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21.07.2000 - 

Verwaltungsorganisation legt Marschroute fest

Neue Domains sind nur noch eine Frage der Zeit

MÜNCHEN (fn) - Die Domain-Verwaltungsorganisation Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann) konnte sich auf ihrer Konferenz im japanischen Yokohama nicht auf neue Top-Level-Domains (TLDs) einigen. Es wurde lediglich beschlossen, nach welchem Verfahren neue TLDs noch in diesem Jahr gefunden und eingerichtet werden sollen.

Wer von dem Meeting der Icann die Verabschiedung neuer Top-Level-Domains erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Verwaltungsorganisation einigte sich lediglich darauf, dass Firmen oder Organisationen ab dem 1. August zwei Monate lang Vorschläge für neue Top-Level-Domains unterbreiten und sich gleichzeitig als Vergabestelle für diese Domains bewerben können. Wer sich um eine neue TLD bemüht, muss jedoch 50000 Dollar an die Icann zahlen - eine Bearbeitungsgebühr für die Prüfung des Antrags. Vom 1. bis 15. Oktober kann dann die Öffentlichkeit zu den eingegangenen und von der Icann für brauchbar befundenen Vorschlägen Stellung beziehen. Am 20. November sollen die Verhandlungen mit Firmen beginnen, deren Vorschläge angenommen wurden. Bis Ende 2000 will die Icann die Verträge mit diesen Unternehmen unter Dach und Fach haben, so dass erste Internet-Adressen mit neuen TLDs Ende dieses beziehungsweise Anfang nächsten Jahres vergeben werden können.

Anzahl noch völlig offenDabei steht allerdings noch nicht fest, wie viele neue TLDs neben den schon existrierenden Domains .com, .net, .org und .edu hinzugefügt werden. Während Esther Dyson, Interimsvorsitzende der Icann, sich für etwa zehn neue TLD stark macht, halten andere Mitglieder des Aufsichtsrats diese Zahl für zu hoch, da die Icann nicht über genügend Leute verfüge. Grund für den Engpass beim Personal ist Geldmangel: Die Domain-Verwaltungsorganisaton muss mit einem winzigen Jahresbudget auskommen. Somit endete die Icann-Konferenz mit dem Schlusswort, dass es zwischen einer und zehn neuen TLDs geben wird.

Nach Ansicht von Siegfried Langenbach, Geschäftsführer des Kölner Internet-Dienstleisters CSL, war die Entscheidung der Icann überfällig. Langenbach arbeitet mit der Europäischen Union zusammen, damit möglichst bald die TLD .eu eingeführt wird. Der CSL-Chef rechnet damit Anfang nächsten Jahres.

Im Juni machte die Icann in einem Schreiben selbst Vorschläge für neue TLDs (siehe CW 25/00, Seite 7), darunter .banc für den Finanzsektor, .travel für die Reisebranche und .xxx oder .sex für Rotlicht-Sites. In Yokohama wurden diese Überlegungen nicht weiter erläutert. Seit 1998 kümmert sich die Icann um die Verwaltung des Domain Name System, zuvor war das US-Unternehmen Network Solutions mit dieser Aufgabe betraut und nahm bei der Vergabe von Domains eine Monopolstellung ein. Mittlerweile gibt es bei der Vergabe der Web-Adressen regen Wettbewerb. So können etwa 40 Firmen aus dem In- und Ausland, die von der Icann eine entsprechende Zulassung erhielten, Internet-Adressen gegen Gebühr vergeben.