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26.06.1992 - 

Raubkopien waren zum Teil auch für den deutschen Markt bestimmt

Neue Erfolge für Microsoft im Kampf gegen SW-Piraterie

MÜNCHEN (CW) - Wie die Microsoft Corp., Redmond, Washington, jetzt mitteilt, hat sie nicht nur ihren ehemaligen Geschäftspartner BEC Computer Co. wegen Lizenzmißbrauch verklagt, sondern auch einen asiatischen "Fälscherring" aufgedeckt sowie polizeiliche Ermittlungen gegen mehrere kalifornische Druckerei- und Handelsunternehmen in die Wege geleitet.

Nicht ganz zu Unrecht warnt Microsoft die Anwender eindringlich vor dem Einsatz von Raubkopien: Es bestehe die Cefahr, sich auf diese Weise einen Virus einzufangen. Daneben

geht es dem Software-Unternehmen aber vor allem ums Geld: Nach Schätzungen des Anbie-terverbands Business Software Alliance (BSA) brachten die Raubkopierer die Software-Industrie allein in den Jahren 1990 und 1991 um Einnahmen in Höhe von 20 bis 30 Milliarden Mark. Microsoft gehört zu den Anbietern, die davon besonders betroffen sind

BEC soll Lizenzgebühren unterschlagen haben

Die beim District-Gericht Los Angeles angestrengte Klage gegen den taiwanischen Hardwarehersteller BEC beziehungsweise dessen kalifornische Tochter sowie einige angeschlossene Betriebe lautet auf Verletzung des Copyrights und des Warenzeichens, Betrug, unlauteren Wettbewerb, Vertragsbruch und andere Gesetzesüberschreitungen. Angeblich hat BEC zehntausende nichtautorisierter Kopien von MS-DOS und MS-Windows vertrieben und damit gegen die Lizenzverträge verstoßen. Hardware-Anbieter dürfen die Microsoft-Betriebssysteme, so das Software-Unternehmen, nur in Verbindung mit ihren eigenen Rechnern verkaufen. Darüber hinaus wirft Microsoft BEC vor, Lizenzgebühren unterschlagen zu haben, und fördert dafür Schadenersatz in Höhe von fünf Millionen US-Dollar.

Bereits im April gelang es Microsoft, gemeinsam mit den Zollbehörden von Taiwan, Hongkong und der Volksrepublik China, ein über alle drei asiatischen Staaten gesponnenes Netz von Softwarepiraten zu zerreißen. Bei fünf verschiedenen Razzien wurden Fälschungen der von Microsoft verwandten Disketten, Handbücher und Verpackungen - einschließlich des Firmen-Hologramms - entdeckt. Die so eingekleideten Raubkopien des Betriebssystems MS-DOS Version 5.0 waren unter anderem für den deutschen Markt bestimmt.

In Kalifornien wurde Microsoft ebenfalls fündig: Auf Anregung des Software-Unternehmens ermittelte das Federal Bureau of Investigation (FBI) im März gegen vier verschiedene Betriebe - der Druckerei Copyworld in San Franzisko, die Zwischenhändler Master Systems und Alphacom International sowie die Handelsgesellschaft Business World Products. Diese Unternehmen werden von Microsoft beschuldigt, MS-DOS und MS-Windows illegal kopiert beziehungsweise weitergegeben zu haben.