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07.09.1990 - 

Mutter und Töchter arbeiten bei Discountregelung zusammen

Netzspezialist Novell will jetzt im grauen Markt aufräumen

MÜNCHEN (jm) - Wegen der zunehmenden Verärgerung von Anwendern, die Originalprodukte gekauft, aber hiermit kein Anrecht auf Support-Leistungen von Novell erworben hatten, geht der Netzwerkspezialist nun weltweit gegen Software-Trittbrettfahrer vor.

Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Novell Inc. aus Provo, Utah, gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften in Europa denjenigen Händlern das Handwerk legen, die Originalprodukte der Netzwerker preisgünstig in den USA kaufen und in Europa weit unter den jeweils gültigen Verkaufspreisen an den Anwender verhökern. Der ersteht zwar so Netzwerk-Software zu einem vermeintlich günstigen Preis, das dicke Ende kommt jedoch spätestens dann, wenn erstmals Probleme auftreten und der Novell-Support um Hilfe angegangen wird: Stellt das Service-Team fest, daß der Anwender sein Netzwerk-Betriebssystem auf dem grauen Markt erworben hat, gibt es auch keine Erste Hilfe.

Keine Chance für Grauimporte

Angesichts der auf beiden Seiten verständlichen Verärgerung soll Abhilfe geschaffen werden. Dazu Bernd Buchholz, Geschäftsführer der Novell GmbH in Düsseldorf: "Als wichtigste Maßnahme sehen wir vor, die Discountregelung bei den amerikanischen Distributoren und OEMs so zu gestalten, daß für Grauimporteure in Europa kaum mehr eine Chance besteht, die Preise unserer hiesigen Partner zu unterbieten."

Novell scheint unter den Entwicklern von Netzwerk-Betriebssystemen besonders von den unlauteren Machenschaften einiger Händler betroffen zu sein. Vor allem Netware - mit einer geschätzten installierten Basis von 55 bis 70 Prozent in den USA und etwa 50 Prozent weltweit - scheint Ziel der dubiosen Verkaufspraktiken zu sein. Zumindest stellte die Software Publishers Association (SPA), die in den USA Copyright-Verstöße verfolgt, fest, daß Microsofts LAN Manager, Vines von der Banyan Systems Inc. und andere bekannte Netzwerk-Betriebssystemsoftware bei weitem nicht so beliebte Kaufobjekte für den grauen Markt sind.

Novell stellte in Provo wegen der windigen Vertriebspraktik einiger schwarzer Händlerschafe eigens ein Team zusammen, das von dem Ex-FBI-Agenten Gill Jarman geleitet wird und das die lästigen Umtriebe am Markt unterbinden helfen soll.

Um auf dem deutschen Markt für mehr Preistransparenz zu sorgen, gibt Novell außerdem dem Handel eine Liste empfohlener Endverkaufspreise an die Hand. Die Produkte "Advanced Netware" und "SFT Netware" sind darüber hinaus nur über die Novell GmbH in Düsseldorf respektive deren offizielle Distributionspartner Adcomp, Computer 2000, Compu-Shack und den OEM Schneider & Koch erhältlich.

Nur über diese Distributoren sowie eigens von Novell ausgebildete und mit einem entsprechenden Leistungs-Zertifikat versehene Fachhändler sei auch der Support und Service für Novell-Produkte gesichert, meinte Buchholz.