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Vom Token-Ring-Anbieter zum Netzdienstleister?


07.05.1999 - 

Netzwerker Madge will sich ein neues Standbein schaffen

MÜNCHEN (ave) - Der angeschlagene Hersteller Madge Networks sucht nach einem Ausweg aus der Unternehmenskrise. Neben seinem klassischen Token-Ring-Geschäft will sich der Anbieter eine neue Existenz als Anbieter von verwalteten Netzservices etablieren.

Großunternehmen mit mehreren Niederlassungen und multinational operierende Firmen will Madge mit seinen "Managed Network Services" ansprechen, die von Sprachdiensten über Datenservices bis hin zum Web-Hosting reichen. Basis des neuen Geschäftszweiges ist "Madgenet", ein über 30 Länder verbindendes Netz auf Basis des Asynchronous Transfer Mode (ATM), das Madge zuletzt durch die Akquisition von Gains International Ltd. im Februar dieses Jahres ausgebaut hat. In Deutschland existieren drei Points of Presence (PoPs).

Robert Madge, Chairman und Chief Executive Officer (CEO) von Madge Networks, erhofft sich von dem neuen Sektor ein jährliches Wachstum um 100 Prozent. "Unser Plan ist ambitioniert, aber realisierbar", meint der Madge-Boß, der seine Kunden vor allem durch ein leistungsfähiges Netz und einen guten Rund-um-die-Uhr-Service für sich gewinnen will.

Bedeutet dies das Aus für Madges Token-Ring-Angebot? Der CEO streitet dies ab. Die neuen Netzservices sollen seiner Darstellung zufolge das gegenwärtige Angebot ergänzen, nicht ersetzen. Er räumt jedoch ein, daß das bisherige Hauptgeschäftsfeld seines Unternehmens nur noch ein "bescheidenes Wachstum" aufweist. Der Hersteller muß seinen (potentiellen) Kunden nun beweisen, wie ernst es ihm mit seinem Richtungswechsel ist. Das dürfte nicht einfach sein. Madges halbherziges Engagement in Sachen Sprach-Daten-Konvergenz oder Ethernet mögen als warnende Beispiele dienen: Mit "Madgeone" hatte das Unternehmen als eines der ersten eine Plattform entwickelt, die Sprach- und Datenübertragungen vereinen sollte. Die Lösung verschwand jedoch nur ein Jahr nach der Einführung wieder in der Versenkung, gleichzeitig verabschiedete sich das Unternehmen von seinem Anspruch, Komplettlösungen anzubieten.

Daraufhin wollte Madge sich stärker im Ethernet-Markt engagieren, gründete dazu sogar die Tochterfirma Lannet. Als die Geschäfte nicht so liefen wie erhofft, wurde sie 1998 an Lucent Technologies verkauft. Sollte Madges Metamorphose zum Anbieter von Netzdienstleistungen beim Anwender also auf taube Ohren stoßen, hat sich die Company das selbst zuzuschreiben.