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22.08.1980

Neue Normen für die Informationsverarbeitung

In den Monaten Mai und Juni 1980 wurden vom Normenausschuß Informationsverarbeitung (NI) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. die folgenden Normen und Norm-Entwürfe veröffentlicht, die bei der Beuth Verlag GmbH in 1000 Berlin 30 erhältlich sind:

Auf dem Gebiet der Programmierung erschien im Mai die Norm

DIN 66 255 "Informationsverarbeitung; Programmiersprache PL/1"

Mit dieser Norm wird die Internationale Norm ISO 6160 "Programming Language PL/1"'(1. Ausgabe 1. Juli 1979) in das deutsche Normenwerk übernommen.

Der englische Text umfaßt in neun Kapiteln die Beschreibung der Programmiersprache PL/1. In ihm wird sowohl die Form als auch die Ausführung von in PL/1 geschriebenen Programmen festgelegt. Die Sprache wird definiert, indem eine gedachte PL/1-Maschine beschrieben wird, die PL/1-Quellprogramme übersetzt und interpretiert.

Es ist nicht möglich, einen deutschen Text zu geben, für den eine völlige inhaltliche Übereinstimmung mit dem ISO-Entwurf garantiert werden kann. Wegen des hohen Abstraktionsgrades des Gegenstandes können schon geringfügige Änderungen des Textes beträchtliche Bedeutungsverschiebungen verursachen. Der Zweck der Norm wäre aber verfehlt, wenn sie nicht vollständig mit der ISO-Norm über PL/1 übereinstimmen würde. Daher wird in dieser Norm der englische Originaltext der ISO-Norm wiedergegeben.

PL/1 (Programming Language One) ist eine problemorientierte Programmiersprache für betriebswirtschaftliche, verwaltungstechnische, kaufmännische und technisch-wissenschaftliche Programme und System-Programme.

Die Entwicklung dieser Sprache begann 1963 und führte 1964 zu einer ersten Darstellung. Die neue Programmiersprache erhielt 1965 den Namen L/1.

Seit 1966 arbeiten der ECMA-Ausschuß TC 10 und der ANSI-Ausschuß X3J1 in einem gemeinsamen Projekt an der Normung von PL/1. 1976 wurde die der ISO-Norm zugrundeliegende Norm ANSI X3.53-1976 verabschiedet.

Die Norm dient dazu, die Programmiersprache PL/1 so festzulegen, daß ein weltweiter Austausch von Programmen, die in dieser Sprache abgefaßt sind, zwischen Datenverarbeitungsanlagen ermöglicht wird. Die Norm stellt damit die Grundlage für das Herstellen von Übersetzern und das Ausarbeiten von Anleitungen (Handbücher, Lehrbücher) zur Programmierung in PL/1 dar. Eine englisch-deutsche PL/1-Fachwörterliste soll der Vereinheitlichung im Gebrauch der bei PL/1 verwendeten Fachwörter dienen.

Im Juni erschien die Norm

DIN 66 027 "Informationsverarbeitung; Programmiersprache Fortran "

Mit dieser Norm wird die Internationale Norm ISO 1539-1980 "Programming Language Fortran", die der ANSI-Norm X3.9-1978 entspricht, in das deutsche Normenwerk übernommen.

Der englische Text umfaßt in 18 Kapiteln die Beschreibung der Programmiersprache Fortran in zwei Stufen:

1. "Full Fortran" oder kurz "Fortran"

2. "Subset Fortran"

Die Norm dient dazu, die Programmiersprache Fortran in zwei Stufen "Full Fortran" und "Subset Fortran" so festzulegen, daß ein weltweiter Austausch von Programmen, die in diesen Sprachen abgefaßt sind, zwischen Datenverarbeitungsanlagen ermöglicht wird. Die Norm stellt damit die Grundlage für das Herstellen von Übersetzern und das Ausarbeiten von Anleitungen (Handbücher, Lehrbücher) zur Programmierung in Fortran dar.

Die in Abschnitt 4 gegebene englische-deutsch Fortran-Fachwörterliste soll der Vereinheitlichung im Gebrauch der bei Fortran verwendeten Fachwörter dienen.

Fortran (Formula Translation) ist eine Programmiersprache, die in ihrem Kern der mathematischen Formelsprache ähnelt und die vorwiegend dem Abfassen von Programmen zur Lösung numerischer Probleme auf digitalen Rechenanlagen dient; eine flexible Ein- und Ausgabe ist Bestandteil der Sprache. Mit ihrer Unterprogrammtechnik bietet die Sprache darüber hinaus bequeme Möglichkeiten, umfangreiche Programme zu strukturieren.

Die Programmiersprache Fortran wurde in ihrer ersten Form 1956 für ein spezielles Datenverarbeitungssystem veröffentlicht und im Laufe der Jahre unter Beteiligung zahlreicher Unternehmen und Institutionen durch Verbreiterung des Anwendungsbereiches weiterentwickelt. Diese Entwicklungsarbeiten haben nach internationaler Zusammenarbeit schließlich zur Normung in der ISO (R 1539 First Edition July 1972) und beim DIN (DIN 66 027, Ausgabe Januar 1975) geführt. Im wesentlichen ist die vorliegende Norm durch Erweiterung aus dieser ursprünglichen Norm hervorgegangen und löst die ursprüngliche Norm DIN 66 027 von 1975 ab.

Auf dem Gebiete der Codierung erschien im Juni die Norm

DIN ISO 5218 "Informationsverarbeitung; Datenaustausch, Darstellung des Geschlechts von Menschen"

Diese Norm dient zur einheitlichen Darstellung des menschlichen Geschlechts beim Datenaustausch mit dem Ziel

a) die Zeit zu verkürzen, die erforderlich ist, um die Darstellung des Geschlechts aufzuzeichnen und/oder zu formatieren und zu übertragen,

b) die Verständlichkeit und Genauigkeit beim Datenaustausch zu verbessern,

c) das Maß menschlicher Eingriffe zu verringern, die bei der Übertragung der Darstellung des Geschlechts erforderlich ist und

d) die Kosten zu senken.

Sie enthält einen numerischen Code, der von der Sprache unabhängig ist.. Sie stellt damit eine allgemeine Grundlage für den internationalen Austausch von Daten dar, die Datenelemente über das Geschlecht enthalten.

Mitträger ist der Nl bei den Norm-Entwürfen DIN 13 304 (Darstellung von Formelzeichen auf Einzeilendruckern und Datensichtgeräten) sowie DIN 2341 (Magnetbandaustauschformat für terminologische/lexigraphische Daten).