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02.04.1993 - 

Anwender zeigen Skepsis gegenueber kurzfristigen ATM-Loesungen

Neue ATM-User-Group fordert Mitsprache bei der Entwicklung

02.04.1993

Eine neugegruendete ATM-User-Group forderte gegenueber den Herstellern bereits ein groesseres Mitspracherecht bei der Entwicklung der ATM-Produkte und -Dienstleistungen.

Auf der Fruehjahrs-Interop hielt sich der Enthusiasmus der Anwender fuer kurzfristige ATM-LAN-Loesungen in Grenzen. Eher im Mittelpunkt des Interesses waren langfristige Ansaetze, die eine bessere Sicherung der Investitionen versprechen. An dieser Einstellung aenderten auch die zahlreichen vorgefuehrten Installationen nichts.

Kenneth Miller, TK-Spezialist des US-Army-Ingenieurs-Corps revidierte seine positive ATM-Meinung nach einer Vorfuehrung und gab zu bedenken, dass "ATM im Gegensatz zu FDDI noch kein Standard" sei. Larry Lang, ATM-Produkt-Manager bei Cisco bekennt denn auch freimuetig, dass ATM in gewisser Weise ein Designkompromiss ist, der gut fuer die Datenuebertragung, aber eben "nicht die beste Uebereinkunft ist". Fuer Larry Smith, Operation Manager bei Southern California Edison (SCE), gehen diese Zugestaendnisse jedoch zu weit. Smith, auf der Suche nach einem leistungsfaehigeren Backbone, das auch Videokonferenzen unterstuetzt, hat nach einer Vorfuehrung von Synoptics ATM-Switch ebenfalls Zweifel an der neuen Technik. ATM sei fuer den Sprachverkehr optimiert, so der enttaeuschte User, aber nicht fuer den datenintensiven Backbone-Verkehr. Deshalb muesse ATM noch weiter entwickelt werden, bevor in seinem Unternehmen ein Einsatz denkbar sei, kommentiert Smith die Ueberlegungen bei SCE.

Mark Sanders, verantwortlich fuer das Corporate Network bei Merrill Lynch & Co. kritisiert ausserdem, dass ein frueher ATM- Einsatz moeglicherweise auf proprietaeren Loesungen basiere. Anwendern, die mit ihrer Investition noch im naechsten Jahrzehnt arbeiten wollen, raet Lynch, mit ATM-Beschaffungen noch zu warten, bis sich ein Standard etabliert hat.

Eine Spezifikation oder zumindest die Anforderungen der User in bezug auf ATM versucht der "Enterprise Network Users Roundtable" (Enur) gegenueber den Herstellern zu vertreten und die ATM- Entwicklung in diese Richtung zu beeinflussen. Walter Gould, TK- Ingenieur bei der Boeing Computer Support Services Inc., droht den Herstellern gar, "keine ATM-Produkte zu kaufen, solange die Anwender keine Mitsprache im ATM-Forum" haetten.

Mitgliedschaft bei Enur ist umsonst

Das ATM-Forum, eine zum Grossteil aus Herstellern bestehende Gruppe, definiert die Spezifikationen, denen Hersteller und Carrier bei der ATM-Entwicklung folgen. Zwar koennen auch Anwender diesem Forum beitreten, doch kostet eine Vollmitgliedschaft jaehrlich 10 000 Dollar. Kosten, die fuer die meisten DV- Verantwortlichen zu hoch sind. Dagegen verlangt Enur keinen Beitrag und akzeptiert als Mitglieder nur Anwender.

Dem eigenen Verstaendnis nach sieht sich Enur als Sprachrohr der Anwender. Unter den durch die Organisation verttetenen Usern sind Firmen und Behoerden wie die Amoco Corp., Barclays Bank PLC, das US-Verteidigungs-Ministerium, Hughes Aircraft Co., Texas Instruments Inc. und die Universitaet von Colorado.

Ein klares ATM-Bekenntnis gibt George Buchannan, TK-Manager bei Hughes ab: "Wir brauchen ATM zum Ueberleben." Buchannans Company plant zum Jahresende den Aufbau eines ATM- basierten Pilot-WANS und will bis 1996 den Datenverkehr auf ein weltweites ATM-Netz umstellen.

Interoperabilitaet ist noch ein Problem

Trotz dieser Plaene liegt dem TK-Experten wie anderen Usern auch die Frage der Interoperabilitaet von ATM schwer im Magen. Zwar haben die Enur-Mitglieder bisher keine Beweise fuer Interoperations-Probleme, doch die User-Group will moegliche Schwierigkeiten bereits im Vorfeld loesen. Ferner ist John McQuillan; Praesident von McQuillan Consulting, zufolge eine starke Interessenvertretung der Anwender auch deshalb wichtig, weil zahlreiche Hersteller glaubten, dass die User keine Idee haetten, wie eine ATM-Infrastruktur aussehen sollte. Fuer McQuillan ist dies eine "gefaehrliche Annahme", da seiner Ansicht nach die Netzarchitektur zu wichtig ist, um sie den Herstellern oder Carriern alleine zu ueberlassen.