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Anwenderbericht der Hamburger National Panasonic Vertriebsgesellschaft:

Netzwerk hilft bei Unternehmensorganisation

11.09.1981

Die Leistungsfähigkeit von Minicomputern nutzte die National Panasonic Vertriebsgesellschaft (NPV) mbH, Hamburg, zum Aufbau eines Rechnerverbundsystems für ihre Organisation. Das dezentral organisierte Unternehmen nutzt HP 3000-Rechner in dem Netzwerk. Damit hoffen die Hamburger, auf allen Ebenen eine aktuelle Datenbasis sowie eine gute Informationsqualität realisieren zu können.

Die datentechnische Entwicklung der NPV verlief in drei Phasen. Der erste vor etwa sieben Jahren installierte Rechner war bereits magnetplattenorientiert, in seiner Leistung jedoch sehr begrenzt. Als diese Anlage zu klein wurde, entschloß NPV sich zur Installation einer IBM /360, die stufenweise bis zum Modell 50 aufgerüstet wurde. Nachdem die Zuwachsraten in den letzten Jahren eine Überprüfung der bis dahin installierten Systeme notwendig gemacht hatten, entschied sich das Unternehmen erneut für einen Herstellerwechsel. Eine Marktuntersuchung führte zur Entscheidung für die HP-Rechner.

Kommunikation mit Filialen

Die NPV-Konfiguration besteht heute aus einem Rechnernetz, das von einem System HP 3000 III - installiert in der Zentrale in Hamburg - gesteuert wird. Dieses System verfügt über einen Hauptspeicher mit einem Megabyte Kapazität (die Umstellung auf zwei Megabyte wird zur Zeit durchgeführt), vier Magnetplatten-Laufwerken mit jeweils 120 Millionen Byte und einem Magnetband-Laufwerk (1600 bpi).

Die weitere Konfiguration besteht aus zwei Schnelldruckern und rund dreißig EDV-Arbeitsplätzen (Bildschirm/Tastatur) in den Fachabteilungen - primär in der Finanzbuchhaltung und im Vertrieb. Der Rechner HP 3000 III wurde zum 1. Mai 1981 gegen ein System 3000-44 ausgetauscht. Dieser Rechner hat einerseits die Aufgabe, alle zentral anfallenden Arbeiten zu bewältigen und zum anderen, die Daten-Kommunikation mit den Filialen Düsseldorf, Frankfurt, Wiesbaden und München durchzuführen. In jeder Niederlassung steht ein System HP 3000-33 mit 756 KBytes Hauptspeicher-Kapazität.

Das gesamte Netz arbeitet online über Standleitungen mit der Möglichkeit des direkten Zugriffs auf die Zentraldateien. Neben dieser Applikation arbeitet ein weiteres System HP 3000-33 ausschließlich für die National Panasonic Service GmbH. Dieser Rechner soll durch die HP-3000-III (2 MB) abgelöst werden.

Offenes Zollager

Auf dem Leitrechner läuft zur Zeit die Finanzbuchhaltung (mit Debitoren-, Kreditoren- und Sachkonten-Buchhaltung). Gegenwärtig werden bei NPV rund 5000 Debitoren- und etwa 800 Kreditoren-Konten geführt.

Zum Finanzbuchhaltungs-Paket gehören ferner das automatische Mahnwesen, eine Kostenarten- und Kostenstellen-Verbuchung, die BAB (Betriebsabrechnung) und die Gewinn- und Verlustrechnung (G&V). Die Finanzbuchhaltung ist aufgeteilt in die verschiedenen Produktsparten des Unternehmens mit jeweils separater Kosten- und Ertragsermittlung.

Neben der Finanzbuchhaltung ist die Lieferschein-Schreibung, die Fakturierung und die gesamte Auftragsbearbeitung realisiert. Da die Ware in einem offenen Zollager vorrätig gehalten wird, muß der Rechner auch alle Zollpapiere mit erstellen. Gleichzeitig mit der Auslieferung der Ware aus dem Zollager erfolgt die Vorfakturierung und die Bestandsfortschreibung.

Umfangreiche Statistik

Eigene Zolläger befinden sich in Hamburg, aber ebenso in den Niederlassungen. Die Fakturierung erfolgt ebenfalls von Hamburg aus zentral für die Niederlassungen. In den Filialen werden die Auftragsdaten erfaßt - per EDV-Arbeitsplatz - und online nach Hamburg übertragen.

In Hamburg erfolgt anschließend die Verarbeitung, während die Ausgabe der Lieferscheine, der Frachtbriefe, der Palettenplätze, der Speditionspapiere und der Kommissionierbelege wieder dezentral - auf den in den Filialen installierten Schnelldruckern - vorgenommen wird.

Zum Programmsystem gehört ferner ein umfangreiches Statistik-Paket, das sehr detaillierte Aussagen ermöglicht. Die einzelnen Statistiken (Umsatzstatistiken, Artikelstatistiken, Lagerstatistiken etc.) werden, sofern sie Zahlenmaterial für die Filialen enthalten, auch dezentral ausgegeben.

Neben der Auftragsbearbeitung bildet die Steuerung des Einkaufs einen weiteren Schwerpunkt der Lösung. Die Einkaufsdisposition wird von den einzelnen Sachbearbeitern in der Regel für einen bestimmten Zeitraum vorgegeben, das heißt, sie ordern die Artikel für einen bestimmten Zeitraum im voraus.

Die Zentrale in Japan sammelt weltweit alle Dispositionen und teilt die einzelnen Bezugsmengen aufgrund der tatsächlichen Verfügbarkeiten und Kapazitäten ein. Jede Landesgesellschaft bekommt also ein gewisses Kontingent zugeteilt. Diese Zuteilungsmenge wird bis zur endgültigen Verladung der Artikel laufend optimiert und angepaßt.

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Innerhalb dieses Einkaufs-Dispositionssystems sind auch eine Steuerung der Rückstände und eine Steuerung der Einkaufs-Überhänge enthalten. Eng verbunden mit jedem Dispositionsverfahren ist die rechnergestützte Lagerverwaltung. Bei National Panasonic wird mit Inbetriebnahme eines neuen Hochregallagers auch eine neue Lagerorganisation und -verwaltung realisiert. Das Hochregallager hat Platz für 5500 Palettenplätze.

Die EDV-Organisation bei National Panasonic besteht neben dem EDV-Leiter aus einer Sekretärin, einem Gruppenleiter für Operating (dieser ist für die dezentralen Systeme in den Filialen - als zentraler Ansprechpartner - zuständig), ferner aus sieben Operatoren (für das Zentralsystem, das täglich von sieben bis etwa 22 Uhr gefahren wird) und sechs Anwendungs-Programmierern (davon arbeiten zwei auch als Systemprogrammierer). Daneben werden von Fall zu Fall, in der Regel projektbezogen, auch externe Mitarbeiter eingesetzt.

*Walter Lönneker ist freier EDV-Fachjournalist.