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28.02.1997 - 

Java als Standard-API?

Neue Produkte und Projekte heizen den Markt für Smart Cards an

Smart Cards als Informationsträger sind auch in Deutschland schon weit verbreitet, wie beispielsweise der flächendeckende Einsatz der Versichertenkarte der Krankenkassen beweist. Nun sollen die Plastikkarten mit dem Chip auch als Zahlungsmittel fungieren.

Neue Lesegeräte am PC

Die Fischer International Systems Corp. aus Naples in Florida bringt "Smarty" auf den Markt, das an Festplatten angeschlossen wird und mit den Kreditkarten gefüttert werden kann. Die kalifornische SCM Microsystems Inc. aus Los Gatos vermarktet mit "Swapsmart" ebenfalls ein Nachrüstgerät. Die PC-Card (früher PCMCIA) paßt in einen PC-Slot und verarbeitet die SCs. Frühere Smart-Card-Leser wurden direkt an die serielle Schnittstelle oder durch interne Bus-Anschlüsse an den PC angebunden, während die Neugeräte dem Plug-and-play-Ansatz folgen. Beide Firmen wollen zukünftige Entwicklungen der PC/SC-Arbeitsgruppe unterstützen, die sich - unter der Federführung von Microsoft - um Standards für die Integration von SCs und PCs kümmert.

Java als Standard für alle SCs

Derzeit sind Anschlüsse für PC-Cards in Mobilrechnern en vogue, beim Desktop aber noch immer die Ausnahme. Die Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG (SNI) integriert in den "Scenic-Pro"-Modellen "C", "D" und "M" bereits Chipkartenleser, die als Benutzerzugangsschutz, zur Identifikation, für die Datenverschlüsselung oder die komplette Sicherheitsverwaltung genutzt werden können und auch für die elektronische Geldbörse vorbereitet sind.

Die Gemplus SA und die Schlumberger Ltd., zwei Hersteller von SC-Mikroprozessoren, wollen nun Java für den Einsatz in den smarten Karten standardisieren und haben zu diesem Zweck das "Java Card Forum" aus der Taufe gehoben. Es soll das Java-API als Industriestandard für Smart Cards durchsetzen.

Die Deutsche Telekom AG hat mittlerweile ihr eigenes Betriebssystem "TCOS" entwickelt, das nach ihren Angaben das bisher höchste Sicherheitsniveau für Smart Cards garantiert. Es läuft auf dem Krypto-Controller "SLE 44CR80S" der Siemens AG, der mit 17 Kbit ROM, 8 Kbit EEPROM und 256 KB RAM ausgestattet ist. TCOS hat das E4-Sicherheitszertifikat erhalten.

Der Siemens-Baustein kommt auch in einem Feldversuch der Visa International zum Einsatz. Noch in diesem Jahr sollen 70000 Visa-Cash-Karten in Großbritannien ausgegeben und als wiederaufladbare, elektronische Geldbörse genutzt werden. Partner in diesem Projekt sind außerdem die Delphic Card Systems, die für den Kartenvertrieb, die technische Unterstützung sowie die Implementierung der einzelnen Bankenspezifikationen verantwortlich sind. Das Betriebssystem hat, nach Angaben von "Computergram", die Philips Smartcards und Systems entwickelt. Die Philips-Tochter soll aber - zumindest der französische Zweig - an die De La Rue Plc. verkauft werden. Beide Firmen brachten zuvor ihr Know-how in ein Joint-venture ein, das Magnetstreifen- und SC-Technik kombinierte.