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01.12.1995

Neue Allianz verbessert America Onlines Position gegen Microsoft

Von Arnd Wolpers*

Stimmen die Kartellbehoerden zu, so entsteht mit der neuformierten Allianz aus Deutscher Telekom, Bertelsmann, Springer und America Online ein Geflecht von Branchenriesen, das im Wettbewerb mit Microsoft Network (MSN) um die Gunst der Online-Kunden kaempfen wird. Neben diesen beiden kann sich wohl allenfalls noch Compuserve Chancen am Markt ausrechnen.

Die Aktie des Juniorpartners der Allianz, der Axel Springer Verlag AG, reagierte an der Boerse nicht auf die Ankuendigung der grossen Online-Hochzeit. Sie notiert derzeit bei knapp 900 Mark in der Naehe des historischen Hochs und duerfte mit dem knapp 20fachen des fuer das laufende Geschaeftsjahr erwarteten Gewinns angemessen bewertet sein.

Bertelsmann, mit einem Jahresumsatz von gut 20 Milliarden Mark rund fuenfmal so gross wie Springer, firmiert zwar als Aktiengesellschaft, doch die Anteile sind nicht boersennotiert. Lediglich der Bertelsmann-Genussschein wird an deutschen Boersen gehandelt.

America Online, dessen Kurs in den vergangenen Monaten auf bis zu 87 Dollar geklettert war, fiel mit wachsendem Erfolg des Konkurrenten Microsoft auf zuletzt 66 Dollar zurueck. Im Bereich zwischen 65 und 70 Dollar besitzt der Kurs der Aktie eine nachhaltige technische Unterstuetzung. Mit erwarteten vier Millionen Abonnenten innerhalb der naechsten 24 Monate duerfte America Online in den USA Marktfuehrer vor Microsoft bleiben. Microsofts Potential an Online-Kunden wird fuer den gleichen Zeitraum auf 2,5 bis drei Millionen Abonnenten geschaetzt. Die Gewinnschaetzungen fuer America Online in bezug auf das laufende Geschaeftsjahr (Ende: 30. Juni 1996) liegen bei knapp einem Dollar. Damit ergibt sich eine optisch hohe Notiz beim ueber 60fachen des erwarteten Jahresgewinns. Vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Wachstumsaussichten und der Staerke vor allem des Allianzpartners Bertelsmann scheint ein solch hoher Kurs jedoch gerechtfertigt.

Im Zuge der juengsten Konsolidierung von Technologiewerten an der Wall Street fiel auch die America-Online-Notiz um 25 Prozent zurueck. Die hohe Volatilitaet in diesem Marktsegment duerfte zumindest bis zum Jahresende anhalten. Gewinnmitnahmen durch institutionelle Anleger werden vor dem Jahresultimo zu Verkaufsschueben fuehren. Wer jedoch die notwendige Geduld mitbringt und ein Engagement auf ein bis zwei Jahre konzipiert, kann an schwachen Tagen America Online ins Depot nehmen.

* Arnd Wolpers ist Geschaeftsfuehrer der Vermoegensverwaltungsgesellschaft CMW GmbH in Muenchen. Die hier veroeffentlichten Informationen beruhen auf Quellen, die wir fuer vertrauenswuerdig halten. Trotz sorgfaeltiger Quellenauswahl und - auswertung koennen wir fuer Vollstaendigkeit, Genauigkeit und inhaltliche Richtigkeit der Angaben eine Haftung nur insoweit uebernehmen, als grobe Fahrlaessigkeit oder Vorsatz Haftung begruenden. Jede darueberhinausgehende Haftung wird ausgeschlossen. Fuer Angaben Dritter uebernehmen wir kein Obligo, Aktienanlagen sind durch staerkere kursschwankungen gekennzeichnet.