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30.04.1999 - 

Neue Studie von IDC zeigt:

Netzwerkspezialisten werden vor allem in Deutschland zur Mangelware

PARIS (ag) - Steigende Rekrutierungs- und Gehaltskosten, zunehmende Wechselbereitschaft, sinkende Produktivität - die Folgen des Expertenmangels sind nicht gerade verlockend für Unternehmen. In drei Jahren soll alles noch schlimmer werden. IDC rechnet mit 600000 unbesetzten Stellen für Netzspezialisten allein in Westeuropa.

Als Mike Couzins kürzlich einen Web-Designer für mehr Gehalt einstellen mußte, als er selbst verdient, kam der europäische Marketing- und Trainingschef von Cisco Systems ins Grübeln: "Seit zwei Jahren rekrutieren wir jeden Monat 100 neue Mitarbeiter für unser Europa-Geschäft, und jeden Monat wird es härter und teurer."

Daß das Angebot an Netzwerkspezialisten in den nächsten drei Jahren eher noch dürftiger werden wird, ließ sich der Branchenprimus von Analysten der International Data Corp. (IDC) in einer Untersuchung bestätigen.

600000 unbesetzte Positionen für Netzprofis

Die in Paris vorgestellte IDC-Studie geht davon aus, daß es im Jahr 2002 in Westeuropa 1,6 Millionen neue Stellen für Netzspezialisten geben wird, davon aber knapp 600000 Positionen nicht besetzt werden können. Deutschland nimmt nach Einschätzung der Analysten eine traurige Spitzenstellung ein.

"Als größter IT-Markt werden hier mit Abstand die meisten neuen Arbeitsplätze entstehen, aber auch über 188 000 Stellen unbesetzt bleiben", meint Analystin Puni Rajah, die nicht nachvollziehen kann, daß oft beklagt werde, Deutschland hinke in Sachen Internet und E-Commerce hinterher. Dieser Vergleich, so die Analystin, treffe für das Verhältnis zu den USA, aber nicht für die Situation in Europa zu.

Größter Bedarf bei Planung und Implementierung

Auf den Siegeszug von E-Commerce bauen die Analysten, wenn sie den künftigen Personalbedarf im Netzwerkbereich einschätzen. Mit der steigenden Anzahl der IT-Nutzer wachse auch die Infrastruktur und damit der Bedarf an Spezialisten. Setzte IDC für 1998 einen Umsatz von 5,6 Milliarden US-Dollar für den E-Commerce in Europa an, rechnet man in drei Jahren bereits mit 223 Milliarden Dollar.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die nach Ansicht der Analysten künftig verstärkt ins Internet-Geschäft einsteigen. "Gerade hier ist in Deutschland aufgrund der traditionellen Strukturen das Potential groß", hofft auch Harald Zapp, Marketing-Manager von Cisco Deutschland. Den größten Mitarbeiterbedarf in den kommenden Jahren prognostizieren die Analysten im Bereich Planung und Implementierung. Aber auch für Instandhaltung und Wartung der Netze werden laut IDC-Studie verstärkt Kräfte gebraucht. Darum hat Cisco vor einigen Monaten in Großbritannien das "Cisco Networking Academies Programme" gestartet. Das Training für die späteren Netzwerkassistenten setzt nicht während oder nach dem Studium an, sondern eine Stufe tiefer, in den Schulen. Dort wird das wie bei anderen Zertifizierungen herstellerabhängige Know-how in zusätzlichen Kursen vermittelt.

Insgesamt können die 280 Stunden Unterricht innerhalb von zwei Jahren absolviert werden. In Deutschland will Cisco das Ausbildungsprogramm wahrscheinlich im Juni dieses Jahres mit der Berufsakademie Stuttgart starten.