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16-Bit-Mikros werden 8-Bit-Systeme vielfach verdrängen:


02.07.1982 - 

Neue Prozessoren arbeiten mit alter Software

MÜNCHEN - Einen neuen 16-Bit-Mikroprozessor, der die Funktionalität von etwa 15 bis 20 herkömmlichen integrierten Schaltungen auf einem Chip vereint, stellte Intel jetzt der Öffentlichkeit vor. Der neue "80186" verfügt zwar über eine Reihe neuartiger Befehle, verarbeitet jedoch auch alle Software, die für die bekannten 16-Bit-Prozessoren von Intel 8086 und 8088 geschrieben worden ist. Diese Objektcode-Kompatibilität gestatte die unsittelbare Nutzung eines bereits stattlichen Programmangebots, tönt Mikropionier Intel.

Die Zusammenballung der vielfältigsten Funktionen auf einem Chip senkt die Kosten einer Systemimplementierung laut Intel ganz drastisch. So sehr, meinte Dave House, der Manager der Microprocessor- und Development-Systems-Division, "daß jetzt viele 8-Bit-Anwendungen, die aus Kostengründen bisher auf die Leistung einer 16-Bit-Einheit verzichten mußten, ausgebaut werden können." Seiner Schätzung zufolge dürfte daher etwa ein Drittel des bis 1987 prognostizierten 8-Bit-Markts angesichts der neuen Preis-Leistungs-Relationen - Intel spricht von zehnfacher Performance fürs gleiche Geld - von 80186-Mikros abgedeckt werden.

Diese Entwicklung macht erneut deutlich, wie stark der Trend zu immer mehr Intelligenz in den peripheren Einheiten beziehungsweise in den Arbeitsplatzcomputern ist. Denn der neue 80186 soll ein ausgesprochenes Massenmarkt-Produkt für Anwendungen sein, in denen mit der Mark gegeizt wird. House nannte in diesem Zusammenhang intelligente Terminals, Tischcomputer, Textverarbeitungssysteme und Knoten in Datennetzen als Hauptanwendungen des neuen mit 8 Megahertz Taktfrequenz arbeitenden Silizium-Winzlings, der übrigens die doppelte Leistung des herkömmlichen 5-MHz-Prozessors 8086 bringen soll. Dieser Performancegewinn resultiert teilweise daraus, daß Intels Ingenieure Funktionen, die bislang per Mikrocode ausgeführt wurden, nun speziellen Hardwaresegmenten übertragen haben.

Flut neuer Software

Wer um den 80186 herum sein spezielles (OEM-)System zusammenstellen will (Intel nennt solche Unternehmen "System Integrators"), kann zwischen den Betriebssystemen "iRMX86", "CP/M-86" und "Xenix" wählen, die bereits für die älteren 16-Bit-Mikros des Hauses vorhanden sind. Was die Anwenderprogramme betrifft, verweist House vor allem auf die zu erwartende Flut neuer Software für den IBM-Personal-Computer, der ja letztlich auf einem 8088-Mikro (16 Bit) basiert, dem gleichen Prozessor, der auch im neuen "Rainbow"-Tischcomputer von Digital Equipment steckt. Für diesen Mikro geschriebene Programme kann der 80186 einfach übernehmen.

Gleichzeitig mit der Vorstellung des 80186, der jetzt in Mustern an Interessenten ausgeliefert wird, stellte House noch zwei weitere Novitäten in Aussicht: 1983 soll mit dem "8096" ein für seine Leistung extrem kostengünstiger Mikrocontroller herauskommen, der für vielfältige Steuerungsaufgaben eingesetzt werden kann und über RAM-Speicher auf dem Chip verfügt. Im Preis-/Leistungsverhältnis soll er - in den ihm zugedachten Einsatzfeldern - sogar den 80186 um fast 100 Prozent übertreffen.

1984 schließlich soll der "80386" erscheinen, ein 32-Bit-Prozessor mit 32-Bit-Bus, der selbst den im Februar dieses Jahres vorgestellten 80286-Mikro in der Leistung um den Faktor zwei bis drei schlagen soll. (vergleiche CW vom 12. 2. 82). Dieses Wunderwerk der Höchstintegration wird laut House etwa 300 000 Transistorren auf einem Chip vereinigen.