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EISA und Anwenderfreundlichkeit als Lockmittel


05.10.1990 - 

Neue Dell-Produkte parieren Markteintritt von Compuadd

LANGEN (jm) - Den Markteintritt der Compuadd Corporation Deutschland, eigenen Angaben zufolge weltweit größter Direktanbieter von PCs, beantwortete die Dell Computer GmbH mit einem Schwall neuer Produkte.

Zwei Jahre lang hatte das Langener Unternehmen als Direkt-Verkäufer von PC-Systemen die undankbare Aufgabe, unbekanntes Terrain zu sichten und zu erobern: Dem Direktverkauf von PCs per Telefon in Deutschland wurde von Brancheninsidern bei der Vorstellung der texanischen Firma des Michael Dell im August 1988 kaum eine Chance eingeräumt. Und nach wie vor geben sich Geschäftsführer Peter Ammel und Marketingleiter Harald Henn verschlossen, wenn ihnen genaue Zahlen zu Geschäftsergebnissen abverlangt werden, immer noch ist die britische Insel bei den Verkäufen Musterschüler, wartet die GmbH aus Langen auf den Durchbruch bei der Kundenakzeptanz.

Nun erwächst ihr mit Compuadd auch noch ein Konkurrent auf deutschem Boden. Beide Firmen haben ihren Hauptsitz in der texanischen Bundeshauptstadt Austin, und die in Hanau niedergelassene Compuadd Corporation betreibt bereits eifrig Headhunting-Aktivitäten beim Konkurrenten. Ein Produktmanager von Dell wechselte zu Compuadd, und auch der Vertriebsdirektor für den deutschsprachigen Raum, der Langener Gerhard W. Hentrich, steht nun als designierter Geschäftsführer der noch zuzulassenden Hanauer GmbH bereits Gewehr bei Fuß.

Der Anwender ist Nutznießer dieses Zweikampfes: Mit zwei sogenannten Tower-Systemen auf EISA-Bus-Basis, zwei Desktop-Rechnern und einem leistungsstärkeren Laptop wollen die Langener den Fehdehandschuh des Nachbarn aus dem Frankfurter Raum aufnehmen.

Die beiden Standmodelle 425TE und 433TE arbeiten mit Intels 486-CPU (25 beziehungsweise 33 Megahertz). Zu den anwenderfreundlichen Charakteristika der Maschinen gehört unter anderem ein "Smartvu" genanntes Display, welches dem Benutzer in einer vierstelligen Anzeige Status- und Fehlermeldungen des Systems bietet. Außerdem integrierte Dell einen EPROM-basierten Paßwortschutz, der über das Setup einstellbar ist. Ein eigens entwickelter Kabelschacht im Gehäuse verhindert störenden Kabelsalat, die Gehäuseummantelung ist nicht mehr verschraubt, sondern über konische Stifte in Federhalterungen verankert. Außerdem ging Dell das Problem der Lüftergeräuschentwicklung mit Erfolg an, auch eine Reset-Taste kann man anbieten.

Eine andere Dell-Entwicklung ist von besonderer Bedeutung: gegenüber dem bislang üblichen, maximal adressierbaren Arbeitsspeicher von 16 MB kann der Adressierbereich bei den ElSA-PCs bis zu 64 MB erweitert werden Die Maschinen weisen einen parallelen, zwei serielle und einen gesonderten Maus-Port, acht ElSA-Steckplätze, standardmäßig 4 MB Arbeitsspeicher und bis zu elf Einschubplätze für halbhohe Peripheriegeräte auf. Sämtliche wesentlichen Betriebssysteme sind verfügbar. Ausgeliefert wird ab Oktober (425TE) respektive November. Mit VGA-Farb-Monitor und 80-MB-Festplatte kostet der 425TE etwa 18000, der 433TE-Rechner mit 128-KB-Cachespeicher etwa 21100 Mark.

Die beiden neuen Tischgeräte 325D und 333D mit 386-CPU (25 und 33 MHz) liefern die Langener serienmäßig mit 32 beziehungsweise 64 KB Cache aus. Auch sie verfügen über insgesamt vier Schnittstellen für Peripheriegeräte. Festplatten von 40 MB bis zu 650 MB, fünf AT-Erweiterungsslots und ein XT-Steckplatz, 4 MB Arbeitsspeicher serienmäßig und das Diagnose-Display Smartvu sind weitere Features der beiden Rechner. Für 7800 Mark (325D) und 9500 Mark (333D) erhält der Anwender sowohl VGA-Farb-Monitor, 4 MB Arbeitsspeicher und eine 40-MB-Festplatte.

Schließlich will Dell den Anwender auch noch mit einer verbesserten Laptop-Version seines bekannten 316LT ködern. Der neue 320LT rechnet mit einem SX-Prozessor, der mit 20 Megahertz getaktet wird. Die Grundkonfiguration des mit serieller und paralleler Schnittstelle bestückten Tragbaren besteht aus einer 20-MB-Festplatte, einem 8-Bit-Steckplatz - ein Modem hierfür ist postzugelassen - und Anschlüssen für einen externen Monitor, Tastatur sowie ein Diskettenlaufwerk. Ab Oktober ist der 320LT für 7700 Mark zu kaufen.