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05.02.1982 - 

National Semiconductor will 4300-Nachfolger nicht abwarten:

Neue NAS-Serie als lBM-"Olympia"-Vorläufer

SAN DIEGO/FRANKFURT - Im Vorgriff auf eine vermeintlich neue IBM-Serie mit dem Codenamen"Olympia" wird die National Advanced Systems (NAS) Corp. am 17. Februar 1982 im schweizerischen Arosa ihren europäischen Tochtergesellschaften eine PCM-Systemfamilie vorstellen. Wie aus NAS-Kreisen verlautet, sollen die von der Konzernmutter National Semiconductor (im Branchenjargon: "Natsemi") entwickelten steckerkompatiblen Maschinen der IBM 4300-Größenklasse auf der Hannover-Messe 1982 weltweit zum Vertrieb freigegeben werden.

"Ganz schön mutig von den NAS-Leuten, neue Produkte gegen eine IBM-Serie zu stellen, die es noch gar nicht gibt", kommentiert ein Münchner Branchenbeobachter die bevorstehende "Arosa-Ankündigung". Doch dank ihrer ausgezeichneten Kontakte zu den IBM-Labors wüßten die "Plug Compatible Manufacturers" (PCMs) gewöhnlich bestens darüber Bescheid, welche Maschinen der Marktführer in der Pipeline habe. Konkurrenzbeobachter bei der Frankfurter NAS GmbH gehen davon aus, daß unter Federführung der IBM Deutschland in Böblingen vier Rechnermodelle mit den internen Codenamen Cortina" (0,2 Mips), Innsbruck (0,8 Mips), St. Anton (1,3 Mips) und Grenoble (2 Mips) entwikkelt werden. Die "Olympia"-Systeme sollen die 4341 ergänzen - oder einmal ganz ablösen. Grund: Die mit der 43XX-Ankündigung vor drei Jahren von IBM selbst verursachte Preisdegression im Hardwarebereich könne durch eine Mengenprogression nicht mehr in ausreichendem Maße aufgefangen werden.

Nach Meinung der NAS-Experten spricht einiges dafür, daß die neuen IBM-Maschinen über virtuellen Speicher und 32-Bit-Adressierung verfügen werden. Noch völlig offen ist allerdings, mit welchem Betriebssystem die "Olympia" kommt. Hier fische IBM selbst noch im trüben, vermuten die PCM-Spezialisten.

Da das betagte Disk Operating System (DOS) die erweiterte Architektur nicht optimal unterstützen könne, müsse sich der Marktführer, so wird kolportiert, für Multiple Virtual Systems (MVS) entscheiden. Bei der deutschen NAS-Tochter in Frankfurt wird eine offizielle Olympia-Ankündigung noch für dieses Jahr erwartet, die Erstauslieferung für Mitte 1983.

Sollten die Frankfurter mit ihrer Prognose recht behalten, hätten sie nach eigenen Angaben einen Trumpf in der Hand: Die NAS-Maschinen wären bereits im August 1982 verfügbar.

Revolutionäre Entwicklungen werden indes weder von den

IBM-Maschinen noch von deren NAS-Vorläufern erwartet, eher evolutionäre Erweiterungen bestehender Rechnerkonzepte. Die erste Natsemi-Zentraleinheit, die in den Labors in San Diego unter dem Projektnamen "S 203" entwickelt wurde, verfüge allerdings noch über einen Uniprozessorkomplex.

Genaue Leistungsangaben mochte National Semiconductor über die neue CPU-Reihe bisher nicht an die große Glocke hängen. Das deutsche NAS-Team ist selbst überrascht, welche "Geheimnisskrämerei" von den Amerikanern um die Ankündigung gemacht wird. Branchenanalytiker halten es indes für ausgemacht, daß die bestehende AS-5000-Serie, als /370-Nachbau technologisch überholt, nach der Ankündigung der neuen Maschinen vom Markt verschwindet.

Mit Interesse registriert die NAS-Konkurrenz, daß sich der Halbleiter-Gigant National Semiconductor wieder mehr im Computerbereich engagiert, obwohl sein japanischer OEM-Partner Hitachi leistungsfähige Rechner liefern kann. Insider werten die neuen Aktivitäten als eine Reaktion des Chip-Produzenten, der derzeit mit enormen Preiseinbrüchen in seinem angestammten Bereich fertig werden müsse.