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10.11.1995

Netzwerkspezialist schrumpft weiter Novell uebergibt Opendoc fuer Windows an die IBM

FRAMINGHAM (IDG) - Novells Plaene, die Applikationssuite Perfect Office abzustossen (siehe Seite 6), stellen offenbar nur die Spitze des Eisbergs dar. Jetzt tritt der Netzwerker auch die Opendoc- Entwicklung an IBM ab. Big Blue hat sich bereit erklaert, neben den Versionen fuer OS/2 und AIX auch eine Opendoc-Implementierung fuer Windows 95 und NT zu realisieren - das war urspruenglich Novells Aufgabe.

Ob es auch fuer Windows 3.1 eine Opendoc-Variante geben wird, ist noch fraglich. Die Entwicklungsarbeiten liegen derzeit auf Eis, doch IBM will sie nach Angaben von Vice-President John Slitz wieder aufnehmen, wenn das Kundeninteresse entsprechend gross sein sollte. Im dritten Quartal naechsten Jahres moechte der Microsoft- Konkurrent den vollen Opendoc-Support fuer die beiden anderen Windows-Varianten zur Verfuegung stellen.

Mit der Objekttechnik sollen Anwender aehnlich wie mit Microsofts Object Linking and Embedding (OLE) in die Lage versetzt werden, mit Hilfe vorgefertigter Komponenten sehr schnell Applikationen zu bauen. Darueber hinaus lassen sich mit der Technik Compound Documents ueber heterogene Systeme hinweg verschicken.

Fuer Microsoft koennte die Opendoc-Entwicklung gefaehrlich werden, wenn es den Herstellern wie geplant gelingt, mit der Technik auch die Erzeugung von OLE-Objekten zu ermoeglichen. An dem Projekt, das sich in dem Konsortium Component Integration Laboratories Inc. (CI-Labs) organisiert hat, sind neben IBM und Novell auch Apple, Adobe und die Object Management Group beteiligt.

Die urspruengliche Aufgabenverteilung sah vor, dass IBM und Apple jeweils Opendoc-Versionen fuer die eigenen Betriebssysteme schreiben sollten. Das Pendant fuer die Windows-Varianten von Microsoft - die direkte Alternative zu OLE also - sollte Wordperfect realisieren. Das Softwarehaus war zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung noch nicht von Novell uebernommen worden.

Als die Netzwerker im Juli 1994 den Textverarbeitungs-Spezialisten schluckten - ein kurzes Glueck, wie sich jetzt zeigte -, begannen die Unsicherheiten um die Opendoc-fuer-Windows-Version. Die ersten Software-Development-Kits, deren Auslieferung fuer Anfang dieses Jahres vorgesehen war, kamen nicht heraus. Ausserdem hatte sich der inzwischen ausgeschiedene Marketier Robert Bentley im Zuge der Restrukturierung bei Novell oeffentlich dahingehend geaeussert, dass sich der Markt bereits zugunsten von Microsoft entschieden habe. OLE werde sich als Standard im Desktop-Segment behaupten (vgl. CW Nr. 40 vom 6. Oktober 1995, Seite 1).

Bis fuer alle Betriebssystem-Welten Opendoc-Versionen verfuegbar sind, duerfte noch mindestens ein Jahr ins Land gehen. Wer diesen Markt allerdings dominieren wird, ist spaetestens seit letztem Monat offen: Microsoft hatte angekuendigt, dass die Darmstaedter Software AG an einer Portierung der OLE-Technik auf die gaengigen Unix-Plattformen sowie auf MVS arbeite. Vor 1997 werde es allerdings keine Produkte geben. IBM und Apple wollen dagegen schon Ende dieses Jahres Software-Development-Kits fuer OS/2 und den Mac herausgeben. Ab Anfang naechsten Jahres sollen die Betriebssysteme mit Opendoc-Komponenten arbeiten koennen.