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25.06.1993

Neue Luenendonk-Liste zeigt die Walldorfer auf Platz 1 SAP hat die Software AG endlich doch ueberrundet

MUENCHEN (qua) - Was ein deutsches Wirtschaftsblatt voreilig schon im vergangenen Jahr meldete, ist jetzt Tatsache: Die Software AG, Darmstadt, hat ihren Status als groesstes deutsche Software- Unternehmen eingebuesst. Die "Luenendonk-Liste" der 25 groessten DV- Beratungs- und Software-Unternehmen wird heuer von der SAP AG, Walldorf, angefuehrt.

Bereits zum zehnten Mal veroeffentlichte das Redaktionsbuero Luenendonk, Bad Woerishofen, seine alljaehrliche Umsatz-Hitparade der deutschen Softwarebranche. War die "Top 25" zunaechst von der SCS GmbH, Hamburg, angefuehrt worden, so schob sich 1986 die Software AG an die Spitze. Ein Jahr spaeter hatte sich sich SAP - 1984 noch auf Platz sieben - an deren Fersen geheftet; doch erst jetzt gelang es dem Standardsoftware-Anbieter aus Walldorf, an dem Darmstaedter Datenbank- und 4GL-Spezialisten vorbeizuziehen.

Wuerde die Luenendonk-Liste lediglich die Binnenumsaetze beruecksichtigen, so haette SAP die Software AG bereits 1988 ueberholt. Von den 420 Millionen Mark, die die Darmstaedter damals einnahmen, stammten naemlich 328 Millionen von auslaendischen Anwendern. Unter diesem Aspekt muessten beim aktuellen Ranking uebrigens beide Unternehmen hinter die Cap Debis Software und Systeme zuruecktreten: Die in Leinfelden bei Stuttgart angesiedelte Debis-Tochter bezog 1992 de facto jede Mark ihres auf 665 Millionen bezifferten Umsatzes aus dem Inland.

Doch waehrend Thomas Luenendonk und sein Team den Toechtern auslaendischer Unternehmen lediglich ihre in Deutschland getaetigten Umsaetze anrechnen, bringen die deutschen Anbieter ihre Gesamteinnahmen in die Bewertung ein. Allerdings kann Luenendonk eigenen Angaben zufolge bei dieser Ungleichbehandlung auf die Billigung der Industrie zaehlen.

Neben der Microsoft GmbH, die von Cap Debis auf Platz vier verdraengt wurde, und der Computer Associates GmbH, Darmstadt, ist in der juengsten Luenendonk-Liste nur ein weiterer Standardsoftware- Anbieter aus den USA vertreten: Die Duesseldorfer Novell GmbH katapulierte sich mit einem Umsatz von 198 Millionen Mark aus dem Stand auf Platz acht - vor renommierten deutschen Softwareschmieden wie Softlab (Platz zehn) oder Straessle (Platz elf).

Theoretisch haette der deutsche Novell-Umsatz auch schon im Jahr zuvor fuer eine Positionierung unter den ersten 15 gereicht. Offenbar waren die Duesseldorfer bislang jedoch nicht bereit, den Luenendonk-Mitarbeitern Rede und Antwort zu stehen. Wer in die Liste aufgenommen werden will, muss naemlich die Verteilung seines Leitungsspektrums offenlegen. Auf diese Weise will Luenendonk Hardware-Anbieter und reine Dienstleister aussieben. Unausgefuellt blieben jedoch auch die Frageboegen der Deutschland-Toechter von Oracle und Lotus.

Wie Luenendonk weiter mitteilt, gaben die deutschen Anwender 1992 insgesamt 21,1 Milliarden Mark fuer Software, DV-Beratung und entsprechende Schulung aus - ohne die Investitionen in die unternehmenseigene Software-Entwicklung. Rund ein Fuenftel dieser Aufwendungen haetten dabei die 25 Branchenfuehrer unter sich aufteilen koennen - ein Anteil, der in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei.

Dieses Ergebnis bestaetigt augenfaellig die Konzentrationstendenz auf dem deutschen Software- und Beratungsmarkt. So haben beispielsweise die Software-und-Systeme-Division der Debis-Gruppe sowie die Muenchner Alldata GmbH ihre Position vor allem durch die Akquisition anderer Unternehmen verbessert. Eine ausfuehrliche Dokumentation der Luenendonk-Liste kann ab Juli direkt bei dem Redaktionsbuero bezogen werden.