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17.01.1992 - 

Optische Speicherlaufwerke im Vormarsch

Neue Anwendungen und flaue Wirtschaft sind die Zugpferde

FRAMINGHAM (IDG) - Vor allem neue Anwendungsfelder wie etwa die Bildverarbeitung, in denen ein extrem hohes Datenaufkommen zu verzeichnen ist, fördern die Akzeptanz optischer Speichermedien. Daneben tun auch die flaue Wirtschaftslage und der daraus resultierende Trend zu zurückhaltenden Investitionsaktivitäten ein übriges, sich intensiver für dieses noch relativ neue Speichermedium zu engagieren.

Zu diesem Ergebnis kommt der President der kalifornischen Beratungsfirrna Fisher & CO., Richard Fisher. Zu den Vorteilen der optischen Medien und Laufwerke gegenüber den herkömmlichen magnetisch speichernden Peripheriegeräten zählt der Mann aus Los Gatos hohe Kapazität, Mobilität durch auswechselbare Disks und Rentabilität. Fishers Meinung nach kann die optische Speichertechnologie gegenüber herkömmlichen Magnetverfahren mit einem zehn, bis 20fach günstigeren Preis-Leistungs-Faktor aufwarten.

Die Hersteller müssen sich noch einigen

Problematisch für den Anwender sei allerdings daß sich die Hersteller von Optischen Speichermedien - und hier vor allein von den Multifunktionalgeräten, die sowohl einmal als auch mehrfach beschreibbare Medien mit dem gleichen Mechanismus einerseits lesen, andererseits beschreiben können - über technische Modalitäten nicht einigen können und mit ihren langwierigen Auseinandersetzungen sowohl Standardisierungsgremien als auch Anwendern einen Bärendienst erweisen.

Zudem müsse der Anwender sich entscheiden, welche der auf Markt mittlerweile verfügbaren Formfaktoren für seine Bedürfnisse am besten geeignet seien: Neben den Mitte der 80er Jahre dominierenden 12-Zoll-Laufwerken drängen nunmehr verstärkt die erstmals 1985 in WO-Technologie (write once = einmal beschreibbar) ausgelegten optischen 5?-Zoll-Formate in den Vordergrund. Wiederbeschreibbare Modelle gibt es seit 1988 - für den 3?-Zoll-Formfaktor seit 1990, als auch 5?-Zoll-Multifunktionallaufwerke vorgestellt wurden.

Zwischen diesen Optionen muß der Kaufwillige sich entscheiden. 12-Zoll-Medien gelten dabei bislang noch als besonders preisgünstig im Sinne der Kosten pro abgespeichertem Bild beziehungsweise Kosten pro MB Speicher. Ihre Speicherkapazität hat sich in den letzten drei bis vier Jahren verdoppelt bis verdreifacht, ohne daß die Preise nennenswert in die Höhe gegangen wären. Die Gesamtkosten für ein optisches Speichersystem reduzierten sich nach Berechnungen des kalifornischen Analysten sogar um mehr als 50 Prozent.

Die 12-Zoll-Technologie drängt sich deshalb vor allem in Anwendungsbereichen auf, wo der Kosten-pro-Bild- beziehungsweise -pro-MB-Faktor von entscheidender Bedeutung ist. Hierzu zählen vor allein große Bildverarbeitungs-Systeme mit einen, Kapazitätsbedarf von etwa 500 000 Bildern, was rund 200 GB entspricht. Fishers Angaben zufolge kostet, den Anwender ein Bild beim 5?-Zoll-Formfaktor heute noch - bezogen auf das Laufwerk - ungefähr doppelt so viel wie beim 12-Zoll-Speicher. Das Speichermedium ist gar um den Faktor drei kostspieliger. Die größeren Speicher besitzen zudem den Vorteil, gegenüber den kleineren Konkurrenzprodukten rund zehnmal mehr Daten auf einer Silberscheibe zu speichern.

Anders sieht es aus, vergleicht man die 5?-Zoll-Geräte in puncto Preis-Leistungs-Verhältnis mit dem großen Bruder: Sowohl bei der durchschnittlichen Suchzeit als auch bei der Zugriffszeit von roboterbetriebenen Bibliothekssystemen schneiden die kleineren Systeme besser ab. Das ist vor allem wichtig für Anwender, die sehr intensiv auf optische Bilddatenbank-Speicher zugreifen, etwa bei transaktionsorientierten Umgebungen.

Big Blue konzentriert sich auf 5?-Zoll-Systeme

Was 5?-Zoll-Systemen auf längere Sicht allerdings entscheidende Vorteile sichert, ist nach Fishers Ansicht zum einen die Tatsache, daß die IBM auf der 1991 abgehaltenen Messe "Association for Information and Image Management" angekündigt hat, man werde sich bei Big Blues "Image-Plus"-Bildsystem auf diesen Formfaktor konzentrieren. Auch Hewlett-Packard stellt mit Robotorbibliotheken und Multifunktions-Laufwerken ganz auf das handlichere Format ab. Vor allem letztere werden wegen ihrer Fähigkeit, verschiedene Medien beschreiben und einlesen zu können, in Zukunft als marktführendes Produkt reüssieren.