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16.06.1995

Netzgebuehren/Internationale Kooperation als Basis bedarfsorientierter Offerten Angebotsvielfalt ermoeglicht individuelle Preisgestaltung

Das noch bestehende Infrastrukturmonopol der nationalen Telekom- Gesellschaften legt gewisse Einkaufspreise als Untergrenze zugrunde. Trotzdem kann ein Privatanbieter sein Angebotsmix preislich so interessant gestalten, dass fuer den Kunden gegenueber seiner bisherigen Loesung Kostenvorteile von bis zu 50 Prozent bei gleichzeitiger Verbesserung des Service zu erreichen sind. Wie sich die Info AG in diesem Markt positioniert, beschreibt Doris Jessen*.

Die Info AG war 1989 einer der ersten private Wettbewerber in Sachen Netzwerk-Service auf dem deutschen Markt. Seit Sommer 1993 gehoert sie mehrheitlich zur France Telecom Transpac (FTT) und repraesentiert den groessten auslaendischen Netzanteil des 17 Laender umfassenden europaeischen FTT-Netzverbundes, der nahtlos arbeitet und daher ohne Schnittstellen auskommt. Sie ist und bleibt damit nationaler und internationaler Wettbewerber der Deutschen Telekom AG und aller anderen europaeischen Netzbetreiber.

War in den Anfangsjahren der privaten Netzdienste das X.25- Protokoll mit einigen Netzwerk-Management-Funktionen noch ein ausreichend attraktiver Service, so reicht dies heute bei weitem nicht mehr aus, um Neukunden zu akquirieren: "Das massgeschneiderte Angebot mit umfangreicher Dienstevielfalt ist ein Muss fuer jeden privaten Netzanbieter", sagt Klaus-Olaf Zehle, Generalbevollmaechtigter fuer Marketing und Vertrieb der Info AG in Hamburg.

Interessante Kombination der Verbindungsarten

Dies gilt vor allem deshalb, weil unterschiedliche Techniken und Service-Levels natuerlich auch Preisdifferenzierungen ermoeglichen. Oft wird fuer einen Kunden erst die individuelle Kombination aus den unterschiedlichen Verbindungsarten kostenmaessig interessant.

Die Info AG bietet daher neben ihrem Basisprodukt Paketvermittlung ueber X.25 und Frame Relay eine Vielzahl weiterer Dienste an. Dazu gehoeren Festverbindungen, Waehlverbindungen (analog und ISDN), ISDN-D-Kanal, intelligente Netzfunktionen (zum Beispiel "call redirection"), LAN-LAN-Kopplung unter anderem durch Router-Systeme sowie Leitungsbackup und Netzueberwachung bis zum und am Kundenstandort. Besondere Bedeutung kommt seit Anfang dieses Jahres dem Messaging Service "Atlas 400" zu, der mit allen modernen E-Mail-Funktionen sowie Internet- und Compuserve-Zugaengen ausgestattet ist.

Alle Produkte der Info AG sind Bestandteil des sogenannten

"Corporate Offer" der FTT und werden damit europaweit zu einheitlichen Preisen angeboten. Aufgrund dieser Produktvielfalt ist es der FTT-Gruppe jedoch moeglich, sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich im Rahmen des allgemein am Markt bestehenden Preisniveaus anzubieten.

So betraegt der Portpreis fuer eine nationale Datendirektverbindung mit der Geschwindigkeit 9,6 kbit/s pro Monat 200 Mark. Die Volumenpreise liegen in Abhaengigkeit von Mindestvolumengebuehren pro Anschluss zwischen 16 und 5,60 Mark fuer ein MB. Laeuft der Datenverkehr in Deutschland nur in einem Bundesland, sind Rabatte innerhalb regionaler Grenzen moeglich.

Die Uebertragungsgebuehren im internationalen Datenkommunikationsverkehr betragen in Abhaengigkeit von der Mindestvolumengebuehr zwischen 74 und 18 Mark pro MB. Sie sind unabhaengig von den miteinander kommunizierenden Laendern und Entfernungen sowie wettbewerbsfaehig gegenueber den internationalen Mietleitungen gleicher Geschwindigkeit.

Langzeitvertraege mit Sonderkonditionen

Neben den Listenpreisen, die auch tageszeitabhaengige Unterschiede vorsehen, sind Mengenrabatte je nach Anschlussanzahl und Mehrjahresvertraege mit Sonderkonditionen moeglich. Ausserdem gibt es je nach Leitungsgeschwindigkeit Obergrenzen fuer Volumengebuehren. Fuer Frame Relay-Verbindungen gelten europaweit einheitliche Portpreise, die das nationale Volumen enthalten. Fuer das internationale Datenaufkommen sind die Preise von einer vereinbarten "Committed Information Rate" (CIR; von 0 bis 1920 kbit/s) abhaengig.

Wie setzen sich die Preise zusammen? Die Kommunikationsverbindung besteht aus bis zu vier Elementen: Als Basis liegt ihr immer die Standardfestverbindung (SFV; Monopolleitung der Deutschen Telekom AG) oder eine Datendirektverbindung (der Deutschen Telekom AG oder der Info AG) zugrunde. Die zweite Komponente ist der Anschlussport mit dem entsprechenden technischen Support, den die Info AG komplett uebernimmt. Als variabler Teil kommen die monatlichen Volumengebuehren und eventuelle Aufwendungen fuer Mehrwertdienste (Dial Backup, Netzwerk-Management, Atlas 400 und aehnliches) hinzu.

Aufgrund der hohen Flaechendeckung des europaeischen FTT-Netzes kann die Info AG in jedem Land durch kuerzestmoegliche Zugangsleitungen im jeweiligen nationalen Ortsbereich die Basiskosten fuer die erste Komponente, die Monopolleitung, gering halten. Ausserhalb Europas arbeitet die FTT-Gruppe mit den Privatanbietern Infonet (zu zirka 22 Prozent im Eigentum der France Telecom Transpac) und US Sprint zusammen und ist daher von deren Preisgestaltung abhaengig.

Als Hauptkundengruppe der Info AG bezeichnet Manager Zehle "Unternehmen mit einem oder mehreren deutschen Standorten und quantitativ und qualitativ vielfaeltigen internationalen Kommunikationsbeduerfnissen". Durch die Flaechendeckung sieht sich die Info AG in der Lage, auch Firmen, deren Standorte nicht nur in den Haupt- und Grossstaedten vertreten sind, guenstige Konditionen zu bieten.

Gerade Kunden mit sehr unterschiedlichen Kommunikationsbeduerfnissen koennen eine massgeschneiderte Netztopologie bekommen, in der jede einzelne Kommunikationsverbindung mit optimalem Preis-Leistungs-Verhaeltnis kalkuliert ist und das Angebot des FTT-Verbundes voll ausgenutzt wird: von der DDV in Hamburg, Bordeaux, Bukarest, Dublin, Lausanne bis zur gelegentlich benoetigten VSAT-Verbindung nach Warschau, ueber zahlreiche ISDN-Anschluesse bis hin zum internationalen E- Mail-Service Atlas 400.

Von Vorteil ist auch die Komplettabwicklung von Netzplanung, aufbau und -ueberwachung, die fuer ein deutsches Unternehmen ausschliesslich von der Info AG in Deutschland uebernommen wird - egal wie viele Laender das "virtual private network" des Kunden umfasst. Auch wenn sich dies nicht sofort in den einzelnen Leitungspreisen niederschlaegt, so erspart es doch umstaendliche Verhandlungen mit den einzelnen nationalen Netzanbietern und damit Organisationskosten.

ATM wird neue Runde im Preiskampf eroeffnen

Last, not least lassen sich auch Kombinationsangebote vereinbaren, wenn ein Unternehmen zugleich Kunde des Netzwerk-Service und des Ausweich-Rechenzentrums der Info AG ist.

Typischen Preiskalkulationen liegen volumenabhaengige Tarife zugrunde, die jeweils fuer virtuelle Verbindungen (LVU = Liason Virtuelle Unitaire) im Netz der FTT vereinbart sind. Dabei ist ein Mindestumsatz je Verbindung vorgesehen. Zusaetzlich ist geschwindigkeitsabhaengig eine Obergrenze (Price Cap) festgelegt, die eine sichere maximale Kostengroesse pro Monat angibt. Die Price Caps orientieren sich an den Kosten fuer internationale Mietleitungen und werden stets als Alternative zu diesen angeboten.

Seit Januar 1995 bietet die Info AG den E-Mail-Dienst Atlas 400 an. Diesen Dienst (X.400-Protokoll) vermarktet France Telecom Transpac seit einigen Jahren in Frankreich und Schweden. Atlas 400 ermoeglicht verschiedene Zu- und Ausgaenge ueber Standardprotokolle und -schnittstellen. Dazu gehoeren Server-Anbindungen

fuer Anwendergruppen in LANs oder Host-basierten Netzen, remote Client-Anbindungen (User Agents) fuer Stand-alone-PCs, die Kooperation mit mehr als 110 E-Mail-Diensteanbietern, Uebergaenge zu Internet- und Compuserve-Anwendern sowie Telex- und Fax-Ausgaenge. Die Tabelle erlaubt die Einordnung dieses Dienstes der Info AG im deutschen Markt.

Als kuenftiges Angebot fuer internationale Kunden plant die Info AG ab Oktober 1995 einen speziellen Frame Relay-Service mit Netzlaufzeiten von 60 Millisekunden. "Der Ausbau des europaeischen Hochgeschwindigkeits-Backbones erfolgt schnell", erlaeutert Zehle die Zukunft der Info AG im Verbund der FTT-Gruppe. "France Telecom Transpac ist ausserdem Partner im europaeischen ATM-Projekt und wird Hochgeschwindigkeits-Verbindungen bis 34 MB/s ueber ATM anbieten." Die Preise fuer diese neuen Angebote sind - aehnlich wie bei den Wettbewerbern - noch nicht zur Veroeffentlichung freigegeben. Zehle ist auf harte Auseinandersetzungen am Markt eingestellt: "Aufgrund des starken Konkurrenzkampfes wird sicherlich nur der Anbieter ueberleben, der ein faires Preis-Leistungsangebot garantiert."

*Doris Jessen ist Pressesprecherin der Info AG.