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16.04.1999 - 

Universal und BMG sowie IBM und Real verbünden sich

Neue Dimensionen im Internet-Musikvertrieb

MÜNCHEN (CW) - Der Medienvertrieb via Internet gilt als gigantischer Zukunftsmarkt. Die jüngsten Allianzen verschiedener Branchengrößen markieren eine frühe Konzentrationswelle, mit der die Platzhirsche ihr Territorium verteidigen wollen.

Mit Universal und der Bertelsmann Music Group (BMG) haben sich zwei der größten Musikverlage der Welt zusammengetan, um über die gemeinsame Firma Get Music (www.getmusic.com) die eigene Programmpalette online zu vermarkten. Universal gehört zum kanadischen Seagram-Konzern und BMG zur Gütersloher Bertelsmann AG. Beide verfügen in den USA gemeinsam über einen Marktanteil von etwa 44 Prozent. Get Music basiert auf den erfolgreichen Online-Musik-Communities der BMG.

Geplant sind Live-Übertragungen, E-Mail-Services zu Neuerscheinungen sowie umfangreiche Informationen über die Künstler der Konzerne. Produkte anderer Verlage sollen zwar auch vertrieben, nicht aber aktiv beworben werden. Auch die Medienkonzerne Time Warner und Sony betreiben bereits einen gemeinsamen Musikvertrieb im Internet (www.totale.com).

Die Allianz von Universal und BMG richtet sich in erster Linie gegen reine Internet-Konkurrenten wie CD Now oder Amazon, die den Musik-Platzhirschen im Online-Revier beständig Marktanteile abjagen. Erst in zweiter Linie ist die Zusammenarbeit ein Schlag gegen die weitverbreitete Musikpiraterie im Netz. So ist zunächst kein Vertrieb von digitalisierten Songs geplant, die Interessenten gegen Bezahlung selbst herunterladen könnten. Seagram-Vorstandschef Edgar Bronfman kann sich das für die Zukunft aber gut vorstellen.

Der digitale Musikvertrieb ist die größte Herausforderung für die etablierten Konzerne - spätestens seitdem sich jedermann mittels der Komprimierungstechnik MP3 kostenlos Songs in CD-Qualität aus dem Netz saugen kann. Die führenden Musikkonzerne arbeiten gemeinsam mit Softwareherstellern an einem Kopierschutz für ihre Werke. Am weitesten ist hier IBM mit dem "Madison"-Projekt (siehe CW 7/99, Seite 25). Dabei sollen mehrere hundert Haushalte über Kabelmodems an das System angeschlossen werden. Die Benutzer können dann in verschlüsselter Form Stücke aus 200 auf einer Web-Site bereitgestellten Musikalben wählen. IBM hat nun angekündigt, gemeinsam mit Streaming-Media-Pionier Real Networks auch den sicheren digitalen Musikvertrieb über Telefonleitungen und gewöhnliche Modems zu testen. Der Softwareriese kann mit einem Schlag die 55 Millionen registrierten Nutzer von Real erreichen und sich bei Erfolg als wichtigster Dienstleister in diesem Umfeld etablieren. Allerdings arbeiten auch Branchengrößen wie Microsoft, AT&T und Sony intensiv an eigenen Lösungen. Microsoft will mit "Audio 4.0" ein proprietäres Format neben MP3 etablieren und gemeinsam mit der Web-Site www. launch.com kostenlose Musikstücke anbieten.