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06.10.1989 - 

Transportunabhängiger "Remote Procedure Call" angestrebt

Neue Perspektiven für die Migration zu OSI-Anwendungen

DALLAS (IDG) - Auf der Suche nach einem wesentlichen Schritt in Richtung OSI-Migration können Anwender vielleicht schon in absehbarer Zeit fündig werden: Eine vor kurzem unter der Ägide von Sun Microsystems gestartete Initiative will die Standardisierung eines sogenannten transportunabhängigen "Remote Procedure Call" (RPC) forcieren.

Die Vorteile einer solchen Lösung für den Benutzer liegen auf der Hand: Wenn es gelingt, eine Applikation zu schreiben, die unverändert über verschiedene Netze läuft, dann läßt sich sicherlich eine größere Bereitschaft zur Einbindung von Stand-alone-Applikationen in eine verteilte beziehungsweise Client/Server-Umgebung erreichen. So besteht eine wesentliche Aufgabe von RPCs darin, eine Anwendung in einen Server- und in einen Client-Part zu unterteilen, so daß sich der Benutzer nicht mit den Protokollen auf den unteren Netzwerk-Ebenen herumzuschlagen braucht.

Wenn die Industrie sich, mit genügend Nachdruck für eine RPC-Normierung einsetzt, wird es für die Entwickler einfacher, verteilte Applikationen zu schaffen, die auf der Basis verschiedener Betriebssysteme, Hardwareprozessoren und Transportebenen ablaufen beziehungsweise zwischen den genannten Komponenten agieren. Entwickler haben derweil signalisiert, daß sie auch gewillt sind, zwei RPCs zu akzeptieren, da, wie es ein Spezialist artikuliert, "die Unterstützung von zwei RPCs besser als der Support von mehreren Normen ist".

Zusammen mit Netwise und Novell hat Sun nun zunächst

Pläne für eine Entwicklungsplattform mit der Bezeichnung Common Distributed Computing Platform (CDCP) erarbeitet. Die jüngste Ankündigung für mehr OSI-Migration stärkt nach Ansicht von Michael Prince, MIS-Direktor bei der Burlington Coat Factory Warehouse Corporation, den Anwendern den Rücken: "Diese Plattform wird es uns erlauben, verteilte Applikationen mehr in den Vordergrund zu rücken."

Die CDCP-Initiative wird neben dem "Triumvirat" von 20 anderen Unternehmen protegiert, so zum Beispiel von 3Com und Banyan Systems. Gegenwärtig spielen hier verschiedene Produkte eine Rolle: Novell-, RPCs, RPC-Bibliothek und erweiterte Daten-Repräsentationsprotokolle ("Extended Data Representation Protocols") von Sun, ein von AT&T entwickeltes "Unix System V.4 Transport Layer Interface" und ein neues Release eines Netwise-RPC-Tool-Compilers. Es ist vorgesehen, im Laufe der ersten Hälfte von 1990 ein CDCP-Entwicklungs-Toolkit anzubieten.

Die neue Plattform steht allerdings nicht allein auf weiter Flur. So wird sich der von Sun vorgeschlagene Remote Procedure Call gegen einen alternativen Migrationsansatz, der in den Reihen von Digital Equipment und Apollo Computer das größere Echo findet, behaupten müssen. Das dort befürwortete und inzwischen auch der Open Software Foundation (OSF) vorgelegte RPC ist dem Network Computing System von Apollo entlehnt; zu den Lizenznehmern gehören DEC und IBM.

Mit Abwesenheit in Sachen CDCP glänzten daher auch IBM und Microsoft. Der für Netzwerke zuständige Marketingdirektor von Microsoft, Mike Murray, ließ verlauten, daß die Microsoft-Position erst nach einer OSF-Entscheidung in dieser Angelegenheit klare Konturen gewänne.