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22.09.1989 - 

Modernes Werkzeug für die RZ-Automatisierung

Netzwerkmanagement hilft Bremsenhersteller

Netzwerk-Automatisierung ist bei der Alfred Teves GmbH (ATE) kein Thema mehr, denn der Frankfurter Kfz-Zulieferer hat bereits vor vier Jahren den "manuellen" RZ-Betrieb durch neue, Techniken abgelöst. Teves setzt bei der Durchführung der strategisch wichtigen RZ-Automatisierung auf ein modernes Netzwerk-Managementsystem und wird damit einerseits den wachsenden Anforderungen an die zentrale DV und andererseits den steigenden Kommunikationsbedürfnissen der Endanwender gerecht.

Karl-Heinz Löw, Leiter Systemprogrammierung und Netzwerkplanung, befaßt sich seit vier Jahren mit der Automatisierung des Terminalnetzes. Das für diese Aufgabe notwendige Software-Tool muß sich nach seinen Aussagen leicht und schnell implementieren lassen, einfach zu handhaben, aber trotzdem mächtig sein und eine einheitliche Benutzeroberfläche bieten.

Teves ist weltweit führend in der Entwicklung von PKW-Bremssystemen und für hohe Fertigungsqualität bekannt. Garant dafür ist nicht zuletzt die Datenverarbeitung, die einen hohen Stellenwert hat. Auch das DV-Management setzt bei dem Einsatz von Hard- und Software auf modernste Techniken. So stehen in der Frankfurter Zentrale eine IBM 3090-180S mit 64 MB Hauptspeicher, 128 MB Erweiterungsspeicher und 24 Kanälen sowie eine IBM-kompatible Amdahl 5860. Angeschlossen an beide Hosts sind rund 80 GByte Plattenspeicherkapazität. Die dezentralen Rechenzentren in Rheinböllen, Bergneustadt, Gifhorn und Fechenheim sind per Datenfernübertragungsleitungen mit Frankfurt verbunden.

Durch ein immer größer und komplexer werdendes Terminalnetz steigt auch die Arbeitslast der Rechner. Heute sind täglich mehr als 100 000 Transaktionen unter IMS, 80 000 unter TSO und rund 1800 Produktionsjobs von den Rechnern und dem dazu notwendigen Netzwerk zu bewältigen. Im Drei-Schichtbetrieb werden die Daten über rund 70 Leitungen, davon 20 Postleitungen, zu den gut 700 Bildschirmterminals transportiert. Demnächst sollen noch rund 300 PCs in das Netzwerk integriert werden.

Besonders in der Softwareauswahl achtet Teves auf erstklassige und moderne Werkzeuge. Heute zählen zu den strategischen Softwareprodukten als Betriebssystem MVS/XA, IMS als Information Management System und Datenbank-Software sowie Net/Master als Netzwerkmanagementsystem. Die Liste weiterer Tools ist umfangreich und beinhaltet Produkte wie CICS, JES2, NCP, Netspy oder VTAM.

Bevor Teves im Frühjahr 1985 mit der Automatisierung des Netzwerkes anfing, wollte man das immer komplexen und anspruchsvoller werdende Terminalnetz mit dem Netzwerkmanagementsystem besser in den Griff bekommen.

Mit rund 700 Bildschirmterminals, verteilt auf vier Lokationen und über Netzwerkrechner gesteuert, waren zudem die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Netzes erreicht. "Vor allem", so betont Löw zurückblickend, "war der zentrale Betrieb in Frankfurt bezüglich des Supports überlastet. Die einzig gangbare Lösung war die Dezentralisierung des Supports und die Automatisierung des Netzes."

Die Außenstellen sollten - nach diesen Vorstellungen - die Netzwerkautomatisierung selbst realisieren und dem Endanwender Unterstützung geben. Einfache Netzwerkprobleme, die bislang das zentrale Operating in Frankfurt belasteten, sollten direkt gelöst werden. Eine schnelle Erlernbarkeit der Funktionen und des Handlings waren Forderungen an die neue Netzwerksoftware.

Teves arbeitete vorher mit Netzwerkrechnern von Comten in einer BTAM-Umgebung. Der Umstieg von BTAM auf VTAM war dringend notwendig. "Für uns", so Löw, "stand die Entscheidung an, gehen wir mit NCCF den IBM-Weg und mühen uns mit all den unterschiedlichen Produkten ab, die man da noch anhängen muß und die in der Netzwerkumgebung üblich sind, oder machen wir etwas Neues?"

Als die Entscheidung Anfang 1985 bevorstand, hörten die DV-Verantwortlichen von Net/Master, das als Netzwerk- und Systemmanagement-Produkt von Cincom, Frankfurt, gerade ein paar Monate auf dem Markt war.

Eine sofort eingeleitete Untersuchung bei Teves ergab dann auf der Basis eines Preis-/Leistungsvergleiches, daß die Software der Frankfurter für diese Aufgabe die richtige Lösung ist. Das integrierte Produkt entsprach mit seinen Modulen dem umfangreichen Forderungskatalog.

Großen Zuspruch fand bei den DV-Verantwortlichen die einheitliche Benutzeroberfläche sowie die Tatsache, daß die Gesamtlösung mit nur einer einzigen Hersteller und mit einer einzigen Programmiersprache realisiert werden konnte. "Wir wollten ein Produkt, das aus einem Guß war", hebt Löw hervor, "und Net/ Master ist auch heute noch dieses Produkt. Generell kann ich bezüglich des Leistungsumfanges sagen, daß die Stärken des Produktes in der Integration liegen. Es sind keine Bruchstellen zwischen den Modulen."

Der Leiter Systemprogrammierung und Netzwerkplanung stellte als zusätzliche Anforderung Multi-Session-Betrieb, um dem Endbenutzer die Möglichkeit zu bieten, verschiedene Applikationen gleichzeitig zu aktivieren und auf einfache Art und Weise mit Funktionstasten zwischen den Anwendungen hin- und herzuspringen.

Vor dem Kauf des neuen Software-Tools mußte das Management von dem Produkt überzeugt werden. Die vorgetragenen Argumente waren rein sachlicher Art: "Wir mußten begründen und darlegen, was wir mit dem Produkt machen wollten. Wir sahen in der durchgängigen und mächtigen Programmiersprache NCL (Network Control Language) den wesentlichen Vorteil. In der Praxis bestätigte sich recht bald, daß wir mit dieser Sprache die Netzwerkautomatisierung schneller als erwartet vorantreiben konnten", lobt Systemspezialist Löw.

"Bei der Umstellung beziehungsweise der Installation hatten wir keine Probleme", freut sich Löw, "dienstags wurde installiert und ab Mittwochmorgen konnte die Systemprogrammierung damit arbeiten."

Die Vorbereitungsphase der Systemprogrammierung dauerte insgesamt drei Monate. Innerhalb dieser Zeit ließen sich schon Probleme wie Fehlereingrenzung und Fehlerverfolgung in der Netzwerkstruktur lösen. Die Einbindung in die Organisation des Rechenzentrums erfolgte dann mit Hilfe einer entsprechenden Benutzer- und Organisationsanweisung nach der Vorbereitungsphase im Sommer 1985.

Zum einen galt es, die Mitarbeiter im Rechenzentrum, die bis dahin keine Progammierkenntnisse hatten, zu schulen und somit Qualifikation und Qualität aufzuwerten und zum anderen die die Weiterentwicklung der Automatisierung selbst in die Hand zu nehmen. Der Schulungs- und Lernaufwand zum NCL-Programmierer betrug rund drei Monate, wobei in den ersten zwei Monaten im wesentlichen Basiswissen vermittelt und vertieft wurde.

Als eine der ersten Aktionen wurde die Dezentralisierung realisiert. Zunächst einmal wurden die Netzformationen, die vorher über die MVS-Konsole liefen, auf einen separaten Bildschirm geleitet. Gleichzeitig wurde die Netzsteuerung für Subnetze innerhalb der verschiedenen Teves-Standorte in Deutschland mit einer entsprechenden Autorisierung delegiert.

In den lokalen Rechenzentren wurden die Mitarbeiter dann angewiesen, ihr Operating ab Sofort selbst zu machen. "Dies hat das zentrale Operating spürbar entlastet und den Support vor Ort schneller und effektiver gemacht", unterstreicht Löw. Löw betont: "Wir hatten keine Akzeptanzprobleme im Operating."

Zwischen Vorbereitung und wirtschaftlichem Nutzen der Teves-Netzwerksoftware lagen drei Monate. Das Endprodukt, wie es heute zur Anwendung kommt, stand nach neun Monaten. Vom Zeitrahmen her entsprach das ganz meinen Erwartungen", äußert sich der Netzwerkplaner über den Ablauf.

In puncto Automatisierung hat das Rechenzentrum heute einen Stand erreicht, wo Systemfehler kaum noch auftreten. Das Netzwerkmanagement kann man in einem sich ständig ändernden Betrieb jedoch nie abschließen. Eine konstante Beobachtung und Verbesserung der Automatisierungstabellen gehört zur Alltagsarbeit. "Wichtig ist", so Löw, "daß die Netzwerksoftware mit den ständig steigenden Anforderungen wächst und der Lieferant seine Kunden mit neuen Releases weiterhin unterstützt". Mit dem Modul Sys/ Master für den Systembereich will Teves in naher Zukunft die RZ-Automation vervollkommnen.

Nach gut vier Jahren Erfahrungen, die Teves gesammelt hat, skizziert Löw folgende betriebswirtschaftlichen Vorteile: Durch die Dezentralisierung des Netzwerkes habe sich eine Entlastung im Operating ergeben, die mit rund einer halben Stunde pro Tag zu Buche schlage. Ein weiterer, sich rechnender Punkt ist die einfache Fehlerverfolgung. "Hier lassen sich," so Löw, "bis zu vier Stunden pro Woche in der Netzwerkgruppe einsparen."

Außerdem bringe das Modul Session-Manager dem einzelnen Sachbearbeiter und Endanwender eine echte Zeit- und Arbeitserleichterung. Soweit im Einsatz, brauche heute der Endbenutzer sich beispielsweise nicht mehr zu den verschiedenen Anwendungen ständig an- oder abmelden. Einmal täglich reiche, danach könne jeder Endbenutzer zwischen den Anwendungen beliebig hin- und herspringen, unabhängig davon, ob der Sachbearbeiter sich von der Datenbank in die Datenerfassung, in TSO oder in sonstige Anwendungen bewegen will.

Ein weiterer Punkt ist die Daten-Kompression in den Leitungen. Hier rechnet Löw vor, daß heute keine zusätzlichen Postleitungen gemietet werden müssen, was sich bei den laufenden Kosten stark auswirkt.

Zu den Verbesserungen in der Benutzeroberfläche zählt auch, daß das Verhältnis DV/Endbenutzer insgesamt kommunikativer geworden ist. Dies begründet Löw damit, daß dem Endbenutzer über die Benutzermaske eine Vielzahl an Informationen geboten wird. "Der Endbenutzer ist mehr Partner der DV geworden", betont Löw.

Als nächstes soll bei Teves das PC-Netz mit fast 300 PCs in das Netzwerk integriert werden. Danach käme die Einbindung der Tandem-Rechner. Als vorteilhaft bewertet System- und Netzwerkspezialist Löw die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches in der User-Group.

Die Funktionen und Grundelemente von Netzwerk- und Systemmanagement

- Überwachung von zentralen, komplexen DV-Ressourcen (CPU, Kanäle etc.)

- Session-Überwachung (Trakking, Logging)

- Status-Überwachung

- Performance-Management

- Netzwerkverwaltung und -Planung

- Integration von

- Change-

- Configuration- und

- Problem-Management

- Netzwerk-Security

- Integration von NON-SNA-Systemen

- Accounting-Management

- Presentation Services