Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.07.1997 - 

MPOA-Arbeitsgruppe präsentiert Ergebnisse

Neue ATM-Spezifikation bringt frischen Wind ins LAN

Sicherlich ist die einschneidendste Neuerung der MPOA-Spezifikation, die von der zuständigen Arbeitsgruppe kürzlich in das abschließende Abstimmungsprozedere entlassen wurde, daß MPOA das ATM-Verfahren um die Nutzung der Ebene 3 des OSI-Modells bereichert. Datenströme, die in Protokolle wie IP oder IPX eingebettet sind, lassen sich jetzt auch subnetzübergreifend vermitteln, so daß auch virtuelle LANs in diesen Umgebungen betrieben werden können.

"Der Trick bei MPOA sind die Shortcuts", erläutert Gerhard Mägerl, bei der Siemens AG im Public Communication Network Marketing aktiv. Er vertritt den Münchner Elektrokonzern im ATM-Forum. MPOA-Clients, die sogenannten Edge-Geräte, richten diese Shortcuts (vergleichbar etwa mit virtuellen Kanälen) ein, sobald sie einen zusammenhängenden Datenfluß erkennen.

Die Verbindungskanäle werden bis zur Zieladresse aufgebaut, so daß sich der Informationsfluß ohne zeitraubende Zwischenstops durch das Netz schleusen läßt. Um die Empfänger zu finden, stellt der MPOA-Client eine Anfrage an einen MPOA-Server, der für das Routing den Standard Next Hop Routing Protocol (NHRP) verwendet.

Zu der bisher für lokale Installationen vorgesehenen Spezifikation des ATM-Forums, der LAN-Emulation in der Version 1.0, gibt es wesentliche Unterschiede. "Die LAN-Emulation ist für die OSI-Ebene 2 vorgesehen", erklärt Mägerl, "MPOA arbeitet auf Ebene 3." Das neue Verfahren verwendet darüber hinaus keinen Router, sondern integriert die Wegefindung im MPOA-Server. Bei der LAN-Emulation ist eine Routing-Instanz immer bei subnetzübergreifendem Verkehr erforderlich.

Trotzdem gibt es einen engen Zusammenhang zwischen der LAN-Emulation und MPOA. "Beide kommen ohne einander nicht aus", weiß Siemens-Manager Mägerl, denn MPOA setzt auf die LAN-Emulation auf. So verwenden etwa MPOA-Server und MPOA-Clients die LAN-Emulation, um sich im Netz gegenseitig bekannt zu machen.

Aus organisatorischen Gründen hat das ATM-Forum beschlossen, die bisher separat arbeitenden Arbeitsgruppen für LAN-Emulation und MPOA-Spezifikation zusammenzulegen. Zwangsläufig ergibt sich die Frage, was nun aus der für das dritte Quartal angekündigten zweiten Version der LAN-Emulation wird. "Ich würde mein Hemd nicht darauf verwetten, daß die so bald kommt", spekuliert Mägerl. Durch die Verschmelzung der beiden Arbeitsgruppen sei ein gewisser "Nachdenkprozeß" eingeleitet worden, kommentiert er die Neuorganisation und die Zukunftspläne vorsichtig.

Das ATM-Forum täte sich keinen Gefallen, sollte diese Besinnung die Arbeiten an der LAN-Emulation 2.0 verzögern. Es würde den soeben mit MPOA eingleiteten Schwung abbremsen und der Ethernet-Konkurrenz den Vortritt im Netzwerkmarkt überlassen.