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13.03.1992 - 

British Telecom profitiert vom Überdruß der Netz-User

Netzwerk-Outsourcing bei Gillette und Morgan

ESCHBORN (CW) - In den Maschen des eigenen DV-Netzes haben sich offensichtlich das New Yorker Bankhaus J.P. Morgan und Rasierklingen-Hersteller Gillette verfangen. Im Rahmen von Outsourcing-Verträgen wird künftig British Telecom (BT) die internationalen Datennetze beider Weltkonzerne betreuen.

Zentrale Argumente für diesen nur schwer wieder rückgängig zu machenden Schritt waren nach BT-Angaben das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis, eine größere Datenverfügbarkeit sowie die Garantie der Datenübertragung auf internationaler Ebene. Zudem scheint der Preis für das Netzwerk-Management jetzt kalkulierbar: So läßt sich J.P. Morgan das Outsourcing des gesamten Netzwerk-Managements zunächst 20 Millionen Dollar kosten. Für diesen Betrag erhalten die Banker in den nächsten fünf Jahren unter anderem Zugriff auf die weltweiten Global Network Services des britischen Carriers.

Dieses paketbasierte Netzwerk, das heute mehr als 5000

Rechnerknoten beinhaltet und sich über 90 Länder erstreckt,

hatte BT Ende 1989 als "Tymnet" zusammen mit der Abteilung Network Systems von McDonnell Douglas erworben. J.P. Morgan will mit dem zu verschiedenen lokalen Protokollen kompatiblen BT-Netz 26 Niederlassungen in 14 Ländern Europas, Asiens und den USA betreuen. Mehr als 1000 Geräte, darunter Großrechner und PCs, sollen miteinander kommunizieren.

Dabei geht es dem Bankhaus sowohl um eine verbesserte interne Kommunikation zwischen den Tochtergesellschaften, den Niederlassungen und der New Yorker Zentrale als auch um eine optimierte Verbindung zu den Kunden. Natürlich spielt Geld ebenfalls eine Rolle: Die US-Bank verspricht sich von diesem Deal Einsparungen in Höhe von etwa 12,5 Millionen Dollar.

Wie J.P. Morgan wird auch Gillette vom weltweiten Netzwerk der British Telecom Gebrauch machen. In einem Pilotprogramm wurden zehn Niederlassungen in Europa und den USA - darunter drei deutsche Unternehmen - mit den Global Network Services verbunden. Bis zur Jahresmitte solle 13 weitere Filialen in das Netz integriert werden. Damit habe die Europäer Produktions- und Marketing-Daten aus den US im direkten Zugriff. Über da Volumen ihres Vertrages mit BT will Gillette keine Angabe machen.

Der Rasierklingen-Konzern plant, auch die Mehrwertdienste EDI, Electronic Mail und die Virtual Private Network Services von BT zu benutzen. Das Unternehmen setzt weltweit eine Vielzahl von Groß- und Minicomputern unterschiedlicher Hersteller ein, darunter die IBM-Systeme der Serien 3090, AS/400, /36 und /38 sowie DEC/VAX-Systeme. rotz dieser überwiegend "blauen" Rechnerausstattung hat sich Gillette gegen die Nutzung des internationalen Netzwerks von Big Blue und für das weitgehend kompatible British-Telecom-Netz entschieden.

BT steht zumindest in Deutschland noch am Anfang des Geschäfts mit Netzwerk-Outsourcing. Zu den größten Kunden hierzulande zählt die Bremer Reederei Senator Line GmbH & Co. KG, die über das BT-Netz ihre gesamte Container-Schiffahrt weltweit betreut. Wie BT-Pressesprecher Rolf Bastian mitteilt, soll das Geschäft weiter ausgebaut werden: Weitere Netzknoten auf internationaler Ebene und die Einführung eines 24-Stunden-Service in Deutschland sind Maßnahmen in diese Richtung.