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19.06.2006

Neue Initiative für Mobile-Linux-Standard

Sechs Handy-Anbieter treten gegen Symbian und Microsoft an.

Die Handy-Hersteller Motorola, Samsung, NEC und Panasonic Mobile Communications sowie die Netzbetreiber Vodafone und NTT Docomo haben sich zusammengetan, um eine offene, Linux-basierende Softwareplattform für Mobiltelefone zu schaffen. Sie wollen eine Spezifikation für die Anwendungsentwicklungs-Schnittstelle (API), eine Referenzarchitektur und modellhaften Quellcode entwickeln. Dafür soll es eine Testsuite geben, mit der Entwickler die Konformität ihrer Anwendungen überprüfen können. Die sechs Initiatoren wollen auch ihr Marketing aufeinander abstimmen, um ihren Linux-Handy-Standard populär zu machen.

Die Initiative könnte dazu beitragen, die bisherige Fragmentierung im Mobile-Linux-Markt zu überwinden. Jeder Hersteller arbeitet mit einer eigenen Architektur. Das macht es anderen Entwicklern schwer, mit vertretbarem Aufwand Anwendungen für diese Mobiltelefone zu schreiben und zu vermarkten, die sich für viele Geräte dieser Klasse eignen. Aus diesem Grund haben Linux-Handys bisher eine schlechtere Ausgangsposition als die marktbeherrschenden Systeme von Symbian und Microsoft.

Branchengrößen haben es eilig

Für Tony Cripps, Analyst bei Ovum, ist an der Initiative bemerkenswert, dass mit Vodafone und NTT Docomo zwei Mobilfunk-Netzbetreiber dabei sind, die Linux-basierende Handys in großer Zahl unters Volk bringen könnten und einen starken Einfluss auf den Markt haben. Dies lasse hoffen, dass am Markt der Handy-Systeme ein weiteres Gewicht neben Symbian und Microsoft entsteht. Die neue Initiative will schon in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres ihre selbst gestellten Ziele erfüllt haben. Das wäre weit schneller als die normalerweise für die Entwicklung eines neuen Handy-Betriebssystems kalkulierten rund 18 Monate. Dies deutet laut Cripps darauf hin, dass die Initiatoren bereits Vorarbeiten im Stillen geleistet haben.

Die Sechsergruppe beschreitet einen ziemlich untypischen Weg zur Standardisierung. Denn sie möchte zunächst unter sich bleiben, um die Ziele nicht durch zu umfangreiche Abstimmungsprozesse unter vielen Beteiligten zu gefährden. Erst wenn eine Referenzimplementierung vorliegt, sollen andere Handy-Hersteller, Netzbetreiber, Chiphersteller und Softwarehäuser zur Beteiligung an der Initiative eingeladen werden.

Von erheblicher Bedeutung dürfte ferner sein, wie sich die neue Herstellervereinigung mit zwei bereits bestehenden Gruppen zur Standardisierung von Mobile-Linux koordiniert oder ob sie sich als Alternative zu diesen positioniert. Das Forum Linux Phone Standards (Lips) konzentriert sich wie die neue Gruppe auf Standard-APIs für Anwendungen für Linux-Handsets. Im Lips-Forum sind Palmsource und die französischen Netzbetreiber France Télécom und Orange treibende Kräfte. Außerdem gibt es die Mobile Linux Initiative (MLI), die auf Betreiben der Industrievereinigung Open Source Development Labs (OSDL) entstanden ist. Sie arbeitet an Spezifikationen für einen standardisierten Mobile-Linux-Kernel. In der MLI sind unter anderem Motorola und nochmals Palmsource Mitglieder. (ls)