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12.09.1980

Neue GMO-Tochter konzentriert sich auf Systems-Engineering:\Mit Selbsthilfe-Tools aus der Software-Krise

HAMBURG - System-Entwicklern im DV-Bereich unter die Arme greifen will die "Sysware Gesellschaft für System-Engineering mbH", die das Hamburger DV-Beratungsunternehmen GMO gegründet hat. Nach ADV/Orga (CW 36 vom 5. 9. 1980) koppelt damit ein weiteres deutsches Softwarehaus die "Verfahrenstechnik" vom laufenden Beratungsgeschäft ab.

Die "Gesellschaft für moderne Organisationsverfahren mbH und Co.", die heuer ins zweite Lebensjahrzehnt geht, erzielte nach eigenen Angaben 1979 mit 110 Mitarbeitern einen Umsatz von 13,8 Millionen Mark (1978: 7,4 Millionen Mark). Durch Konzentration auf "Hilfe für die Selbsthilfe" (GMO-Lingo) soll die neue Tochter einen "Beitrag zur Bewältigung der Software-Krise" leisten. "Bei vielen DV-Managern wächst die Einsicht", so Sysware-Geschäftsführer Jürgen Kohlmetz "daß die Programm-Erstellung ähnlich einem industriellen Prozeß organisiert und realisiert werden muß."

Die Aufgaben seiner Verfahrenstechniker (Kohlmetz: "Keine Methoden-Fans") lägen in der Beratung und Schulung auf den Gebieten "Tools", "Projekt-Organisation" und "Projekt-Management".

Ziel der Sysware-Aktivitäten sei es darüber hinaus, die Akzeptanz des von Dr. Reinhold Thurner, Sodecon AG, entwickelten Generatorsystems "Delta" und des Projektplanungs- und -steuerungs-Systems "PPC III" (GMO-Eigengewächs) zu verbessern. Thurner: "Anwender, die Entwicklungswerkzeuge gekauft haben, wurden von den Software-Lieferanten bei der Einführung bisher allein gelassen."

Der Programmierer "alten Stils", nicht eben für eine umfassende Kenntnis der vorhandenen Methoden und Werkzeuge zur Unterstützung der Systementwicklung bekannt, sei nun endgültig mit seinem Assembler am Ende. Erklärt GMO-Alleingesellschafter Hasso Wien (Jahrgang 1943) bündig: Die Software-Erstellung zu jedem Preis hat keine Chance mehr."

Wien sieht die GMO-Strategie, herkömmliche Standard-Software fallen zu lassen und statt dessen auf Systems-Engineering-Werkzeuge zu setzen, durch die Entwicklung auf der DV-Szene bestätigt.

Die folgende Momentaufnahme der Hamburger "Toolisten" zeigt einige interessante Perspektiven auf:

Stand am Ende der 70er Jahre

- Vertrautheit mit Datenbanksystemen und Datenfernverarbeitung auf breiter Front

- Erste Stufe dezentralisierter Verarbeitung ist erreicht (DV ist am Arbeitsplatz)

- Abkehr von der Hersteller-Gläubigkeit (Mixed Hardware gang und gäbe)

- Abkehr von der Standardsoftware-Euphorie

- Einsicht in die Notwendigkeit von Verfahrenstechnik bei der Systementwicklung

- Gestiegene Integration der Anwendungssysteme

- Sehr hoher Anteil von DV-Fachkräften ist mit Wartung und Modifikation von Anwendungssoftware beschäftigt

- DV-Fachkräfte knapp und teuer

- Unsicherheit bei Anwendern über Mitarbeiter-Profile

- DV-Einsatz ganz überwiegend unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit

- DV-Grundkenntnisse sind häufig schon auf der höchsten Management-Ebene vorhanden.

- Einsicht in die Notwendigkeit der DV ist allgemein in den Betrieben vorhanden (nüchterne Betrachtungsweise)

- Fachbereich ist immer mehr in die Entwicklung von DV-Systemen einbezogen, er bestimmt zunehmend Umfang und Qualität der Systeme (initiiert sie häufig)

Sich abzeichnende Entwicklungen der 80er Jahre

- Anwendungssysteme werden komplexer, Anwendungssysteme werden stärker integriert sein

- Fachbereich wird die ausschließliche fachliche Verantwortung (einschließlich der Projektleitung) für neue Systeme übernehmen (Datenverarbeitung als Dienstleistung)

- Hardware-Aspekt tritt noch weiter in den Hintergrund (einheitliche Schnittstellen)

- Tempo für Hardware-Neuerungen wird geringer werden (Rücksicht auf Software-Neuerungen: /38, H-Serie)

- Anzahl der DV-Anwender wird sich vervielfachen

- Neue Techniken wie verteilte Rechner, mehrstufige Netze, verteilte Datenbanken, Einbeziehung von Mikros in die Groß-DV, mächtige Programmiersprachen (APL) werden sich durchsetzen

- Einführung von Verfahrenstechniken (Methoden und Tools) auf breiter Front

- Ansatz für wirkliche Standardsoftware durch den Einsatz von Methoden und Tools (ab Mitte der 80er Jahre)

- Profile der DV-Mitarbeiter (einschließlich DV-Manager) wandeln sich ("Leiter Informationsverarbeitung")