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20.06.1980 - 

Gegenseitige Information sowie Interessenvertretung ohne Konfrontation:

Netzwerkanwender formieren sich in COUNT

STUTTGART - Vorbild für COUNT, den ersten deutschen User-Club, der sich ausschließlich mit Netzwerkproblematik befaßt, ist die amerikanische Vereinigung der COMTEN-Benutzer "CUE" (Comten Users' Exchange Inc.), die es inzwischen auf über 100 CNA-Benutzer als Mitglieder gebracht hat. Für COUNT-Geschäftsführer Dieter Steinle lag es nahe, daß in Deutschland zunächst einmal die CNA-Anwender angesprochen wurden. Die Vereinigung ist jedoch offen für alle Firmen mit Mainframe-Netzen (CW 24 vom 13. 6., Seite 1).

Die Initiatoren von COUNT sind optimistisch, daß bald auch DV-Betreiber anderer Netzwerkarchitekturen der Vereinigung beitreten werden. Einige nahmen bereits an der Gründungsversammlung teil, die mit einer ersten Fachtagung verbunden war. Bis zum Jahresende rechnet man mit etwa 20 Mitgliedern.

Für den neutralen Beobachter der Stuttgarter Tagung zerfielen die Gründungsmitglieder in zwei "Fraktionen", in solche Anwender, die in COUNT primär einen Zusammenschluß von CNA-Anwendern sehen und ein Forum für die spezifischen Probleme dieser Netzwerkkonzeption, und in Mitglieder, die weitergesteckte Ziele verfolgen. Nach den Worten von Dieter Steinle lassen sich alle Interessen verfolgen, wenn erst einmal eine "schlagkräftige" Mitgliederzahl erreicht ist. Die Herstellerfrage dürfe zudem nicht so eng gesehen werden, da ja jedes Netzwerk Komponenten verschiedener Produzenten aufweise .

Steinle ist überzeugt, daß sich COUNT nicht so eingleisig wie CUE entwickeln wird, da es in Europa mehr alle Netzwerkbetreiber berührende Probleme gebe als in den USA. Der Geschäftsführer möchte den Wirkungskreis seiner Vereinigung zudem nicht auf die Bundesrepublik beschränkt sehen, sondern auf die europäische Ebene. So gebe es beispielsweise in Frankreich bereits eine Initiativgruppe.

Das angestrebte Tätigkeitsfeld von COUNT kann in drei Gruppen unterteilt werden.

a) Die Information der Mitglieder über

- Netzwerk-Architekturen und deren Weiterentwicklung (Die erste Fachtagung lieferte bereits ein Beispiel dafür. Auf dem Programm standen die Vorträge "Stand und weitere Entwicklung von CNA", "Funktionen von SNA 4.2" und "SNA im Lichte des ISO-Referenz-Modells" .),

- Innovationen auf dem Gebiet der Netzwerktechnologie (etwa im Bereich der Netzüberwachung),

- neue Übertragungsdienste der Deutschen Bundespost (In Stuttgart referierte man über den Stand der Entwicklung von DATEX-P.),

- postrechtliche Fragen bei nationalen und internationalen Verbindungen.

b) Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern und im Bedarfsfall mit anderen Anwendern mit dem Ziel einer größeren Sicherheit für die eigene Netzauslegung.

c) Die Artikulation der gemeinsamen Interessen durch

- die Mitarbeit einzelner Mitglieder in wichtigen Gremien, beispielsweise in Arbeitskreisen der Bundespost,

- die Formulierung der Mitglieder-lnteressen und deren Wahrnehmung gegenüber der Außenwelt. Das können sowohl die Hersteller (hierfür konnen einzelne Arbeitskreise gebildet werden; für CNA-Anwender ist das bereits erfolgt) als auch Institutionen wie die Bundespost sein (Dieter Steinle: Wir werden aber sicher nicht in Konfrontation zur Post gehen).

Neben regelmäßigen Fachtagungen will COUNT auch eine Informationsschrift herausgeben und Kontakte zu anderen Benutzergruppen pflegen. So war schon eine Delegation bei der letzten Tagung der COMTEN-Benutzer-Organisation. Die Mitglieder von COUNT sind sich nach den Worten von Peter Reimann durchaus bewußt, daß ihr Einfluß bei Herstellern und Behörden nur begrenzt ist, aber mit der Mitgliederzahl steigen wird.

Vordergründig gehe es darum, die Transparenz auf dem komplizierter gewordenen Telekommunikationssektor zu verbessern. Zur Rolle seiner eigenen Unternehmensberatung meint Reimann: ,,Wir sehen das Forum aus der Sicht des unabhangigen Fachberaters". Keines der Gründungsmitglieder sei im übrigen bisher Kunde seines Hauses.

Finanzieren will sich COUNT aus Mitgliedsbeiträgen und aus Einnahmen von Fachseminaren etc. Die Aufnahmegebühr wurde auf 1000 Mark festgelegt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 1200 Mark. COUNT ist zur Eintragung als gemeinnütziger Verein im Vereinsregister des Amtsgerichts Böblingen angemeldet. Die Zusammenarbeit wird in einer umfangreichen Satzung geregelt.

Als Zweck des Vereins wird darin formuliert: "Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Gemeinnützigkeits-Verordnung vom 24.12. 1953, und zwar insbesondere mit dem Ziel, für die Anwender von Einrichtungen zur Datenkommunikation den Erfahrungsaustausch zu verbessern, neue Kommunikationstechnologien nutzbar zu machen, Innovationen auf diesem Gebiet zu fördern und die Hersteller sowie die Postverwaltung über die Bedürfnisse der Anwender zu informieren."