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16.05.1975

Neue EDV-Dimension durch Microcomputer

Mit Begriffen wie "Minicomputer", "Prozeßrechner", "Kompaktrechner" und anderen Wortschöpfungen wissen vor allem kleine und mittlere Anwender noch wenig anzufangen, wie eine Untersuchung der International Data Corporation GmbH Deutschland (IDC) ergeben hat (EDP Deutschland Report vom 16. April 1975).

Bleibt zu fragen, ob nicht "sämtliche Klarheiten beseitigt" sind, wenn nun noch der Begriff "Microcomputer" ins Spiel gebracht wird.

Microprozessor-Systeme (= Microcomputer) sind dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Komponenten auf kleinstem Raum untergebracht sind: Zentraleinheit in MOS / LSI-Technik, eventuell auch ein kleiner Arbeitsspeicher, sowie Ein-/Ausgabe-Schnittstellen.

Sie sind von den Eigenschaften her den Minicomputern sehr ähnlich, liegen aber mit ihrer Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit deutlich unter "echten Computersystemen". Denn sie haben in der Regel nur geringe Rechenkapazitäten. Auch fehlt ein Betriebssystem, was es erforderlich macht, für die Programmierung einen anderen Computer zu Hilfe zu nehmen. Standardmäßig kann nur verhältnismäßig langsame Peripherie (zum Beispiel Fernschreiber, Magnetbandkassette, Lochstreifengeräte, Floppy Disk) angeschlossen werden.

Welche Bedeutung haben nun die "Micros" als Standard-Bauteile auch größerer Computersysteme?

MÜNCHEN - Mit digitaler Logik arbeitende Geräte haben in den letzten Jahren ständig an Bedeutung gewonnen, nicht nur als selbständige Geräte, zum Beispiel in der Meßtechnik, sondern vor allem auch als Funktionsbaugruppen in der Steuerungs- und Regeltechnik. Anfangs bestanden die Baugruppen aus einzelnen Transistoren, dann kamen relativ komplexe integrierte Schaltungen auf den Markt und jetzt sind es vollständige "Computer-Zentraleinheiten", die als selbständige Baugruppen angeboten werden.

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist eine neue Generation von Maschinen, Geräten, Anlagen etc., die durch den Einbau von Kleinstcomputern - sogenannten Microprozessoren über eine gewisse Intelligenz verfügen. Möglich wurde dies durch die MOS/LSI-Technologie. Leistungsfähige Zentraleinheiten können heute auf kleinstem Raum produziert werden: Ein kompletter 16-Bit-Rechner mit 4 K Hauptspeicher und Teletype-Ein-/Ausgabeschnittstellen hat auf einer einzigen Platine (Steckkarte) im DlN-A4-Format Platz.

Microcomputer werden völlig neue Anwendungsbereiche erschließen, denn mit Hilfe dieser Technologie wird es möglich sein, Systeme zu bauen, die - wie es Michael Spindler, Vertriebsleiter OEM bei Digital Equipment ausdrückt - "nur noch einen Bruchteil des Raumbedarfes herkömmlicher Geräte haben und vor allem erheblich weniger kosten werden." So sei für die nächsten Jahre die Ablösung auch größerer Systeme durch kleine Halbleiterbausteine zu erwarten. Wo die wichtigsten Anwendungsbereiche von Microcomputern liegen, zeigt Tabelle 1.

Der industrielle Markt für Microcomputer

Das US-Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan sagt voraus, daß bei den im Industriebereich eingesetzten Minicomputer- und Microcomputer-Systemen ab 1982 das Dollar-Volumen der Microcomputer dasjenige der Minicomputer übersteigen wird. Die Studie (Oktober 1974) behandelt den Markt für Microcomputer der Dekade von 1973 bis 1983. Nicht berücksichtigt sind Microcomputer im Bereich der Datenfernverarbeitung und der kommerziellen EDV.

In dem folgenden Auszug aus dieser F & S-Untersuchung werden Vorhersagen aufgestellt über das Verkaufsvolumen weltweit für Microcomputer, aufgeteilt nach industriellen Einsatzbereichen und nach Gerätetypen (siehe Tabelle 2).

Microcomputer werden auch auf längere Sicht Minicomputer nicht aus bestehenden Anwendungen verdrängen, dafür sind sie in bezug auf die Programmentwicklung und den Anschluß schneller Ein-/Ausgabeperipherie nicht komfortabel genug.

Ihre Bedeutung liegt vielmehr darin, daß für einen niedrigen Preis Computereigenschaften in ein Gerät eingebaut werden können und daß damit Anlagen automatisiert werden können, bei denen das bisher nicht möglich war.