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20.08.1999 - 

Konzentration auf drei Geschäftsfelder geplant

Neuausrichtung von SGI kostet 1500 Jobs

MÜNCHEN (IDG/CW) - SGI plant eine weitreichende Restrukturierung. Mehrere Geschäftsbereiche, darunter die Supercomputer-Sparte Cray, sollen abgetrennt oder verkauft werden; die Bemühungen im Markt für Windows-NT-Rechner will man zugunsten eines stärkeren Engagements für Linux zurückfahren. 1500 Mitarbeiter kostet dieses Vorhaben den Job.

Erst im April 1998 hatte der einst erfolgsverwöhnte Anbieter von Grafik-Workstations unter dem Druck anhaltend schlechter Ergebnisse eine neue Geschäftsstrategie angekündigt. Nach langem Zögern hatte sich das Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View dazu entschlossen, künftig auch Intel-basierte Rechner unter Windows NT anzubieten. Ein gutes Jahr später scheint man diesen Vorsatz vergessen zu haben. Statt dessen will man nun das Open-Source-Betriebssystem Linux ins Zentrum der Aktivitäten rücken.

Nach den Worten von CEO Rick Belluzzo wird sich SGI künftig auf drei Geschäftsfelder konzentrieren: High-Performance-Systeme, womit im wesentlichen die Mips-basierten "Origin"-Server unter dem eigenen Unix-Derivat Irix gemeint sind, Visual-Computing-Lösungen sowie Breitband-Internet-Systeme.

Mit diesen Plänen ist eine Reihe von Umstrukturierungsmaßnahmen verbunden. So gründet SGI für die Produktlinie der NT-basierten "Visual Workstations" einen eigenen Geschäftsbereich, der in ein Joint-venture mit einem noch nicht benannten Hardwarehersteller eingebracht werden soll. SGI habe es nicht geschafft, die für den NT-Markt erforderlichen Vertriebskanäle aus eigener Kraft aufzubauen, begründete Belluzzo die strategische Kehrtwende.

SGI trennt sich vom Geschäftsbereich Cray

Ebenfalls ausgegründet wird der Geschäftsbereich der Cray-Supercomputer, der schon seit längerem mit Absatzproblemen kämpft. SGI verhandelt eigenen Angaben zufolge derzeit über den Verkauf der Sparte. Die Kalifornier hatten die Cray Research Inc. im Frühjahr 1996 für 740 Millionen Dollar erworben. Ausgegliedert werden zudem die Aktivitäten im Bereich Media-Streaming ("Mediabase"). Anwendungen, das Entwicklerteam und die Technik will SGI in ein neues Unternehmen überführen, an dem man nur noch einen Minderheitsanteil halten wird.

Unterm Strich führen diese Maßnahmen zu einem Personalabbau von rund 1500 der derzeit 9000 SGI-Mitarbeiter. SGI erhofft sich damit Einsparungen in Höhe von 300 Millionen Dollar jährlich. Der Hersteller hat diese Sparmaßnahmen nach einer langen finanziellen Durststrecke bitter nötig. Für die Ende Juni beendete Rechnungsperiode konnte zwar nach 18 Monaten erstmals wieder ein positives Quartalsergebnis ausgewiesen werden. Das Jahresresultat fiel aber nur aufgrund der Erlöse aus dem allmählichen Verkauf der Anteile der Prozessortochter Mips positiv aus.

Für den seiner Ansicht nach zukunftsträchtigen Markt der Breitband-Internet-Systeme gründet der Hersteller einen eigenen Geschäftsbereich. Für dieses Segment und das Server-Geschäft, das nach Ansicht von Insidern zu den wenigen profitablen Sparten SGIs zählt, spiele das Freeware-OS-Linux eine Schlüsselrolle, so Belluzzo.

Eine Allianz mit Veritas soll zudem die Anpassung und Verbesserung der Speicher-Management-Software auf den Plattformen Irix und Linux sicherstellen. Für die Region Japan hat SGI eine Allianz mit NEC zur Vermarktung der High-Performance-Systeme geschlossen.

An der New Yorker Börse verlor das SGI-Papier nach Bekanntgabe der Pläne 23 Prozent an Wert. Einen Tag später rutschte der Kurs um weitere drei Prozent auf zwölf Dollar ab.