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01.09.1978 - 

The Waves of Change

Neue Kostenrelationen

An die Selbststeuerungsfunktionen der neuen Computersysteme werden hohe Ansprüche gestellt: Von der vollautomatischen: Feststellung des Jobstartes, bis hin zu Informationen über den Grad der Hardwareauslastung, muß das System selbständig auf veränderte . Arbeitsbedingungen reagieren können.

Computersysteme der achtziger Jahre werden dem Menschen eine Menge Arbeit abnehmen: Sie werden selbständig Systemressourcen und Jobs verplanen und damit für höheren Datendurchsatz und schnelle Reaktionszeiten sorgen. Automatische Fehlerkorrektur, Online Fehleranalyse und Wiederanlaufeinrichtungen dürften dann zu den standardmäßigen Fähigkeiten neuer Computersysteme geworden sein.

Die Rechner der mittachtziger Jahre fallen immer seltener aus. Das bedeutet: Höherer System-Output macht DV-Investitionen rentabler. In einem Diskussionsbeitrag der IBM vor dem Management Review Commitee vom 19. April 1971 wurden diese praktisch servicefreien Systeme zum ersten Mal genauer diskutiert.

Wirtschaftliche Überlegungen

Allein aufgrund eines besseren Preis/Leistungsverhältnisses dürfte es dem neuen System /80 in absehbarer Zeit kaum gelingen, das System 370 vom Markt zu verdrängen. Leasing-Gesellschaften und unabhängige Hersteller von steckerkompatiblen Systemen haben der zeit noch relativ viele IBM 370 Systeme auf Lager. Sie werden sich einiges einfallen lassen, um diese Rechner auch weiterhin an den Mann zu bringen.

Neue Peripheriegeräte, leistungsfähige Speicherkomponenten und günstige Zahlungsbedingungen machen die "alten" 370 Systeme (die inzwischen größtenteils abgeschrieben sind) auch weiterhin wettbewerbsfähig.

Bei der IBM ist man sich darüber im klaren, daß das neue System einiges mehr bieten muß, um das "alte" zu überrunden. Die wichtigsten Stichwörter sind "Benutzerfreundlichkeit" und "Arbeitsproduktivität". Man will also in punkto Funktionalität und Zuverlässigkeit auf Vordermann bringen - zugkräftige Systemeigenschaften, die auch die Preissenkungen beim IBM 370 vergessen lassen. Selbstverständlich ist für das System /80 auch ein besseres Preis/Leistungsverhältnis zu erwarten.

Personalkosten sind heute der expansivste Posten im DV-Budget; während die Hardware aufgrund des besseren Preis/Leistungsverhältnisses immer billiger wird. Dieses Ergebnis einer IBM-Studie wurde bereits 1970 durch ähnliche Untersuchungen bestätigt. Damals wurde der Personalkostenanteil mit 53 Prozent, die Hardware mit 35 Prozent und der Rest mit 12 Prozent veranschlagt.

Eine IBM-Studie aus dem Jahre 1972 erbrachte eine interessante Aufschlüsselung der Personalkostenstruktur: 42 Prozent der Gesamtkosten werden von reinen Wartungsaufgaben absorbiert - für die Entwicklung neuer Anwendungen verbleiben somit ganze 52 Prozent des Personalkostenbudgets.

1971 hat man bei IBM versucht festzustellen, mit welchen Aufgaben Programmierer und Systemanalytiker eigentlich ihre Arbeitszeit zubringen. Das Ergebnis: Anwendungsprogrammierer und Systemanalytiker brauchen 17 Prozent ihrer Arbeitszeit für Systemumstellungen und weitere 35 Prozent für die Programmwartung. Das bedeutet, daß DV-Fachkräfte nur 46 Prozent ihrer Zeit für die Entwicklung neuer Anwendungen zur Verfügung haben.

Mit der Erschließung neuer Anwendungen wird sich der Wartungsaufwand weiter erhözehnts dürften die, damit verbundenen Kosten den gewichtigsten Posten im DV-Budget ausmachen.

Für IBM und andere innovationsfreudige Hersteller gibt es hier eine Menge zu tun: An erster Stelle stehen neue Hard- und Softwaretechniken zur Erhöhung von Programmierer- und Endbenutzerproduktivität - dies gilt vor allem für den Wartungs- und Entwicklungsbereich. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre zum Beispiel die "Emanzipation" des Endbenutzers von hochkarätigen DV-Spezialisten (Anwendungsprogrammierer, Systemanalytiker etc.).

Ohne diese Produktivitätssteigerungen werden Endbenutzer noch mehr Hardwarepower einfach nicht mehr verkraften können. Das wichtigste Problem der nächsten Systemgeneration ist die effektive Nutzung neuer Hardwareleistung. Wenn dies nicht gelingt werden große Rechnerkapazitäten ganz einfach brachliegen. Dies würde letztlich die Stagnation des gesamten Computermarktes nach sich ziehen ein Zustand mit dem niemand gedient wäre.