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18.05.1979

Neue Hardware wirft Langfrist-Konzepte über den Hafen

Obwohl man "kurzfristig in der EDV keine Richtungsänderungen vornehmen", sondern sich nach Meinung von Fritz Voigt, Leiter des Cendata Rechenzentrums in Bielefeld, "durch ein langfristiges Konzept für etwa drei bis vier Jahre binden sollte", hat sich die Prioritäten-Rangliste für 1979 bei vielen EDV-Chefs deutlich verschoben. Die spektakulären Hardware-Ankündigungen zum Jahresanfang wirken sich auf das EDV-Konzept fast jeden EDV-Chefs aus: Plötzlich gibt es "Zwischenlösungen", wird Personal aufgestockt, werden verstärkt TP-Lösungen konzipiert, um so die "Weichen für die Umstellung auf eines der neuen Systems" zu stellen. CW befragte vier EDV-Chefs.

Franz Axtner

Leiter Zentrale Organisation, Rechenzentrale Bayerischer Genossenschaften eG, München

Das Jahr 1979 bringt für die EDV-Anwendung in der Rechenzentrale einige Neuerungen in der Prioritätenliste -bedingt vor allem durch die erfolgten Neuankündigungen im Hardware- Bereich:

1. Austausch aller fünf installierten Systeme Siemens 7755 gegen 7760 wegen des günstigen Preis/ Leistungsverhältnisses.

2. Abklären der zukünftigen Betriebssystem-Situation in bezug auf BS1000, BS2000 und BS 3000.

3. Automatisierte bildschirmorientierte Ablaufsteuerung für den Bereich der Arbeitsvorbereitung.

4. Untersuchung der Auswirkungen der Paketvermittlung auf unser

Datenfernverarbeitungsnetz und die damit verbundenen Dispositionen.

5. Erweiterung der COM-Verfilmung auf neue Anwendungsgebiete und somit die Erreichung von grundsätzlicher Rationalisierung.

Heinz Schneider

Bruderhaus Maschinen GmbH, Reutlingen

Die Prioritäten innerhalb der DV haben sich gegenüber unserer Planung bis zum

Jahresende tatsächlich etwas verschoben: Wir werden demnächst eine IBM 4341 bestellen. Heute arbeiten wir mit einer IBM 3 70/125-3, die für die Anforderungen an unser Rechenzentrum nicht mehr ausreicht. Die 4341 soll nach IBM-Angaben bis zum Herbst 1980 geliefert werden - allerdings glauben wir nicht an diesen Termin. Dennoch werden wir versuchen, alle geplanten Vorhaben bis zum Jahresende zu realisieren. Wir waren auf einen Hardware-Wechsel sowieso vorbereitet. Auch wenn das neue IBM-System nicht auf den Markt gekommen wäre, hätten wir auf ein größeres System umstellen müssen. Unsere sechs Benutzer mußten zu lange Wartezeiten in Kauf nehmen, da das Multiprogramming auf der installierten Maschine recht beschränkte Möglichkeiten bietet.

Bis zum Jahresende haben wir vor, einige technische Programme für die Arbeitsplanung, Arbeitsvorbereitung und Stücklisten-Organisation online zu konzipieren - im Hinblick auf die Installation des neuen Rechners. Zudem werden wir uns nicht mehr mit DL/1 und CICS beschäftigen.

Schließlich müssen wir uns in diesem Jahr intensiver damit beschäftigen, unser derzeit vorhandenes EDV-Personal aufzustocken, da die neue Anlage durch die verstärkte Online-Verarbeitung und Datenbanksysteme mehr Manpower erfordert. Deshalb soll zu den zwei Mitarbeitern ein dritter hinzukommen. Obwohl der Personalmarkt derzeit recht leergefegt ist, haben wir zwei gute Angebote vorliegen.

Fritz Voigt

Leitung Cendata, ein Unternehmen der Seidensticker-Gruppe, Bielefeld

Kurzfristig sollte man in der EDV. keine Richtungsänderungen vornehmen, sondern

sich in einem langfristigen Konzept mit einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren bewegen. Andernfalls kosten diese "Zickzack-Entscheidungen" nur viel Geld und Zeit und führen zu Unzufriedenheit mit der EDV.

Folglich kann man unter diesem Gesichtspunkt nur bestimmte Schritte beschleunigen oder neue Prioritäten verteilen, da die neue Hardware neue Möglichkeiten ab 1981 bietet. Wir haben für unser Haus bei der Einführung eines Informations- beziehungsweise Datenbanksystems die neuen Möglichkeiten in bezug auf Dialogfähigkeit und Zugriff auf relevante Daten überdacht und werden unser Konzept den neuen größeren Plattenkapazitäten und Arbeitsspeichergrößen anpassen. Als Vorstufe haben wir folgende

Prioritäten festgelegt und wollen einige Vorarbeiten für diese Umstellung in Angriff nehmen:

1. Überarbeiten der bestehenden Programme für einen Übergang auf das System IBM 4341 beziehungsweise Siemens 7541.

2 Einführung eines Dokumentationssystems (zum Beispiel durch Bildung eines Arbeitskreises von Siemens-Benutzern im Raum ZN Hannover).

3. Einführung von Bildschirmprogrammierung.

4 Einführung von Testdatengeneratoren und Testkontrollen (zum Beispiel Test von "Pathfinder").

5. Einstellung auf die Verschiebung der Werte Software und Hardware durch Ausbau und Stabilisierung der Abteilungen Programmierung und Systemanalyse.

6. Anpassung beziehungsweise Erstellung eines Organisations- und EDV -Gesamtkonzeptes für die Zeit bis 1985, da eben die neue Hardware ganz neue Möglichkeiten innerhalb eines firmenbezogenen EDV-Etats bietet.

Grundsätzlich sind dies keine ad hoc Maßnahmen, sondern Stufen, die in einem Langzeitplan eben jetzt schneller - und eventuell kostengünstiger in Angriff genommen werden können. So beginnen wir heute die Weichen für die Umstellung auf eine neue Anlage 4341 beziehungsweise 7541 intensiver unter neuen Gesichtspunkten zu stellen.

Erich Biedka

Abteilungsdirektor, Raiffeisen-Zentralgenossenschaft eG, Karlsruhe

Die Zentralgenossenschaft wird noch im Laufe dieses Monats ein System 370/138 installieren, und zwar vorerst für eine TP-Anwendung. Der gesamte Batch-Betrieb unseres Unternehmens läuft in einem Rechenzentrum im RJE-Betrieb und das soll auch so bleiben. Mit dieser neuen Anlage wollen wir einzig und alleine im Laufe dieses Jahres TP-Anwendungen realisieren. Hierbei geht es uns darum, erst einmal die sehr aufwendig Buchhaltung die uns in bezug auf Aktualität und Output einiges Kopfzerbrechen gemacht hat, auf TP umzustellen. Das bedeutet eine kostenlose Buchhaltung mit Abfragesystem zu installieren und dabei die Papierausgabe so gering wie möglich zu halten. Die gesamte TP-Buchhaltung beziehen wir als Standardpaket von einem Fremdanbieter.

Weiter ist geplant, im Rahmen der Warenabteilung unseres Hauses die Lieferantenrechnungen über Bildschirm-Terminals zu erfassen. Die daraus gewonnenen Daten werden direkt an die Buchhaltung weitergegeben. Aus den Daten der Lieferantenrechnungen soll - soweit das möglich ist - eine Weitberechnung an unsere Kunden abgeleitet werden.

Diese Hauptanwendungsgebiete sollen noch im Laufe dieses Jahres realisiert werden. Wir werden dann - im Laufe des nächsten Jahres - ein System IBM 4341 bei uns ins Hause installieren, das die 370/138 ablösen soll. Die /138 dient als reine Zwischenlösung, weil die neuen IBM-Systeme noch nicht verfügbar sind. Wir gehörten mit zu den ersten, die diesen Rechner unmittelbar nach der Ankündigung bestellt haben, da wir uns hiervon eine wesentliche Verbesserung des Preis-/ Leistungsverhältnisses versprechen.

Da wir vor einiger Zeit bei einer konzentrierten. Suche nach einem Programmierer auf einen total leeren EDV-Personalmarkt gestoßen sind, bilden wir jetzt unsere Mitarbeiter selbst aus. Zu diesen Zweck wurden Schulabgänge eingebildet jetzt zu EDV-Kaufleuten ausgebildet werden. Zwei so ausgebildete EDV-Kaufleute sind jetzt bei uns in der Programmierung beschäftigt - mit gutem Erfolg. Derzeit arbeiten fünf Mitarbeiter in der Programmierung, weitere werden nach Ausbildungsabschluß hinzukommen.