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31.07.2006

Neue IBM-Sun-Allianz

Die Becom-Gruppe hat die deutschen und österreichischen Niederlassungen des Dienstleisters Morse gekauft. Inoffiziell wird Becom damit viertgrößtes Systemhaus Deutschlands. Doch mit dem defizitären Sun-Partner hat man sich eine offene Baustelle ins Haus geholt.

Von Alexander Roth

Am 25. Juli 2006 kam die Bekanntmachung: Die Becom-Gruppe, das siebtgrößte Systemhaus Deutschlands, hat das zehntgrößte Systemhaus, die Morse GmbH, mitsamt ihrer österreichischen Schwester, der Morse IT-Solutions Austria GmbH, gekauft.

Dabei zahlte Becom letztendlich eine Million Euro für den in die roten Zahlen gestürzten Sun-Spezialisten, der mit 180 Mitarbeitern an neun Standorten in Deutschland und Österreich vertreten ist: Als Übernahmepreis waren zwar 9,5 Millionen Euro vereinbart worden, der Kassenbestand in beiden Ländern beläuft sich aber auf 8,5 Millionen Euro. Allerdings sagt die englische Konzernmutter den verkauften Morse-Niederlassungen für die zweite Jahreshälfte 2006 ein Minus von 1,2 Millionen Euro voraus.

Trotz des Morse-Defizits: Die Becom-Gruppe mit Hauptsitz in Schwerte wird zum viertgrößten Systemhaus Deutschlands - mit einem verdoppelten Umsatzvolumen von 300 Millionen Euro pro Jahr - 45 Millionen Euro hinter PC-Ware und mit über 100 Millionen Euro Vorsprung vor der an Platz fünf liegenden Cancom-Gruppe.

Konfliktpotenzial?

So beeindruckend die Zahlen klingen, mit Morse hat sich die Gruppe nicht nur aufgrund des drohenden Morse-Verlusts Probleme ins Haus geholt: Während Becom als einer der größten Anbieter von IBM-Services und -Hardware in Deutschland gilt, ist Morse enger Partner des IBM-Konkurrenten Sun. So hat die Becom-Group tatsächlich die von Branchenkennern als einzigen "Ausweg" bezeichnete Variante gewählt: Morse soll eigenständig bleiben und der bisherige Geschäftsführer Michael Kühnl weiterhin die Gesellschaft führen.

Im Gespräch mit ComputerPartner nennt Becom-Chef Detlef Linde, zugleich Gesellschafter der akquirierenden Holding, die strategischen Ziele hinter der Übernahme: Becom wolle das "Reseller-Geschäft" stabilisieren und die eigene Präsenz, vor allem im Süden Deutschlands, ausbauen. Auch in puncto Hardware strebe Becom ein breiteres Feld an. Damit es hier dennoch keine Konflikte gebe und sich das "Theater mit den Herstellern" vermeiden ließe, habe sich die Geschäftsführung ganz gezielt für ein gleichzeitiges Nebeneinander beider Systemhäuser entschieden. Er sehe zwar dank des starken Servicebereichs von Morse auch Potenzial für das eigene Geschäft; ein Zusammenlegen des Managements und der Logistik beider Dienstleister halte er derzeit aber für ausgeschlossen - zudem gebe es kaum Überschneidungen bei Kunden und Partnern.

Plant denn Becom in diesem Jahr noch weitere Übernahmen? Linde: "Das kann durchaus noch passieren."