Anbieter durchzusetzen. Die Weiterentwicklung der gegenwärtigen Standards im Terminalmarkt, wie zum Beispiel Kompatibilität zu IBM-327X-Einsatzbereichen, wird ebenfalls von der Vertriebspolitik der führenden Anbieter maßgebend beeinflußt.

Interdependenzen zwischen den Märkten für Terminals und Mikrocomputer ergeben sich systemtechnisch durch den Ausbau von Mikrocomputern zu multifunktionalen Arbeitsstationen mit Netzfähigkeit über Hardware- und Softwareeigenschaften. Von der Terminalseite aus ergeben sich Integrationseffekte, indem durch zusätzliche Leistungsmerkmale Anwendungsfehler für Mikrocomputer im professionellen Einsatz erreicht werden. Diese systemtechnische Integration wird entscheidend unterstützt durch vertriebspolitische Überlegungen. So bezieht IBM Mikrocomputer in die DV-Hierarchie ein, indem sie mit SNA-Netzen (System Network Architecture) kommunizieren können und insbesondere mit Terminals kompatibel werden.

Substitutionseffekte im Terminalmarkt durch Mikrocomputer vor allem im wichtigen Abnehmerbereich der Großkunden werden dann verstärkt eintreten, wenn folgende Restriktionen aufgehoben werden:

- Verbesserte Kommunikationsfähigkeit von Mikrocomputern mit den Hintergrundrechnern, das heißt, Integrationsmöglichkeiten in bestehende Systeme.

- Einheitliche Standards bei Netzen.

- Erleichterter Datenaustausch zwischen diversen Programmen.

Die zukünftige Marktentwicklung von Terminals und Terminalsystemen wird von folgenden Faktoren bestimmt:

(1) Systemtechnische Aspekte

Auch zukünftig sind weitere Verbesserungen des Preis/Leistungs-Verhältnisses bei Hardware- und Softwarekomponenten zu erwarten. Positive Impulse für den Einsatz ergeben sich neben der Gerätetechnik vor allem durch die Kommunikationstechnik mit erweitertem Angebot von Kommunikationsstrukturen, sowohl für lokale als auch für öffentliche Übertragungsdienste und -wege.

(2) Korrespondierende Märkte

Interdependenzen werden zwischen dem Terminalmarkt und folgenden Märkten auftreten:

- Mikrocomputer

Netzfähige Mikrocomputer und Mehrfunktionsterminals werden weitgehend identische Systemmerkmale und Einsatzfelder aufweisen. Der Integrationsgrad beider Märkte wird weitgehend von der Marktstrategie der fahrenden Anbieter abhängig sein. Die Schwerpunktbildung wird vor allem von Vertriebswegfaktoren und den Zielgruppen der Anbieter bestimmt. Etwa 10 bis 15 Prozent der 1989 installierten Terminals sind Mikrocomputer.

- Bildschirmtext und Teletex

Diese neuen Dienste führen einmal zur Entwicklung von speziellen Terminals sowie zum Angebot von entsprechenden Funktionserweiterungen für Terminalgeräte.

- Bürocomputer

Die Marktintegration erfolgt durch den Trend zur dezentralen Datenverarbeitung mit Anschluß an zentrale Host-Rechner. Der Wettbewerb zwischen Bürocomputern und Mehrfunktionsterminals wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen.

(3) Marktpotential

Aufgrund des Systemverbundes ist die zukünftige Ausdehnung des Terminalmarktes von der Einsatzentwicklung der vorgeschalteten Computersysteme abhängig.