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13.03.1992 - 

Schwerpunkte: Bauelemente, Meßgeräte, CAx-Techniken

Neue Elektronikmesse "Biet" soll zu Ungarns Profilierung beitragen

MÜNCHEN (see) - Auch Ungarn bekommt seine High-Tech-Messe: Die Premiere der "Biet" soll im Oktober dieses Jahres in Budapest stattfinden. Bei der Namensanalogie zur Wiener Elektronikschau "Viet" handelt es sich konzeptuell um eine Absplitterung von der traditionellen Frühjahrsmesse in Budapest. Die Erwartungen der Veranstalter indes sind zwangsläufig noch eher gebremst.

Die Biet (Internationale Fachmesse für Elektrotechnik und industrielle Elektronik) soll der zweite Schritt bei der Etablierung eines Fachmesse-Wesens in Budapest nach der Ifabo im vergangenen Jahr sein. An der Expoconsult International (ECI), Ausrichterin der Veranstaltung, sind die Hungexpo Budapest und die Wiener Messen- und Congressgesellschaft je zur Hälfte beteiligt.

Positionieren will sich die Biet als "Electronica plus Productronica", so ECI-Geschäftsführer Norbert Kohsem. Daraus ergibt sich ein relativ breites Ausstellungsspektrum: Die bisherigen Kontakte mit potentiellen Ausstellern legen den Schluß nahe, daß der Schwerpunkt der Exponate bei Bauelementen und Meßgeräten liegen wird; hinzu kommen laut Kohsem unter anderem die CAx-Techniken und entsprechende Software. Kommunikationstechnik habe deshalb keine Relevanz für die alle zwei Jahre stattfindende Schau, da dieser Bereich bereits jährlich von der Ifabo abgedeckt werde.

Die Veranstalter rechnen mit 400 Ausstellern auf einer Fläche von 20000 Quadratmetern laut Kohsem eine "sehr große" Halle - und mit einer Besucherzahl in der "Größenordnung um die 20000". Gegenwärtig steht die ECI nach eigenen Angaben mit etwa 1200 Unternehmen in Kontakt, die sie für eine Teilnahme gewinnen möchte. Am 10. Mai dieses Jahres ist Meldeschluß, und vom 27. bis zum 30. Oktober 1992 findet die Biet im Internationalen Messezentrum Budapest statt.

Wahrscheinlich werden der ECI zufolge zumindest anfangs nur wenige ungarische Aussteller mit von der Partie sein: Rund drei Viertel der Kontakte würden mit Unternehmen aus dem westlichen Ausland gepflegt; 25 Prozent seien Firmen aus Ungarn oder Joint-ventures mit ungarischer Beteiligung. Man könne allerdings auf einen Trend hoffen, der sich für die Ifabo bereits abzeichne: Nur ein Drittel der Aussteller im Jahr 1991 sei ungarischer Herkunft gewesen; 1992 dagegen hätten die heimischen Firmen schon den größten Ifabo-Anteil gehabt.

Was Aussteller und Besucher sich an Vorteilen von noch einer Elektronikmesse in Europa versprechen können, sind bestimmt keine Geschäftsabschlüsse, gesteht Kohsem ein. Seine Warnung: "Wer erwartet, mit einem vollen Auftragsblock zurückzukommen, wird enttäuscht sein." Vielmehr müsse es für die Anbieter darum gehen, durch Kontakte zu örtlichen Bauträgern, Architekten und Ausschreibungsstellen die Kanäle zu öffnen, durch die künftig Aufträge hereingeholt und Umsatz generiert werden könne. Außerdem, betonte der ECI-Geschäftsführer, werde die Biet sicherlich auch als "Drehscheibe für Joint-ventures" fungieren können, die Ambitionen auf Märkte in Osteuropa hegen.

Der Standort Ungarn ist noch - im Vergleich zum westlichen Standard - auf einer niedrigen Entwicklungsstufe, warnen die Biet-Ausrichter vor zu hochgesteckten Erwartungen. Eine "funktionierende Infrastruktur" als Grundlage für große exportorientierte Fertigungseinheiten sei noch nicht vorhanden; es werde jedoch "permanent" an einer Verbesserung gearbeitet.

Andererseits verweist der ungarische Wirtschaftsminister Béla Kadar auf die schon vorzeigbaren Erfolge des ökonomischen Aufbaus im Lande: Die Importe seien zu 90 Prozent liberalisiert, und 30000 Unternehmen betätigten sich frei im jüngst noch staatsmonopolistischen Außenhandel.

Von einem Drittel auf 70 Prozent sei überdies der Westanteil des ungarischen Außenhandels angewachsen. Innerhalb eines Jahres hätten sich die Exporte in EG-Länder um ein Drittel, in die Bundesrepublik Deutschland allein um 50 Prozent erhöht. Als Etappenziel der Entwicklung Ungarns zu einer Marktwirtschaft propagiert (und verspricht) Kada, daß in drei Jahren die Landeswährung Forint frei konvertierbar und die Zahlungsbilanz Ungarns ausgeglichen sein soll.