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09.02.1979

Neue Normen für die Informationsverarbeitung

Im Monat Dezember 1978 wurde vom Normenausschuß Informationsverarbeitung (NI) im DIN der folgende Norm-Entwurf veröffentlicht, der bei der Beuth Verlag GmbH in 1000 Berlin 30 und 5000 Köln 1 erhältlich ist.

Auf dem Gebiet der Programmierung erschien der Norm-Entwurf.

DIN 66 255 (November 1978) Informationsverarbeitung; Programmiersprache PL/I mit einer Einspruchsfrist bis 31. Januar 1979.

Die Norm dient dazu, die Programmiersprache PL/I so festzulegen, daß ein weltweiter Austausch von Programmen, die in dieser Sprache abgefaßt sind, zwischen Datenverarbeitungsanlagen ermöglicht wird. PL/I (Programming Language One) ist eine problemorientierte Programmiersprache für betriebswirtschaftliche, verwaltungstechnische, kaufmännische und technisch-wissenschaftliche Programme und System-Programme. Die Entwicklung dieser Sprache begann 1963 und führte 1964 zu einer ersten Darstellung. Die neue Programmiersprache erhielt 1965 den Namen PL/I.

Der englische Text umfaßt in neun Kapiteln die Beschreibung der Programmiersprache PL/I. In ihm wird sowohl die Form als auch die Ausführung von in PL/I geschriebenen Programmen festgelegt. Die Sprache wird definiert, indem eine gedachte PL/I-Maschine beschrieben wird, die PL/I-Quellenprogramme übersetzt und interpretiert. Das Quellenprogramm muß den Regeln genügen, die im Kapitel "Concrete Sytax" beschrieben sind. Es wird in eine normierte interne Form überführt, die im Kapitel "Abstract Syntax" festgelegt ist. Die Regeln für die Übersetzung enthält das Kapitel "Translator". Das interne Programm wird von der PL/I-Maschine benutzt, um den Ablauf der Ausführung zu bestimmen. Die Regeln für die Ausführung sind im Kapitel 5 "PL/I-Interpreter" und in den folgenden dargestellt.

In Anbetracht des großen Umfangs des Normtextes und wegen terminologischer Schwierigkeiten ist es derzeit nicht möglich, einen deutschen Text zu geben, für den eine völlige inhaltliche Übereinstimmung mit dem ISO-Entwurf garantiert werden kann. Wegen des hohen Abstraktionsgrades des Gegenstandes können schon geringfügige Änderungen des Textes beträchtliche Bedeutungsverschiebungen verursachen. Der Zweck der Norm wäre aber verfehlt, wenn sie nicht vollständig mit der ISO-Norm über PL/I übereinstimmen würde. Daher wird in diesem Norm-Entwurf nur der englische Originaltext der ISO-Norm wiedergegeben. Eine englisch-deutsche Fachwörterliste enthält jedoch die Übersetzungen der englischen Fachwörter, die in dem ISO-Entwurf von PL/I benutzt werden.

Auf dem Gebiet der Datenträger erschien mit Ausgabedatum Oktober der Norm-Entwurf.

DIN ISO 5653 Zwölfplattenstapel für magnetische Datenspeicherung; 200 x 10(6) Bytes, mit einer Einspruchsfrist bis 31. Januar 1979.

Der Norm-Entwurf legt die mechanischen und elektromagnetischen Eigenschaften und die Urbeschriftung von Zwölfplattenstapeln (200 X 10(6) Bytes) fest, die zur Speicherung von digitalen Daten dienen. Die Parameter sind so weit festgelegt, wie sie für die Austauschbarkeit der Plattenstapel und für die Informationsaufzeichnung notwendig sind.

Hervorzuheben ist, daß die elektromagnetischen Eigenschaften getrennt für Daten- und Servoflächen behandelt werden. Ein wichtiger Abschnitt befaßt sich mit Prüfungsbedingungen und -einrichtungen für Datenspeicherflächen. Wie bei älteren Plattenstapeln kommt hier den Bezugsspeicherflächen und Daten-Prüfköpfen eine besondere Bedeutung zu. Für Zwölfplattenstapel spezifisch sind Festlegungen über Organisation und Prüfbedingungen von Servoflächen sowie die Beschreibung der Urbeschriftung (Pre-Initialization) der Datenspuren durch den Hersteller.

In Anbetracht des begrenzten Anwendungskreises, der Englisch als Fachsprache spricht, erschien eine Übertragung der Norm ins Deutsche nicht erforderlich. Daher werden in der Norm die Seiten 1 bis 40 des englischen Originaltextes wiedergegeben. Daneben enthält die Norm im nationalen Anhang eine englisch-deutsche Fachwörterliste.

Auf dem Gebiet der Codierung erschien der Norm-Entwurf.

DIN 66 004 Teil 5 (November 1978) Informationsverarbeitung; Darstellung des 7-Bit-Code auf Datenträgern; Flexible Magnetplatte, mit einer Einspruchsfrist bis 31. März 1979.

Diese Norm dient dazu, die Darstellung des 7-Bit-Code nach DIN 66 003 auf dem Datenträger Flexible Magnetplatte festzulegen. Dadurch können digitale Daten mittels Flexibler Magnetplatten zwischen verschiedenen Magnetplattengeräten und Datenverarbeitungsanlagen ausgetauscht werden. Die Flexible Magnetplatte ist in DIN 66 237 Teil 1 und Teil 2 (zur Zeit noch Entwürfe) genormt. Die Aufzeichnung der digitalen Daten ist in DIN 66 238 (zur Zeit noch Entwurf) festgelegt. Die Angaben dieser Norm stimmen sachlich mit dem entsprechenden Teil des Internationalen Norm-Entwurf-Vorschlags DP 5654 Part II "Data Interchange on 200 mm flexible disk cartridges recorded at 13 262 ftprad on one side (6631 bprad)" des ISO/TC 97/SC 11 "Flexible magnetic media for digital data interchange", Stand November 1977, überein.

Ebenfalls eine Einspruchsfrist bis zum 31. März 1979 hat der Norm-Entwurf.

DIN 66 204 Teil 4 (November 1978) Darstellung von 8-Bit-Kombinationen auf Datenträgern; Flexible Magnetplatte.

Diese Norm dient dazu, die Darstellung von 8-Bit-Kombinationen, wie sie sich durch die Erweiterung des 7-Bit-Code (DIN 66 003 und DIN 66 203) ergeben, auf dem Datenträger Flexible Magnetplatte festzulegen. Hinsichtlich des Zusammenhanges mit der Internationalen Normung gilt dieselbe Aussage, die zum oben genannten Norm-Entwurf DIN 66 004 Teil 5 gemacht wurde.

Auf dem Gebiet der Bildschirmarbeitsplätze erschien der Norm-Entwurf.

DIN 66 234 Teil 3 (November 1978) Bildschirmarbeitspätze; Gruppierung und Formatierung von Daten, mit einer Einspruchsfrist bis 31. März 1979.

In diesem Norm-Entwurf ist festgelegt, wie Daten im Anzeigebereich von Bildschirmgeräten zweckmäßig zu gruppieren sind. Damit soll erreicht werden, daß die auf dem Bildschirm dargebotene Information in einer Art und Weise dargestellt wird, die es dem betrachtenden Menschen ermöglicht, diese für ihn bestimmte Information möglichst leicht aufzunehmen und richtig zu interpretieren. Die Angaben dieses Norm-Entwurfs beschränken sich dabei auf die Darstellung numerischer und alphanumerischer Daten.

Auf dem Gebiet der Datenübertragung wurde der Norm-Entwurf

DIN 66 021 Teil 10 (November 1978) Datenübertragung; Schnittstelle zwischen DE- und DÜ-Einrichtungen bei paralleler Datenübertragung auf Fernsprechleitungen, mit einer Einspruchsfrist bis 31. März 1979 veröffentlicht.

Diese Norm bezieht sich auf internationale Normungsarbeiten, die bei Datenübertragung von CCITT(4) und ISO(3) ausgeführt werden, und legt die Schnittstelle zwischen Datenübertragungseinrichtung (Abkürzung: DÜE) und Datenendeinrichtung (Abkürzung: DEE) für Parallelübergabe in Verbindung mit der Norm DIN 66 020 Teil 1 fest, wenn die DÜE der CCITT-Empfehlung V.20 entspricht.

Die wesentlichsten Eigenschaften der Schnittstelle sind: Asynchrone zeichenweise Datenübertragung im Hauptkanal von Außenstationen zu Zentralstationen auf Fernsprechleitungen. Der Zeichenvorrat kann 15 + 1, 63 + 1 (15 + 1 beziehungsweise 63 + 1 bedeutet einen verfügbaren Zeichenvorrat von 15 beziehungsweise 63 Zeichen und eine festgelegte Zeichenkombination zur Darstellung des Ruhezustandes im Übertragungskanal) oder 256 Zeichen sein. Die Übertragungsgeschwindigkeit kann bis zu 20 Zeichen in der Sekunde beziehungsweise bis zu 40 Zeichen in der Sekunde beim Zeichenvorrat von 15 + 1 Zeichen betragen. In Gegenrichtung zum Hauptkanal können wahlweise Daten mit einer Geschwindigkeit bis zu 5 bit/s in Serienübergabe oder Sprachsignale (Sprachantwort) übertragen werden.

Zum Verständnis der internationalen Vereinheitlichung von Schnittstellen sei vermerkt, daß CCITT Datenübertragungseinrichtungen, sowie Umfang und Betriebsbedingungen von Schnittstellenleitungen zum Anschluß an Datenendeinrichtungen spezifiziert. ISO ist für die Stiftbelegung des Steckverbinders an der Schnittstelle zuständig. Definitionen von Funktionen und elektrischen Signaleigenschaften von Schnittstellenleitungen erarbeiten CCITT und ISO gemeinsam. Die entsprechenden Arbeitsabsprachen sind von UIT(5) in Genf im Green Book, Volume VIII, 1973, unter Empfehlung A. 20 veröffentlicht.

Die hier zugrunde liegenden Anforderungen an die Schnittstelle bei paralleler Datenübertragung auf Fernsprechleitungen sind seitens CCITT im Orange Book, Volume VIII.1, 1977, unter Empfehlungen V.20 und V.31 und bei ISO in der Steckerbelegungsnorm DIS 2110 (Neuausgabe "1978" vorgesehen) enthalten. Die Deutsche Bundespost hat diese Festlegungen zum Betrieb im öffentlichen Wählnetz ergänzt, wie in den Abschnitten 3.1 und 3.3 des Norm-Entwurfs DIN 66 021 Teil 10 angegeben.

4) CCITT Comite Consultatif International Télégraphique et Téléphonique

5) UIT Union Internationale des Télécommunications