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22.06.1990 - 

Summit, 4391 und Future Systems sind die IBM-Zukunft:

Neue Midrange- und Mainframe-Systeme für die neunziger Jahre

MÜNCHEN (CW) - Immer neue Andeutungen, Gerüchte und Spekulationen sorgen zur Zeit für Gesprächsstoff in der IBM-Systemwelt. Am Rande verschiedener Kongresse in den USA und Europa orakelten Branchenkenner, IBM-Vertreter und Anwender, was Big Blue in nächster Zeit im Midrange- und Mainframe-Sektor bringt. Alle stimmen darin überein, daß der 3090-Nachfolger "Summit" spätestens 1991 vorgestellt wird.

Bereits für den Herbst dieses Jahres erwarten US-Analysten und -Anwender eine Reihe neuer Produkte der Midrange-Serien 4381 und 9370. Als mehr oder weniger sicher gilt hier, daß Big Blue drei neue "937er" und die 4381-Nachfolgeserie "4391" im September vorstellt. Außerdem wird zu diesem Zeitpunkt wenigstens mit der Ankündigung erster Elemente der Summit-Serie gerechnet. Einige Analysten meinten sogar, daß IBM möglicherweise noch früher hinsichtlich Summit zur Sache gehen müsse, da Hitachi

mit seinen Top-Mainframes neuen Schwung in den Markt gebracht habe.

Informationen über Details der neuen IBM-Midrange-Rechner wurden unserer US-Schwesterzeitschrift "Computerworld" von lnsidern zugespielt. Demnach sollen die neuen 9370-Rechner die Serie nach oben hin erweitern. Das neue Top-Modell dürfte die 2,5fache Leistung des bisherigen Spitzengerätes Modell 90 bieten. Außerdem werden sämtliche neuen 9370-Modelle so eingerichtet, daß SAA auf ihnen läuft. Für Anwender, die ihre 9370-Systeme unter VSE laufen lassen, wird IBM mit den neuen Rechnern Erweiterungen anbieten, die über ähnliche Funktionalität wie MVS/ESA verfüge. Sie können dann größere Anwendungsprogramme mit besserer Datenintegrität nutzen und den Durchsatz ihrer Systeme erhöhen.

Die neue "4391-Familie" - bei diesem Namen handelt es sich um einen Codenamen, den IBM nicht offiziell bestätigte - wird aus drei Modellen bestehen. Sie sollen Rechenleistungen von zehn, 16 und 22 Millionen Instruktionen pro Sekunde (MlPS)

bieten und etwa 70 000 Dollar pro MIPS kosten. Mit diesen Rechenleistungen werden die

Rechner etwa den Low-end-Modellen der Serie 3090 entsprechen, aber rund 45 Prozent

weniger kosten. Auch sie sollen Teil der SAA sein.

Nach Ansicht von US-Anwendern sind die 4391-Rechner bereits jetzt marktfertig. IBM halte sie jedoch noch zurück, in der Hoffnung, daß Anwender, die an die Grenzen ihrer 4381-Leistung gestoßen sind, jetzt noch zur Anschaffung einer teuren 3090 schreiten.

Eine Vision der lBM-Produktpalette für Mitte der 90er Jahre erlaubte sich William Husband, Senior Consultant bei dem Marktforschungs-Unternehmen Meridien lnternational, auf einem Seminar in Paris. Nach seiner Auffassung wird die IBM-Systemwelt im Jahr 1995 aus PS/2, 9370, AS/400, 4391, 3090 und Summit bestehen. Die Serie 370 werde ab 1993

in die sogenannten "Future Systems" übergehen. "Future Systems I" soll dabei aus Ein- bis Vier-Prozessor-Maschinen mit bis zu 30 MIPS bestehen, "Future Systems II" aus Ein- bis Acht-Prozessor Modellen, die zwischen zehn und 200 MIPS bieten. Gekrönt werden soll diese Serie von "Future Systems", auch bekannt unter dem Decknamen "Pluto" und "Planet", mit einer Leistung von 100 bis 1600 MIPS. In Sachen Summit geht Husband davon aus, daß ein erstes Vier-Prozessos-Konfiguration folgen, die 300 MIPS bringt. Ende 1992 schließlich soll eine 400-MIPS-Summit mit acht Prozessoren folgen. Auf die neuen Rechner von Hitachi und Amdahl wird die IBM nach Ansicht von William Husband noch in

diesem Jahr mit einer doppeltkonfigurierten 3090J reagieren.

Bei einer Konferenz von IBM-Anwendern im schottischen Glasgow lieferte Steve Hamilton, Vorstandsmitglied des britischen Leasing-Unternehmens Comdisco UK, technische Hintergrundinformation zur Summit. Er meint, daß IBM zwei Summit-Versionen ankündigen werde. Die eine soll auf der bisherigen 3090-Technologie basieren, die andere auf einer erweiterten Technik. Damit würde die IBM Besitzern der bisherigen 3090-Top-Modelle einen Aufrüstpfad zur Summit bieten. Im Hinblick auf Aufrüstmöglichkeiten meinte Hamilton weiter, daß Anwender in Zukunft gerade hier alle Alternativen im Auge behalten müßten. Schließlich verlange die IBM extrem hohe Upgrade-Preise, die in keinem Verhältnis

zu gewonnen Leistung stünden. So kostet die Aufrüstung einer 3090 600 E zu einer 600 S rund 3,5 Millionen Dollar, die einer 600 S zur 600J rund 4,7 Millionen Dollar. Die Leistungssteigerung beträgt aber nur sieben beziehungsweise 14 Prozent. Der Druck, den Hitachi, Fujitsu und Amdahl im PCM-Markt jetzt auf Big Blue ausüben, sei für Anwender ein gutes Argument bei Verhandlungen mit der IBM, günstigere Upgrade-Preise herauszuschlagen.