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17.01.2003 - 

10-Gigabit-Ethernet findet noch kaum Akzeptanz

Netzwerkturbo mit Fehlzündung

MÜNCHEN (IDG) - Die Technik 10-Gigabit-Ethernet (10 GE) ist seit Juni 2002 standardisiert - doch nur wenige Unternehmen setzen sie ein. Der Grund: Im Augenblick sind die dafür benötigten Module noch viel zu teuer.

Angesichts knapper Kassen in den Unternehmen verbreitet sich 10 GE nur schleppend. Bei derzeitigen Preisen pro Port von durchschnittlich 50 000 Dollar überlegt sich jeder Anwender genau, ob er die mit dem Verfahren mögliche Übertragungsgeschwindigkeit von 10 000 Mbit/s auch tatsächlich benötigt.

Vorreiter sind einmal mehr Forschungseinrichtungen und Universitäten. Sie nutzen die Technik im Rahmen von Grid-Computing-Experimenten, um Hochleistungsrechner miteinander zu verbinden. In absehbarer Zeit könnte 10 GE außerdem die momentan gebräuchlichen Gigabit-Ethernet-Verbindungen in Server-Clustern verdrängen. Ähnliches gilt für Storage Area Networks (SANs): Hier wäre die Technik eine interessante, wenn auch noch recht teure Alternative zu Fibre-Channel-Verbindungen, die bei 2 Gbit/s an ihre Grenzen stoßen.

In Unternehmen wird das Turbo-Ethernet nach Meinung von Gartner-Analyst Mark Fabbi am ehesten in Data-Centern Einzug halten, insbesondere im Bereich der Spiegelung und Replikation von Daten.

Da das schnelle Ethernet darauf ausgelegt ist, Entfernungen bis zu 40 Kilometern zu überbrücken, wäre es jedoch besonders für den Einsatz in Metro-Netzen geeignet. Außerdem könnte es eingesetzt werden, um Daten zwischen geografisch voneinander entfernten Rechenzentren zu replizieren. Allerdings sind dafür Single-Mode-Glasfasern zwingend erforderlich, die im Vergleich zu den in Unternehmen gebräuchlichen Multimode-Leitungen relativ teuer sind.

Damit 10 GE in Unternehmen Einzug hält, müssen die momentan noch sehr teuren Preise für die Module herunter. Entsprechende Komponenten beispielsweise für Ciscos "Catalyst"-Produkte kosten ab 65000 Dollar aufwärts. Um 50000 Dollar müssen Kunden für die Produkte der Konkurrenten Foundry, Force 10 und Extreme Networks auf den Tisch blättern. Am günstigsten sind derzeit die Module von Enterasys Networks. Der Anbieter verlangt rund 30000 Dollar für seine neuen, ab Ende Januar für seine "X-Pedition-ER-16"-Router verfügbaren 10-GE-Module.

Analysten gehen davon aus, dass die Preise für die Produkte im Lauf dieses Jahres um 30 bis 50 Prozent fallen werden. Bis 2006, so heißt es in Herstellerkreisen, werde sich der Port-Preis bei etwa 5000 bis 6000 Dollar einpendeln. Ob das tatsächlich geschieht, bleibt abzuwarten. (ave)