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CA zieht um, um in den Datenbank-, Anwendungssoftware- und Seminarmarkt wachsen zu können:


26.03.1982 - 

Neue Märkte - auch außerhalb der IBM-Sphäre

DARMSTADT - "CA-Dynam" hätte - in Anlehnung an eine Produktgruppe ähnlichen Namens - Computer Associates GmbH anläßlich der offiziellen Eröffnung ihrer neuen Hauptverwaltung in Weiterstadt inszeniert hatte: Im Mittelpunkt über hohe Wachstumsraten und Marktanteile in Vergangenheit und Zukunft. CA-President Charles B. Wang gab bekannt, sein Unternehmen werde sich nun auch im Markt der Applikationssoftware und außerhalb der IBM-Sphäre betätigen.

Auf baulichem Sektor wird CA-Deutschland nach Worten von Geschäftsführer Wolfgang Arnold zunächst einmal eine Verschnaufpause einlegen. 40 Büros sind im neuen Gebäude in Weiterstadt (in unmittelbarer Nachbarschaft Darmstadts) fertiggestellt und zu 75 Prozent belegt. Den Ausbau des einstweilen nur im Rohbau dastehenden dritten Gebäudetrakts wird man nach seiner Auffassung aber in spätestens 18 Monaten in Angriff zu nehmen haben.

CA ist, wie die Firmenvertreter in Weiterstadt wiederholt hervorhoben, eindeutig auf Wachstum ausgerichtet, wenngleich Arnold nach eigenem Bekunden die Gefahren eines rasanten Wachstums durchaus nennt und deshalb da und dort nur restriktiv agiert. 40 Prozent ist die Wachstumsrate, die CA derzeit weltweit vermeldet; weitere von CA mitgeteilte Zahlen sind:

- Weltweit 15 000 Installationen wurden bisher realisiert;

- 35 Prozent der deutschen DOS-/OS-Anwender sind CA-Kunden;

- 400 Mitarbeiter zählt der augenblickliche Personalstand weltweit;

- im deutschsprachigen Raum hat CA 1000 Kunden, die insgesamt 1800 CA-Packages installiert haben;

- in Deutschland ist der potentielle Markt der Weiterstädter 2800 Anwender mit IBM DOS/OS-Anlagen - OS-Anteil rund ein Viertel - groß

- seit dem 1. Februar verfügt CA-Deutschland über eine zwei Mann starke Softwareentwicklungsabteilung;

- 50 Prozent ist die magische Marke, die CA sich innerhalb jedes seiner Einzelmärkte als Anteilsquote zum Ziel gesetzt hat.

Weitere Zukunftspläne von Computer Associates kamen in Weiterstadt teils deutlich, teils nur in Umrissen zur Sprache. So will CA ab Herbst '82 das von der frisch übernommenen American Computer Science Corporation entwickelte Warendistributionsprogramm "Prism" in den deutschen Vertrieb übernehmen und für IBM /38-, Univac V/77-, TRW- und Siemens-Rechner zum Preis von rund einer Viertelmillion Mark anbieten.

Damit wiederum wird der Neuaufbau eines Vertriebsapparates erforderlich. Weitere neue Vertriebsleute - nicht zuletzt wegen neuer Preisgrößenordnungen - wird CA benötigen, wenn der Einstieg in den Markt für Datenbankverwaltungs- und Datendiktionärsysteme ansteht. Dieses Projekt - so Arnold - ist noch "in der Forschungsphase".

Auch der Markt für mächtige Anwendungsentwicklungssysteme erscheint den Weiterstädtern so expansiv, daß sie ihn über kurz oder lang werden bedienen müssen. (Arnold: "Geht nicht anders.") In der Produktpolitik will CA verstärkt den Family-Gedanken pflegen und Produkte, die nicht mehr gut zur Familie passen, aussortieren - wobei unentwegten Anwendern der Sourcecode überlassen wird.

Nächstes Etappenziel der regionalen Ausbreitung von Computer Associates ist Jugoslawien, wo wie andernorts die Firmenphilosophie verwirklicht werden soll, die Wang so formulierte: "To build strong local companies." Stark werden will CA auch im Seminargeschäft. Entsprechende Vorsätze - so Arnold - "geistern durch die Gegend", und man sieht auf diesem Sektor eine "Riesenmarktlücke".

Die Seminaraktivitäten sollen nicht nur Einschulungsmaßnahmen umfassen, sondern auch gezielte Nachschulung; denn CA hat registriert, daß 40 Prozent aller nach Weiterstadt kommenden Anrufe auf Unkenntnis der Reference-Manuals oder der Nichtausnutzung vorhandener Facilities beruhen. Über Software und Softwaremißbrauch, ein in diesen Tagen aktuelles Thema, äußerte sich CA-President Wang dahingehend, er sehe (in den USA) eine Notwendigkeit zur Schaffung eines besonderen Rechtsinstituts, angesiedelt zwischen Patent und Copyright; denn Software sei "not a patentable item".