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22.08.1997 - 

Isoc.de bewertet IETF-Treffen positiv

Neue Network-Standards für Ende 1997 möglich

Zu einer ganzen Reihe von aktuellen Themen in jedem der acht IETF-Kernbereiche (Applikationen, Internet, die nächste Generation des Internet Protocol, Netz-Management, Betriebsvoraussetzungen, Routing, Sicherheit sowie Transport- und Anwenderdienste) wurden in der bayerischen Landeshauptstadt Arbeitsgruppen abgehalten. Hubert Martens, dem Vorstandsvorsitzenden der Isoc.de und Veranstalter des Treffens in München, fällt es schwer, aus der Fülle von Arbeitsgruppen einige wenige als besonders interessant hervorzuheben.

Besonders am Herzen gelegen habe ihm jedoch unter ande- rem das Netz-Management. Er war erfreut, daß die Teilnehmer der SNMP-3.0-Arbeitsgruppe (SNMP = Simple Network Ma- nagement Protocol) versuchten, mit der geplanten neuen Version des Standards so schnell wie möglich voranzukommen. "Ich bin nach meinen Beobachtungen in der Arbeitsgruppe zuversicht- lich, daß dieses leidige Problem in etwa zum Jahresende gelöst sein wird."

Ähnlich positiv sieht er die Entwicklung der Version 6 des Internet Protocol (IPv6). Es steht für Martens außer Frage, daß IPv6 gegenüber dem derzeit im Einsatz befindlichen Internet Protocol der Version 4 enorme Vorteile bietet. Allerdings fehle hier noch der Druck der Kunden: IPv6 werde derzeit noch immer nicht so zwingend gefordert wie SNMP 3.0.

Neben den beiden genannten Themen waren für ihn alle Arbeitsgruppen zu Transportsteuerungs-Mechanismen ergiebig. Dazu gehörten beispielsweise IP über Satellit, Mobile IP oder Reservation Protocol für IP. Die Arbeit sei hier gut vorangekommen. Für den Anfang des nächsten Jahres könne man daher etliche neue Produktreihen auf dem TCP/IP-Markt erwarten, so daß "1998 für die Hersteller ein heißes Jahr werden dürfte".

Aus Sicht der Isoc.de etwas enttäuschend war die schwache Beteiligung europäischer und besonders deutscher Unternehmen an der IETF-Tagung. Martens führt das darauf zurück, daß man hierzulande - im Gegensatz zu den USA - noch nicht erkannt hat, was für eine prägende Rolle ein IETF-Standard haben kann. Anscheinend fehlt vielen deutschen Unternehmen auch die Bereitschaft, gezielt Arbeitskräfte abzustellen, damit diese aktiv an der Gestaltung eines Standards arbeiten können.

Dabei wird der ideelle und natürlich auch materielle Gewinn übersehen, den ein solches Engagement in der ersten Reihe mit sich bringt. Amerikanische Firmen haben dies nach Meinung von Martens längst begriffen. Er kritisiert: "Es ist einfach blamabel, daß bislang lediglich drei Requests for Comment (RFCs, siehe Lexikothek) von deutschen Autoren stammen."

Mit der Gesamtteilnehmerzahl, zu der die US-Unternehmen erheblich beitrugen, ist Martens indes aber zufrieden: "Wir hatten runde 1300 Teilnehmer. Das sind zwar nicht so viele wie bei den IETF-Treffen in den USA, wo sich bis zu 2000 Leute versammeln, für europäische Verhältnisse ist das aber ein Riesenerfolg."

Der positive Verlauf der Veranstaltung hat bereits Konsequenzen gezeitigt: Die IETF hat Martens bereits aufgefordert, "spätestens in vier Jahren" wieder ein Treffen des Standardisierungsgremiums in Deutschland auszurichten.